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	<title>Sylvia Löhrmann &#187; Schulzeitverkürzung</title>
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	<description>Stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen</description>
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		<title>Herausforderung Schulzeitverkürzung – Gymnasiale Bildung der Zukunft sichern</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Dec 2010 11:29:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia Löhrmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Information]]></category>
		<category><![CDATA[Reden]]></category>
		<category><![CDATA[Bericht der Landesregierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Schulzeitverkürzung]]></category>
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		<category><![CDATA[Unterrichtung]]></category>

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		<description><![CDATA[Rede von Ministerin Sylvia Löhrmann zu TOP 2, Plenarsitzung 15. Dezember 2010 des Landtags NRW
Unterrichtung der Landesregierung:
Herausforderung Schulzeitverkürzung &#8211; Gymnasiale Bildung der Zukunft sichern
- es gilt das gesprochene Wort -
 
Anrede,
lassen Sie mich zu Beginn deutlich feststellen:
Das Thema dieser Unterrichtung ist für mich kein außerordentliches Vergnügen. Aber das Thema dieser Unterrichtung ist eine außerordentliche Notwendigkeit.
Die Verkürzung ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rede von Ministerin Sylvia Löhrmann zu TOP 2, Plenarsitzung 15. Dezember 2010 des Landtags NRW</p>
<h3>Unterrichtung der Landesregierung:</h3>
<p><a title="hier geht es zum Bericht (auf der Seite des Ministeriums)" href="http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Schulpolitik/HerausforderungG8.pdf" target="_blank">Herausforderung Schulzeitverkürzung &#8211; Gymnasiale Bildung der Zukunft sichern</a></p>
<address>- es gilt das gesprochene Wort -</address>
<p> </p>
<p>Anrede,</p>
<p>lassen Sie mich zu Beginn deutlich feststellen:</p>
<p>Das Thema dieser Unterrichtung ist für mich kein außerordentliches Vergnügen. Aber das Thema dieser Unterrichtung ist eine außerordentliche Notwendigkeit.</p>
<p>Die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit wollten Anfang der 2000er Jahre alle Fraktionen. Die Regierung aus SPD und Grüne hatte das Modell 10 plus 2 vorgesehen. CDU und FDP machten daraus dann 9 plus 3 und führten dieses aus meiner Sicht problematischere Modell unvorbereitet und überhastet ein.</p>
<p>Die Folgen:</p>
<ul>
<li>Eltern, Kinder und Jugendliche beschwerten sich massiv über hohe zeitliche und stoffliche Belastung.</li>
<li>Schulleitungen und Lehrkräften fehlte die Vorbereitung dieser gewaltigen System- und Strukturumstellung.</li>
<li>Es fehlte die Infrastruktur für eine verlässliche Pause und gesunde Mittagsverpflegung.</li>
</ul>
<p>Das ist die Kurzanalyse des Zustands, den die Landesregierung vorfand, als sie die Regierungsgeschäfte aufnahm. Und ich betone das Wort Analyse – denn die Zeit der Vorwürfe und Schuldzuweisungen ist aus meiner Sicht vorbei.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>ich habe mich von einem Gedanken John F. Kennedys leiten lassen:</p>
<address>„Der Wandel ist das Gesetz des Lebens; wer nur auf die Vergangenheit blickt, verpasst mit Sicherheit die Zukunft.“</address>
<p>Es geht mir in Sachen Schulzeitverkürzung nicht um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft:</p>
<p>Um die Zukunft der gymnasialen Bildung mit der verkürzten Schulzeit an unseren Gymnasien, und zwar aus Sicht der Kinder und Jugendlichen, die an unseren Schulen lernen.</p>
