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	<title>Sylvia Löhrmann &#187; Reden</title>
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	<description>Fraktionsvorsitzende der Grünen Fraktion im Landtag NRW</description>
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		<title>Gemeinsam mehr m&#246;glich machen</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 13:10:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia Löhrmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Zusammen für NRW]]></category>

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		<description><![CDATA[Rede von Sylvia L&#246;hrmann MdL,
Fraktionsvorsitzende und Verhandlungsf&#252;hrerin,
zur Einbringung des Koalitionsvertrags bei der Landesdelegiertenkonferenz
von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen NRW in Neuss, 10. Juli 2010

Es gilt das gesprochene Wort!
Liebe Freundinnen und Freunde,
heute geht es um ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zu mehr Gr&#252;n in NRW.
Wir beraten und beschlie&#223;en heute einen Koalitionsvertrag zur Bildung einer rot-gr&#252;nen Minderheitsregierung f&#252;r NRW.
Dazu ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Rede von Sylvia L&#246;hrmann MdL,</h2>
<h4>Fraktionsvorsitzende und Verhandlungsf&#252;hrerin,</h4>
<h3>zur Einbringung des Koalitionsvertrags bei der Landesdelegiertenkonferenz<br />
von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen NRW in Neuss, 10. Juli 2010</h3>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/0wsdcR38_hw&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/0wsdcR38_hw&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object></p>
<p>Es gilt das gesprochene Wort!</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>heute geht es um ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zu mehr Gr&#252;n in NRW.</p>
<p>Wir beraten und beschlie&#223;en heute einen Koalitionsvertrag zur Bildung einer rot-gr&#252;nen Minderheitsregierung f&#252;r NRW.</p>
<p>Dazu habt Ihr uns vor drei Wochen den Auftrag gegeben, und ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen.</p>
<p>In sage und schreibe 15 Tagen haben wir mit der SPD ein sozial-&#246;kologisches Reformprogramm f&#252;r NRW erarbeitet, das wir guten Gewissens vor unseren W&#228;hlerinnen und W&#228;hlern verantworten k&#246;nnen.</p>
<p>Ich sage bewusst mit der SPD und nicht gegen die SPD.</p>
<p>Es war ein sachorientiertes Ringen um das Beste f&#252;r NRW.</p>
<p>Es war ein Arbeitsprozess, der am Gelingen orientiert war, von zwei Partnern auf Augenh&#246;he.</p>
<p>Und so ist aus unserem MACHT MEHR M&#214;GLICH</p>
<p>ein GEMEINSAM MEHR M&#214;GLICH MACHEN geworden.</p>
<p>Hier ist er, Anrede, &#8211; der sozial-&#246;kologischen Aufbruch f&#252;r ganz Nordrhein-Westfalen.</p>
<p><a href="http://www.gruene-nrw.de/fileadmin/user_upload/landesverband/gruene-nrw/aktuelles/2010/koalitionsvertrag/Koalitionsvertrag_Rot-Gruen_NRW_2010-2015.pdf" target="_blank">Ein mehrheitsf&#228;higer Zukunftsplan f&#252;r ganz Nordrhein-Westfalen</a>.</p>
<p>Das gemeinsame Angebot von uns GR&#220;NEN und der SPD f&#252;r ganz Nordrhein-Westfalen.</p>
