Das Bergische Städtedreieck

Das Bergische ist wunderschön – und mit Sicherheit eine der am meisten unterschätzten Regionen in NRW! Ein Besuch lohnt sich immer – es gibt viel zu sehen.

Die drei Bergischen Städte Remscheid Solingen und Wuppertal sind Großstädte mit wechselvoller Geschichte, Industriestandorte, dominiert von Schneidwaren, Metall- und Tuchverarbeitung. An vielen Stellen sind die historisch-industriellen Zeugnisse noch zu bewundern, in liebevoll eingerichteten (auch kleinen) Museen wie den typischen bergischen Kotten, oder aber museumspädagogisch aufgearbeitet etwa im Wuppertaler Engelshaus oder im Remscheider Röntgenmuseum. Mit den Projekten aus der Regionale 2006 – dem rot-grünen Förderprogramm für regionale Entwicklung – ist das Bergische Städtedreieck noch attraktiver geworden:

Müngstener Brücke

in enger Zusammenarbeit wurden die unterschiedlichsten Projekte umgesetzt, die – etwa im Brückenpark Müngsten – attraktive Naherholungsgebiete geschaffen haben. Hier, unter der beeindruckenden und höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands, die sich über das tiefe Tal der Wupper spannt, finden Naturliebhaber, Sportler und Familien mit Kindern Möglichkeiten zu Entspannung und Erholung. Eine Fahrt mit der Schwebefähre über die Wupper sollte dabei nicht fehlen!

Schwebefähre

Als strukturschwache Region, die seit Jahren versucht, den Strukturwandel von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsregion zu bewerkstelligen, ist der Tourismus sicherlich ein Standbein für eine zukunftsfähige Entwicklung. Das will ich unterstützen und fördern. Dazu gehört aber auch, dass die drei Bergischen Städte – ähnlich wie das Ruhrgebiet – auf Fördermittel von Land, Bund und EU zugreifen können, denn alleine ist ein solcher Wandel nicht zu schaffen!

Die Bergischen sind ein sehr eigenes Völkchen, dickköpfige Lokalpatrioten, die ihre Stadt uneingeschränkt lieben und kritisieren. Aber wehe, ein Außenstehender wagt Kritik! Insofern habe ich den Kontakt zu ihnen – aus Essen kommend – erst üben müssen. Aber eines ist sicher: Freunde aus dem Bergischen hat man für´s Leben. Das ist schön.

Überhaupt sind die Menschen vor Ort das Pfund des Bergischen. Sie sind freundlich, hoch engagiert in Vereinen und Verbänden und sie sind ihrer Heimat tief verbunden. Eine Heimat, die unter dem Städtebombardement des Zweiten Weltkrieges extrem gelitten hat. Diese Verwüstungen sind auch heute noch zu erkennen, entweder in Form von Bausünden der 60er und vor allem 70er Jahre oder in der Verkehrsplanung. Denn alle drei Städte sind gekennzeichnet von breiten autogerechten Schneisen, die sie durchschneiden. Da muss noch viel getan werden, um lebens- und liebenswerte Orte des Aufenthaltes zu schaffen. Insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, der das Bergische nicht verschont. Die Abwanderungsbewegungen sind vergleichsweise hoch, die zentrale Aufgabe der Zukunft wird also sein, trotz schwindender Bewohnerzahlen das kulturelle, soziale und freizeitliche Angebot zu halten und die Städte auf die neuen Gegebenheiten zuzuschneiden. Auch kann man sicher davon ausgehen, dass ein solcher tiefgreifender Wandel ohne Unterstützung von Land, Bund und EU nicht zu bewerkstelligen ist!

Das Bergische wird sich grundlegend verändern. In 20 Jahren werden wir – dafür will ich kämpfen – hier eine Region vorfinden, die sich ihrer Geschichte bewusst ist, sie offensiv darstellt und in ihr verwurzelt ist. Ein Region aber, der es gelungen ist, zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen und ihre Städte zu attraktiven Lebensorten zu formen, in denen die Menschen gerne wohnen. Die Natur in und um die drei Städte hat sich bereits zum Positiven gewandelt, in der Wupper leben wieder Fische, der einst praktisch tote Fluss voller Farben und Schwermetalle fließt mittlerweile durch malerische Täler, von Wäldern umsäumt, in denen sogar der Eisvogel zu finden ist.

Es liegt noch eine Menge Arbeit vor uns, aber der Anfang ist gemacht!