<p>Aufgrund der Analyse war mir als zuständige und nun verantwortliche Ministerin, aber auch der gesamten Koalition von Anfang an klar:</p>
<p>Hier muss etwas geschehen – systematisch und gründlich, kein Schnellschuss.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>als erstes habe ich Betroffene und Beteiligte eingeladen, um den herrschenden Unmut aufzugreifen. Und zwar den Unmut von allen Seiten:</p>
<p>Von denen, die am liebsten zurück zum alten G9 wollten bis zu denen, die „Um Himmels Willen nicht schon wieder Veränderungen!“ gerufen haben.</p>
<p>Auch wenn es hinsichtlich der Frage, ob G8 oder G9 das richtige Konzept ist, unterschiedliche Auffassungen gibt: Einig waren sich alle Beteiligten darüber, dass es Optimierungen im real existierenden G8 geben muss.</p>
<p>In dem intensiven, konstruktiven Gespräch gelang es dann, gemeinsam Vorschläge zur Entlastung der Schülerinnen und Schüler zusammenzutragen.</p>
<p>Auf dieser Grundlage hat mein Haus Maßnahmen ausgearbeitet, die ich Ihnen nun gerne erläutern möchte.</p>
<p>Es haben sich insgesamt sieben Handlungsfelder heraus kristallisiert.</p>
<h3>1. Das neue Gleichgewicht zwischen Hausaufgaben und Schulaufgaben</h3>
<p>Das erste Feld: Die Hausaufgaben. Im Rahmen einer Schulzeitverkürzung mit mehr Unterrichtsstunden muss stärker als zuvor nach der Notwendigkeit, dem Sinn und dem pädagogischen Ziel der Hausaufgaben gefragt werden.</p>
<p>Es gibt wenige notwendige Hausaufgaben, es gibt Hausaufgaben, die besser Schulaufgaben wären, und es gibt Hausaufgaben mit und ohne Unterstützungsbedarf.</p>
<p>Für Schulen im verkürzten Bildungsgang ist es wichtig, ein Konzept zu erstellen, das Schul- und Hausaufgaben in ein angemessenes Gleichgewicht bringt, d.h. die Hausaufgaben auf das wirklich Notwendige zu reduzieren.</p>
<p>Und dazu gehört ganz konkret, dass nach einem Schultag bis in den Nachmittag für Hausaufgaben kein Platz mehr ist.</p>
<p>Das Schulministerium will und wird hierbei unterstützen:</p>
<p>Es wird den Schulen zeitnah Materialien bereitstellen, mit einem Konzept-Muster, mit Beispielen von guter und erprobter „Haus- bzw. Schulaufgaben“-Betreuung, verknüpft mit günstigen Stundenplänen und dem Vermitteln effektiver und effizienter Lern- und Arbeitstechniken.</p>
<h3>2. Die eigenverantwortliche Umsetzung der Kernlehrpläne</h3>
<p>In den vergangenen Jahren haben die Schulen mit den stofflich reduzierten und kompetenzorientierten Kernlehrplänen gearbeitet. Diese Erfahrungen sollen die Schulen nutzen, um ihre schulinternen Lehrpläne anzupassen und – dort, wo möglich &#8211; abzuspecken.</p>
<p>Auch dabei wird die Landesregierung die Schulen unterstützen, etwa mit Mustercurricula, als Hilfen für die Entscheidungen der Fachkonferenzen.</p>
<p>Leitlinie der Überarbeitung muss sein, mehr Freiräume für Wiederholung, Übung und Vertiefung zu schaffen.</p>
<p>Außerdem gilt es, Synergieeffekte zwischen Fächern und Fächergruppen zu erkennen und zu nutzen. Entsprechende Arbeitsgruppen werden zu Beginn des Jahres 2011 ihre Arbeit aufnehmen.</p>
<h3>3. Die flexible Nutzung von Ergänzungsstunden zur individuellen Förderung</h3>
<p>Ergänzungsstunden sind eine der Möglichkeiten, um jede Schülerin und jeden Schüler individuell zu fördern. Sie müssen Teil eines guten und wirksamen Förderkonzepts werden.</p>
<p>Wir wollen besonders wirksame Beispiele des Einsatzes von Ergänzungsstunden zum Nutzen aller Schulen aufbereiten.</p>