<p>Dieser Vertrag enth&#228;lt ein umfassendes Regierungsprogramm mit drei Schwerpunkten, genau denen, f&#252;r die wir vor der Wahl gek&#228;mpft haben:</p>
<ol>
<li>Bildung: Die Studiengeb&#252;hren kommen weg, die Gemeinschaftsschule wird kommen, die Kitas werden besser.</li>
<li>Klima und Energie: Wir setzen auf die energetische Geb&#228;udesanierung und auf Erneuerbare Energien.</li>
<li>Kommunen: Wir werden sie wieder handlungsf&#228;hig machen, mit einem vor der Wahl versprochenen Altschuldenfonds.</li>
</ol>
<p>Das sind die Schwerpunkte im Wahlkampf gewesen, das waren die Schwerpunkte unseres Zukunftsplans, und das sind die Schwerpunkte des Koalitionsvertrags.</p>
<p>Ich sage Euch ganz ehrlich: Ich bin stolz auf diesen Vertrag und vor allen Dingen stolz auf alle, die daran mitgearbeitet haben. In der Verhandlungskommission, in den Arbeitsgruppen, im Textteam. Daf&#252;r sage ich ganz herzlichen Dank. Dieser Dank richtet sich ganz ausdr&#252;cklich auch an die entsprechenden Pendants bei der SPD.</p>
<p>Aber – und das sage ich auch ausdr&#252;cklich – ich bin auch stolz auf Euch, auf unsere Partei, auf uns Gr&#252;ne.</p>
<p>Mit unserem Gr&#252;nen Zukunftsplan f&#252;r NRW haben wir ja &#252;berhaupt erst die Voraussetzung geschaffen – die Voraussetzung f&#252;r diesen Weg weisenden Koalitionsvertrag.</p>
<p>Und wenn ich Weg weisend sage – dann meine ich das wortw&#246;rtlich! Dieser Vertrag weist uns – Gr&#252;nen und SPD – den Weg, den neuen Weg, den wir gemeinsam mit allen, die wollen, in der n&#228;chsten Zeit gehen werden.</p>
<p>Deshalb haben wir auch diese &#220;berschrift gew&#228;hlt: &#8220;Gemeinsam neue Wege gehen.&#8221; oder das sch&#246;ne Titelblatt: &#8220;Zusammen f&#252;r NRW.&#8221;</p>
<p>Und das betrifft zum Einen das Wie: Wir werden eine Minderheitsregierung bilden – das ist ein neuer Weg. Das ist &#8211; wie wir alle wissen &#8211; ein Wagnis. Wir brauchen f&#252;r jede einzelne Abstimmung im Parlament zumindest zwei Abgeordnete, die sich enthalten. Oder einen, der unseren Initiativen zustimmt.</p>
<p>Das hei&#223;t auch: Wir sind gespr&#228;chsbereit, und wir schauen auch auf die Ideen der anderen. Das meinen wir mit  &#8221;Koalition der Einladung&#8221;. Und das meinen wir sehr ernst!</p>
<p>Der Weg ist das Ziel.</p>
<p>Das hei&#223;t auch: Wir k&#246;nnen nicht wissen: h&#228;lt das f&#252;nf Monate oder f&#252;nf Jahre? Aber wir werden es versuchen, denn die Bev&#246;lkerung hat uns ja nicht f&#252;r f&#252;nf Monate gew&#228;hlt, sondern f&#252;r f&#252;nf Jahre.</p>
<p>Und es gibt gute Chancen auf Erfolg. Dieser Vertrag enth&#228;lt viele Einladungen. Wir wollen eine neue demokratische Kultur des Miteinanders mit allen Fraktionen im Parlament.</p>
<p>Von ihnen h&#228;ngt es ab, ob dieser Weg gelingt oder nicht. Betreiben sie Obstruktion und Blockade, oder &#246;ffnen sie sich unseren Angeboten? Betreiben sie Fundamentalopposition oder folgen sie unserer Einladung, mitzutun an der Gestaltung der Zukunft unseres Landes?</p>
<p>Das ist der eine Teil des neuen Wegs. Die Art und Weise, wie wir regieren wollen und regieren werden. Der Weg geh&#246;rt zum Ziel.</p>
<p>Der andere Teil betrifft die Inhalte – auch da wollen wir neue Wege gehen, mehr Chancen er&#246;ffnen und alle Potenziale nutzen.</p>
