Sylvia Löhrmann \ Politisch \ Klimawandel
Die Klimakrise bewältigen – trotz Kopenhagen!
Die Menschheit steht am Anfang ihrer größten Krise. Der Klimawandel kommt, das ist sicher. Wie stark er kommt, hängt davon ab, was in den nächsten Monaten und Jahren geschieht.
Dass der Mensch die globale Erwärmung verursacht, ist spätestens seit dem Bericht des Weltklimarates im Frühjahr 2007 klar. Mehr als 1000 Wissenschaftler sind sich einig: Wir müssen schnell und umfassend handeln, um die Auswirkungen des Klimawandels noch zu begrenzen.
Das größte Problem für die Erwärmung ist das Kohlendioxid (CO2). Insbesondere wenn wir die fossilen Energien (Kohle, Erdöl und Erdgas) verbrennen, gelangt es in die Atmosphäre. Der globale Raubbau an den Urwäldern verstärkt das Problem zusätzlich. Der CO2-Gehalt der Erdatmosphäre lag über die Jahrhunderte bei maximal 280 ppm (parts per million) und steigt seit etwa 1750 dramatisch an.
Um den weltweiten Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen, muss Deutschland seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die CO2-Emissionen um 40 % bis 2020 und um 80 % bis 2050 reduzieren.
Sollte das nicht gelingen, rechnen die Wissenschaftler der Vereinten Nationen mit einer Klimaerwärmung von bis zu 6 Grad in diesem Jahrhundert. Das würde in weiten Teilen der Welt dramatische Folgen haben.
Es ist auch eine Frage der globalen Gerechtigkeit, dass die Industrieländer wesentlich stärker ihre Emissionen verringern – und ihr Wissen über Energieeffizienz weltweit zur Verfügung stellen. Um das Weltklima dauerhaft zu stabilisieren, müssen die weltweiten Emissionen von Treibhausgasen langfristig um 80% gegenüber dem heutigen Niveau reduziert werden.
Klaus Töpfer stellte einmal die Frage: „Welches Recht hat ein US-Amerikaner oder ein Europäer, mehr CO2 zu emittieren, als ein Chinese oder ein Inder?“
Kein Mensch hat per se mehr Recht auf CO2-Emissionen als ein Anderer. Wenn die Bevölkerung tatsächlich auf neun Milliarden Menschen ansteigt, darf jeder Mensch pro Jahr nicht mehr als eine Tonne CO2 emittieren. Heute sind es in den USA im Schnitt etwa 20 Tonnen CO2, in Deutschland und Japan sind es ca. zehn, in China drei und in Indien gut eine Tonne CO2 pro Mensch und Jahr.
Deshalb sind gerade die Industrienationen gefordert.
Wir brauchen eine Grüne Industrielle Revolution. Das Motto dieser Revolution sind die drei E: Effizienz, Einsparung und Erneuerbare.
Wo, wenn nicht im Industrie- und Energieland Nordrhein-Westfalen, können wir eine Energierevolution kraftvoll und visionär in Gang setzen?! Denn ohne NRW als Vorreiter schafft Deutschland den Wandel nie. Trotz des katastrophalen Scheiterns des “Klimagipfels” von Kopenhagen werben wir Grüne dafür, dass NRW und Deutschland weiterhin für eine offensive Klimaschutzstrategie aktiv sind.