<p>Nicht, um sie eins zu eins zu übertragen. Aber um Impulse für Konzepte zu geben, die dann auf die jeweilige Schule zugeschnitten werden können. Dabei geht es sowohl um Konzepte in Ganztags- als auch in Halbtagsgymnasien.</p>
<h3>4. Die differenzierende Implementierung der zweiten Fremdsprache</h3>
<p>Seit dem Jahr 2006/2007 starten unsere Schülerinnen und Schüler in Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen ihre zweite Fremdsprache in Klasse 6.</p>
<p>Erfolg wird das frühere Erlernen der zweiten Fremdsprache dann haben, wenn sich der Unterricht am Alter, den Vorkenntnissen und möglicherweise auch an den Herkunftssprachen der Kinder orientiert. Dafür werden wir noch mehr Hilfen für die Lehrkräfte entwickeln.</p>
<p>Die fachlichen Netzwerke für Französisch und Latein werden konkrete Unterrichtsreihen speziell zum Fremdsprachenbeginn in Klasse 6 für alle Schulen bereitstellen.</p>
<p>Und gerade im Bereich Fremdsprachen müssen neue Konzepte umgesetzt werden, die die Schülerinnen und Schüler vom häuslichen Lernen entlasten.</p>
<h3>5. Die Flexibilisierung der Schulorganisation</h3>
<p>Die Organisation des Schulalltags hat großen Einfluss auf das Lernen:</p>
<p>Von der Stundenverteilung auf die einzelnen Jahrgangsstufen über die Stundenplangestaltung bis hin zur Ausgestaltung der Mittagszeit an Tagen mit Nachmittagsunterricht oder in Ganztagsschulen.</p>
<p>Viele Schulen haben neue Formen der Rhythmisierung entwickelt. Sie lernen nicht mehr im 45-Minuten-Takt, sondern eher in 60-, 75- oder 90-Minuten-Phasen.</p>
<p>Das Ziel: Zeiträume schaffen; für längere Lernphasen, für Phasen des Übens, des Wiederholens und Erprobens sowie für Formen des kooperativen oder binnendifferenzierenden Arbeitens. Diese Rhythmisierung hat unmittelbar Einfluss auf die Unterrichtsgestaltung und auf Haus- bzw. Schulaufgabenkonzepte.</p>
<p>Hierin liegen deutliche Entlastungspotentiale, vor allem für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Lehrkräfte. Denn der so angelegte Unterricht kann viel stressfreier gestaltet werden.</p>
<p>Auch für die Schulorganisation stellt das Schulministerium geeignete Maßnahmen, Tipps und Beispiele zusammen.</p>
<h3>6. Die Weiterentwicklung von Ganztag und pädagogischer Übermittagbetreuung</h3>
<p>Wir wissen, dass der Ganztag gerade im Hinblick auf die Umsetzung des achtjährigen Bildungsgangs an unseren Gymnasien einen Innovationsschub bewirkt. Im Ganztag werden integrierte Lernzeiten entwickelt, sodass sich letztlich Hausaufgaben weitgehend erübrigen.</p>
<p>Doch auch in Halbtagsschulen bewegt sich Vieles. Die Einführung der pädagogischen Übermittagbetreuung trägt zur Entspannung bei, auch wenn die räumlichen Voraussetzungen noch nicht in dem Maße zur Verfügung stehen, wie es erforderlich wäre.</p>
<p>Ganztagsschulen und pädagogische Übermittagbetreuung geben die Möglichkeit, andere Berufsgruppen aus Jugendhilfe, Kultur und Sport sinnvoll einzubeziehen.</p>
<p>Die Landesregierung wird den Ausbau der Ganztagsschulen auch in den Gymnasien bedarfsgerecht fortsetzen und in allen anderen Gymnasien die Weiterentwicklung der Konzepte der pädagogischen Übermittagbetreuung unterstützen.</p>
<h3>7. Die nachhaltige Unterstützung und Qualifizierung der Lehrkräfte</h3>
<p>Lehrerinnen und Lehrer stehen vor ständig neuen Herausforderungen. Auch und gerade für Lehrerinnen und Lehrer gilt daher die Weisheit „Lernen, ein Leben lang“. Nur, dafür brauchen sie auch die angemessene Unterstützung und passgenaue Angebote.</p>