<p>Was hei&#223;t das nun konkret?</p>
<p>Nehmen wir den Klimaschutz: Wir werden ein Klimaschutzgesetz auf den Tisch legen, das verbindliche Klimaschutzziele festlegt. Und es wird einen Klimaschutzplan geben, der die entsprechenden konkreten Ma&#223;nahmen benennt. Inklusive Zwischenziele.</p>
<p>Und wenn klar ist, dass weitere neue Kohlekraftwerke diesen Klimaschutzzielen widersprechen &#8211; dann wird es die auch nicht geben!</p>
<p>Anrede,</p>
<p>diese Koalition leitet das Ende des fossilen Zeitalters in NRW ein! Und genau das meinen wir, wenn wir von NRW als &#8220;Energieland Nummer Eins&#8221; sprechen!</p>
<p>Das sind neue Wege, die mehr Chancen f&#252;r den Klimaschutz er&#246;ffnen, die unsere vorhandenen Potenziale &#8211; was Energiewissen, was Produktion und Entwicklung, was Forschung angeht, &#8211; gezielt nutzen werden. Das schafft  Arbeitspl&#228;tze, das schafft Wirtschaftskraft und zwar fern von kurzfristigen Hilfs- und Konjunkturprogrammen. Was wir da vorhaben, ist von Dauer und ist nachhaltig. Und das alles werden wir gemeinsam mit den Menschen, mit den Unternehmen schaffen.</p>
<p>Dass das dann auch passiert, daf&#252;r sorgt Johannes Remmel, der in der n&#228;chsten Woche der erste Klimaschutzminister Deutschlands werden wird – wenn Ihr das wollt und es heute beschlie&#223;t.</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>auch was die Frauenrechte angeht, m&#252;ssen wir neue Wege gehen.</p>
<p>Dass bei uns etwas mehr als die H&#228;lfte der Menschen Frauen sind, wissen alle. Aber warum sind nur 12 Prozent in den Aufsichtsr&#228;ten Frauen?</p>
<p>Frauen haben in diesem Land noch immer weniger Chancen. Das ist Realit&#228;t in diesem Land. Weniger Chancen f&#252;r beruflichen Aufstieg, und weniger Geld, wenn sie das gleiche leisten wie M&#228;nner.</p>
<p>Das wollen wir &#228;ndern. Mit dem f&#252;r Deutschland neuen Weg einer Quote f&#252;r Aufsichtsr&#228;te beispielsweise.</p>
<p>Das ist ein neuer Weg, der Frauen mehr Chancen er&#246;ffnet, und der f&#252;r alle gemeinsam die bei den Frauen vorhandenen Potenziale nutzt.</p>
<p>Und Frauen sind dabei nur das gr&#246;&#223;te Beispiele f&#252;r Gruppen, die in diesem Land systematisch benachteiligt sind. Das wollen wir beenden. Durch Chancengleichheit und Gleichberechtigung.</p>
<p>Dass das auch in konkrete Politik m&#252;ndet, daf&#252;r wird die zuk&#252;nftige &#8220;Ministerin f&#252;r Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter&#8221; sorgen, Barbara Steffens – wenn ihr das wollt und es heute beschlie&#223;t. Und dass das gr&#246;&#223;te Bundesland ab Mittwoch von einer weiblichen Doppelspitze regiert wird, ist ja auch ein gutes Signal.</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>&#8220;Neue Wege gehen, mehr Chancen er&#246;ffnen, alle Potenziale nutzen&#8221;. In einem Bereich passen die drei Kerns&#228;tze, die &#252;ber der Pr&#228;ambel stehen, ganz besonders gut zusammen: In der Bildung.</p>
<p>Es ist ein Skandal, dass wir es in unserem Land zulassen, dass so viele Kinder und Jugendliche auf der Strecke bleiben. Und es ist ein Skandal, dass das dann auch noch vom Geldbeutel der Eltern abh&#228;ngig ist. Oder von der Herkunft, wie der aktuelle Integrationsbericht der Bundesregierung erneut zeigt. Es geht einfach nicht richtig voran!</p>
