Sylvia Löhrmann

Mein Weg. Meine Geschichte. Mein Antrieb.

Meine Kindheit

Ein Foto von Sylvia aus ihrer Kindheit

Geboren wurde ich 1957 in Essen-Bergeborbeck in der Nähe einer Zinkhütte.  Eine Umgebung, die typisch für das Ruhrgebiet in den Zeiten des Wirtschaftswunders war. Laut, lebhaft, schmutzig, aber immer herzlich. Mein Vater war kaufmännischer Angestellter, meine Mutter hatte für die Familie ihren Beruf als technische Zeichnerin aufgegeben. Sie kümmerte sich um meine Geschwister und mich – wie das damals so üblich war. In Hörweite lag das Georg-Melches-Stadion von Rot-Weiss Essen,  durch das ich sehr früh zum begeisterten Fussballfan wurde.  Diese Zeit meiner Kindheit, christliche Werte, Bodenständigkeit, Bescheidenheit und der Wille meiner Eltern, ihren Kindern den Aufstieg zu ermöglichen, beeinflusst mich noch heute.

Meine Schulzeit

Als meine Familie 1970 nach Witten-Herbede zog, wollte ich weiter „mein“ katholisches Mädchengymnasium B.M.V. in Essen besuchen. Ich hing als damals 13jährige sehr an Essen. Jeden Tag nahm ich den hin und zurück vierstündigen Weg von Witten nach Essen auf mich. Die Schule hat mich sehr geprägt, das Leben und Lernen unter Mädchen, geführt von Frauen. Besonders mein Religionslehrer ist mir mit der Frage, ob die Atomkraft voll mit der Schöpfung vereinbar sei, in Erinnerung geblieben.

Mein Studium

Nach dem Abitur studierte ich an der damals erst zehn Jahre alten Ruhr-Universität Deutsch und Englisch auf Lehramt. Diese Zeit war für mich der Anstoß, mich politisch zu engagieren. Ich nahm an den Friedensdemonstrationen im Bonner Hofgarten teil, hörte dem RAF-Anwalt Hans-Christian Ströbele auf einer Podiumsdiskussion in Bochum zu und reiste Petra Kelly nach London nach. Ich merkte früh: Mit Engagement kann man die Welt verändern, sie gerechter und zu einem besseren Ort machen. Seit 1979 habe ich das Entstehen der GRÜNEN aufmerksam begleitet, immer mal wieder Veranstaltungen besucht – ob in Bochum oder anderswo.

Meine Zeit als Lehrerin

Nach dem Referendariat in Duisburg wurde ich 1984 Lehrerin an der ersten Städtischen Gesamtschule in Solingen, wo ich auch im Lehrerrat aktiv war. Die Arbeit an einer Gesamtschule hat mir gezeigt, dass alle Kinder gemeinsam an einer Schule lernen können – und das von Vorteil für alle ist. Später habe ich dann in der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien mitgearbeitet und mich in der Bezirksregierung für Gleichstellungsfragen eingebracht. Für mich war immer klar, dass Bildung der Schlüssel zu erfolgreicher Integration ist.

Mein Engagement vor Ort

Global denken – lokal handeln. Diese immer noch gültige Devise brachte mich auch in Solingen zu den GRÜNEN, dort sesshaft geworden trat ich dann 1985 ein. 1989 konnte ich dann als Spitzenkandidatin zur Kommunalwahl in den damals noch männerdominierten Solinger Stadtrat einziehen und mich vor Ort für meine Herzensangelegenheiten engagieren: Gleichberechtigung, Integration und Bildung, aber auch Stadtplanung und Verkehr. 1993 folgte dann mit dem schrecklichen Brandanschlag in Solingen ein einschneidendes Erlebnis. Ich nahm mir vor, mich zukünftig noch entschiedener für Toleranz und Respekt, gegen Fremdenhass und Gewalt einzusetzen.

Mein Engagement für NRW

1995 rückte ich für Bärbel Höhn in den Landtag nach und erlebte 10 Jahre lang hautnah die nicht immer einfache erste rot-grüne Zusammenarbeit in Nordrhein-Westfalen: als Parlamentarische Geschäftsführerin, bildungs- und europapolitische Sprecherin und später auch als Fraktionsvorsitzende. Besonders stolz machen mich die Erfolge, die wir in dieser Zeit trotz heftiger Widerstände besonders im Umweltbereich erzielen konnten. Wir haben damals begonnen, Nordrhein-Westfalen zu einem Land zu machen, in dem jede*r ein selbstbestimmtes, freies und gutes Leben führen kann. Dafür habe ich als Abgeordnete in der Opposition ab 2005 weiter gekämpft.

2010 konnten wir nach nur fünf Jahren schwarz-gelb wieder Teil der Landesregierung werden – und ich habe mich sehr bewusst dafür entschieden, als Ministerin für Schule und Weiterbildung daran mitzuarbeiten, Nordrhein-Westfalen ökologischer, gerechter und solidarischer zu machen. Meine Erfahrungen als Lehrerin und als ehemalige Stadträtin helfen mir dabei, Menschen einfach als Menschen zu sehen, unabhängig von ihrer Herkunft. Die Vermittlung dieser Werte an unseren Schulen und in meiner täglichen politischen Arbeit ist mein Ziel und meine Herausforderung. Darin lasse ich mich nicht beirren. Und diese Aufgabe gehe ich gemeinsam mit den Menschen an, im Dialog und mit ernst gemeinter Beteiligung.

Meine freie Zeit

Viel Zeit bleibt nicht – aber diese nutze ich besonders gerne gemeinsam mit meinem Mann, 2016 nach 26 Jahren des Zusammenseins haben wir geheiratet. Wir lieben Musik und Theater, fahren mit unserem Bulli in den Urlaub und gehen wandern, kochen gemeinsam – und kümmern uns um unseren Garten.

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