<p>Neue Anforderungen wie Diagnose- und Beratungskompetenz, individuelle Förderung und kompetenzorientiertes Arbeiten als gängiges Unterrichtsprinzip haben in der bisherigen Lehrerausbildung noch nicht die ihnen gebührende Beachtung gefunden. Dafür braucht es gute Fachfortbildung, ebenso wie allgemeine Qualifizierung für gute Unterrichts- und Schulentwicklung.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>Schulen lernen von Schulen. Es gibt etliche Schulen, an denen Vieles sehr gut funktioniert. Ein zentraler Punkt für die Unterstützung der Schulen ist es für die Landesregierung deshalb, die Vernetzung zu fördern. Jede Schule hat ihre eigenen Stärken, die sie weitergeben kann, und sie lernt zugleich von den Stärken der anderen.</p>
<h3>8. Ernsthafte und wirksame Veränderungsprozesse</h3>
<p>Anrede,</p>
<p>viele wünschen sich beim Thema G8 eine Art Befreiungsschlag. Den gibt es nicht, den kann es in der derzeitigen Situation bei diesem komplexen Thema nicht geben.</p>
<p>Was es gibt, ist ein ernsthafter, seriöser und wirksamer Umsetzungsprozess dieses Handlungskonzepts. Und auch der kommt nicht auf Knopfdruck oder per „Ordre de mufti“ mittels Erlass. „Wir müssen die Zeit als Werkzeug benutzen, nicht als Sofa.“ (John F. Kennedy)</p>
<p>Da der Prozess für die Akzeptanz und Optimierung des G8 ungeheuer wichtig ist, möchte ich den Schulen ein Unterstützungssignal geben: Den pädagogischen Tag.</p>
<p>Alle genannten Maßnahmen müssen in den Schulen aufgegriffen und in den Alltag integriert werden. Dafür braucht es Zeit und Freiraum für Entwicklung. Dieser Prozess muss systematisch angegangen werden.</p>
<p>Dazu dient der Pädagogische Tag, an dem sich die Schule ausschließlich mit dieser Thematik beschäftigen kann. Darin weiß sich die Landesregierung mit Lehrerverbänden, der Schulleitervereinigung und Schüler- und Elternvertretungen einig.</p>
<p>An diesem Tag soll und kann sich die Schule intensiv mit der Weiterentwicklung des achtjährigen gymnasialen Bildungsgangs und den Möglichkeiten seiner Ausgestaltung und Optimierung auseinander setzen. Dabei sollen alle am Schulleben Beteiligten einbezogen werden.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>wenn im Ergebnis diese Maßnahmen überall umgesetzt würden, gäbe es einen ungeheuren Schub zur weiteren Akzeptanz der Schulzeitverkürzung.</p>
<p>Aber auch, wenn die Schulen nur schrittweise vorgehen, entsteht ein Effekt und entsteht besseres Lernen. Das ist das Ziel des Paketes. Und dieses Ziel teilt die Landesregierung mit den an diesem Paket Beteiligten.</p>
<p>Ihnen allen möchte ich an dieser Stelle herzlich danken:</p>
<ul>
<li>Der Landeselternschaft Gymnasien,</li>
<li>der Elterninitiative Gib-8,</li>
<li>der GEW,</li>
<li>dem Philologenverband,</li>
<li>der LandesschülerInnenvertretung,</li>
<li>der Direktorenvereinigung,</li>
<li>Professor Bos,</li>
<li>den Bezirksregierungen</li>
<li>und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in meinem Haus.</li>
</ul>
<p>Anrede,</p>
<p>dieser Prozess braucht größtmögliche Unterstützung.</p>
<p>Die breite Unterstützung bei den Beteiligten und Betroffenen haben wir. Auch die von Ihnen hier im Hause erhoffe und erwarte ich.</p>
<p>Ich bitte Sie als Abgeordnete:</p>
<p>Werden Sie Ihrer Verantwortung gerecht, tragen Sie dazu bei, dass möglichst viel davon Wirklichkeit wird.</p>
<p>Es kommt darauf an, die Schulzeitverkürzung so weiterzuentwickeln, dass Kinder und Jugendliche in unserem Land einen guten Unterricht bekommen, einen weiterführenden Abschluss erlangen und – nicht zuletzt – dass sie die Zeit haben und Anregungen erhalten, ihre Persönlichkeit innerhalb und außerhalb von Schule zu entfalten.</p>
<p>Dann werden Gymnasien zu dem, was eigentlich alle von ihnen erwarten:</p>