<p>Und das beschreibt die zwei riesigen Herausforderungen, die wir – SPD und Gr&#252;ne – nun gemeinsam angehen wollen; und f&#252;r die dieser Koalitionsvertrag die Basis bildet.</p>
<ol>
<li>Wir m&#252;ssen die Qualit&#228;t unseres Bildungssystems so verbessern, dass eben kaum noch jemand auf der Strecke bleibt. Am besten &#252;berhaupt kein Kind. Wir wollen kein Kind und keinen Jugendlichen mehr zur&#252;cklassen, Anrede. Weil wir es uns schlicht und ergreifend nicht leisten k&#246;nnen!</li>
<li>Wir m&#252;ssen die Bildungskette so weit wie m&#246;glich Schritt f&#252;r Schritt von Beitr&#228;gen und Geb&#252;hren befreien, damit der Geldbeutel kein Grund mehr ist, warum Kinder auf der Strecke bleiben.</li>
</ol>
<p>Ihr wisst es, Anrede, die gr&#246;&#223;te Herausforderung in der Bildungspolitik ist der Umbau des Schulsystems &#8211; und die am meisten umk&#228;mpfte, und die schwierigste.</p>
<p>Die Blockierer und Kritiker haben sich prompt zu Wort gemeldet. Die einen sagen, dass sei der Generalangriff auf das Schulsystem, die anderen sagen, das bliebe hinter den vollmundigen Versprechungen des Wahlkampfes zur&#252;ck.</p>
<p>Beides ist falsch. Wir legen den Umbau zielgerichtet, klug und unumkehrbar an, und dabei nehmen wir die Menschen mit; weil wir auf den regionalen Konsens setzen!  Und genau das haben wir im Wahlkampf vertreten und versprochen. Kein geringerer als Dr. Ernst R&#246;sner, der Begr&#252;nder der deutschen Gemeinschaftsschule, bescheinigt uns genau dies in einem Brief an den Spiegel-Autor Jochen Leffers als Replik auf dessen Artikel vom 8. Juli:</p>
<p>&#8220;Vergleichen Sie mal das Wahlprogramm der Gr&#252;nen zur Schulstrukturreform mit der Koalitionsvereinbarung! Stimmt nahezu 1 : 1.&#8221;</p>
<p>Und weil das so ist, dass genau unser Konzept der Schule der Zukunft Grundlage f&#252;r das Regierungshandeln ist, darum ist es auch folgerichtig, dass wir f&#252;r diesen Bereich auch Verantwortung &#252;bernehmen.</p>
<p>Ich wei&#223;, was das f&#252;r eine Herausforderung ist, aber ich freue mich darauf. Und ich wei&#223;, dass ihr in den Kommunen ma&#223;geblich mit dazu beitragen werdet, dass unser Weg gelingt.</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>drei Ministerinnen und Minister habe ich genannt.</p>
<p>Da m&#246;chte ich eine weitere Person nicht vergessen:</p>
<p>Wir k&#246;nnen n&#228;mlich auch froh sein, dass es gelungen ist, im gro&#223;en Wirtschaftsministerium einen Staatssekret&#228;r zu verankern. Und zwar f&#252;r den zentralen Bereich Verkehr. Das wird unser gesch&#228;tzter und kompetenter Kollege Horst Becker sein. Ein Verkehrsexperte, der bei Freunden und politischen Gegnern nicht unbedingt gleich beliebt ist, aber &#252;berall aufgrund seiner Fachkenntnis geachtet und manchmal auch gef&#252;rchtet wird.</p>
<p>Aber, Anrede, wir vier allein auf der Regierungsbank reichen nicht, um unsere Politik erfolgreich umzusetzen. Viel wichtiger und zentraler – noch einmal gesteigert in einer Minderheitsregierung – ist das Parlament. Und damit unsere Fraktion. Die ersten Wochen mit uns 23 Abgeordneten stimmen mich da absolut zuversichtlich: Diese Truppe wird das anpacken und packen. Alle sind hoch motiviert, alle sind hoch kompetent, und alle ziehen an einem gemeinsamen gro&#223;en Strang.</p>