<p>Lernorte zur Entdeckung und Förderung der Persönlichkeiten und Talente, die eine zukunftsfähige Gesellschaft braucht und erwartet.</p>
<p>Denn auch für die Gymnasien gilt:</p>
<p>Kein Kind darf verloren gehen.</p>
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		<title>Vermurkste Schulzeitverkürzung</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 17:35:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia Löhrmann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[G8]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrstellen]]></category>
		<category><![CDATA[Schulzeitverkürzung]]></category>
		<category><![CDATA[Studienplätze]]></category>
		<category><![CDATA[Turbo-Abi]]></category>

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		<description><![CDATA[2010 wird es eng in der Sekundarstufe II, zumindest auf dem Gymnasium. Denn parallel zum letzten Schülerjahrgang des neunjährigen Weges zum Abitur kommen die ersten SchülerInnen des gekürzten, achtjährigen Weges in die Oberstufe. Für die einen bedeutet das Klassenstufe 11, für die anderen Klassenstufe 10. Das klingt verdammt kompliziert und das ist es auch.
Die Landesregierung ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>2010 wird es eng in der Sekundarstufe II, zumindest auf dem Gymnasium. Denn parallel zum letzten Schülerjahrgang des neunjährigen Weges zum Abitur kommen die ersten SchülerInnen des gekürzten, achtjährigen Weges in die Oberstufe. Für die einen bedeutet das Klassenstufe 11, für die anderen Klassenstufe 10. Das klingt verdammt kompliziert und das ist es auch.</p>
<p>Die Landesregierung hat mit der Einführung des G8-Abiturs zeigen wollen, dass sie rasch handelt und alles flotter macht, eben auch den Weg zum Abitur. Damit hat sie eine wenig durchdachte Reform auf den Weg gebracht, die zahlreiche Probleme geschaffen hat und die letztlich auf dem Rücken der Schüler- und Lehrerschaft ausgetragen wird. Die Schulzeitverkürzung findet in der Sekundarstufe I statt, ohne dass die Lehrpläne entrümpelt wurden. So wurde ein Jahr Lehrstoff bei den anderen Schuljahren draufgesattelt. Das bedeutete mehr als 40 Stunden Schule für Dreizehnjährige; und das an Gymnasien, die auf Ganztagunterricht selten eingerichtet sind und wo es oft nicht einmal eine Mittagsverpflegung gibt. Und als die Kritik immer lauter wurde, beschimpfte die Ministerin die LehrerInnen und gab ihnen die Schuld am Turbo-Abi-Stress.</p>
<p>Der Stress in der Sekundarstufe I wird bleiben, neu hinzu kommt nun die schwierige Situation der parallel laufenden Oberstufen. Nicht nur hinsichtlich der Stundenplangestaltung eine Herausforderung für die Schulen.</p>
<p>Richtig kritisch wird es 2013, wenn beide Jahrgänge gleichzeitig Abitur machen. Dann werden 50 bis 60.000 SchülerInnen zusätzlich auf den Markt der Lehrstellen und Studienplätze drängen und sich in Folge verstärkt auch um die Lehrstellen bewerben, bei denen bislang Haupt- und RealschülerInnen überhaupt noch Chancen hatten.</p>
<p>Die Vorbereitungen der Landesregierung auf diese schwierige Situation verliert sich im Klein- Klein und erinnert eher an das Pfeifen im Walde, das Mut machen soll.</p>
<p>Wir Grüne haben früh auf die Gefahren hingewiesen und eine optionale Schulzeitverkürzung vorgeschlagen, die sich nach den individuellen Lerngeschwindigkeiten richtet. Ob 12 oder 13 Jahre sollte nicht zwangsverordnet sein, diese Erkenntnis dämmert mittlerweile vielen Bundesländern. Nur die NRW-Landesregierung zeigt sich unbeeindruckt. Zumindest vorläufig &#8211; bis zum 9.Mai.</p>
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