<p>Und die kommende Fraktionsf&#252;hrung wird mit daf&#252;r sorgen, dass wir &#8211; gemeinsam mit dem frisch gew&#228;hlten Landesvorstand &#8211; als NRW Gr&#252;ne einen sachlichen, kompetenten und sichtbaren Gegenpol zur Chaos-Regierung in Berlin bilden werden.</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>Der Koalitionsvertrag beschreibt einen Aufbruch in die Zukunft. Wir er&#246;ffnen neue Chancen und wollen alle Potenziale nutzen.</p>
<p>Die Potenziale und M&#246;glichkeiten aller Kinder und Jugendlichen.</p>
<p>Die Potenziale und M&#246;glichkeiten unserer Wirtschaft und unserer Umwelt.</p>
<p>Die Potenziale unserer St&#228;dte und Gemeinden. Auch hier halten wir Wort – unsere St&#228;dte und Gemeinden werden wieder handlungsf&#228;hig.</p>
<p>Die Potenziale f&#252;r unsere Demokratie. Indem wir direkte Beteiligung erleichtern und erm&#246;glichen.</p>
<p>Die Potenziale und M&#246;glichkeiten der Menschen von Nordrhein-Westfalen in ihrer ganzen Vielfalt.</p>
<p>Daf&#252;r lohnt es sich, Geld in die Hand zu nehmen.</p>
<p>Wenn dann die Stimmen laut werden: Wir machen Schulden auf dem R&#252;cken der Zukunft, dann ist genau das Gegenteil der Fall:</p>
<p>Wir investieren in die Zukunft. Ja, wir geben Geld daf&#252;r aus, Chancen zu er&#246;ffnen und Zukunftspotenziale zu nutzen. Und das wird sich mittel- und langfristig sowohl gesellschaftlich als auch finanziell auszahlen. Das Geld, das wir in die Hand nehmen, hat ein gro&#223;es Ziel: Wir wollen gemeinsam mehr m&#246;glich machen.</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>ich habe bisher bewusst nichts zur noch amtierenden Landesregierung gesagt. Mich nicht an ihr abgearbeitet. Aber bei der Finanzpolitik muss ich eine Ausnahme machen: Der bisherige Finanzminister Linssen will sich gerade ein Denkmal setzen – eines, das er nicht verdient hat.</p>
<p>Denn in seinem Haushalt hat er etwa drei Milliarden Euro nicht ber&#252;cksichtigt. Er hat die Nettoneuverschuldung k&#252;nstlich klein gehalten. Das lassen wir dieser Regierung nicht durchgehen. Das, Herr Linssen, ist nicht seri&#246;s und nicht solide. Die Schlussabrechnung, die wir mit dem Nachtrag vornehmen, wird das zeigen. Finanzminister Linssen ist ein Schuldenrekordminister. Und wir werden es erleben, dass wir, SPD und Gr&#252;ne, sowohl in Zukunftsfelder investieren als auch die Neuverschuldung senken k&#246;nnen.</p>
<p>Das soll meine einzige Anmerkung zur in wenigen Tagen nicht mehr amtierenden Landesregierung sein.</p>
<p>Aber nicht meine letzte Anmerkung zu den anderen Parteien, zum Ist-Zustand.</p>
<p>Mit wem haben wir es zu tun, wenn wir uns jeweils Verb&#252;ndete suchen m&#252;ssen f&#252;r unsere Vorhaben?</p>
<p>Erstens mit einer innerlich zerrissenen CDU. Die Fraktion gespalten: zwischen einem so genannten Reformer und einem konservativen Sachwalter der &#196;ra R&#252;ttgers. Mit einer Partei, die immer noch nicht wahrhaben will, dass sie es sich zu einfach macht, wenn sie das schlechte Wahlergebnis allein auf den Bund schiebt.</p>
<p>Wir haben es zu tun mit einer FDP, die leider bisher nicht erkannt hat, dass &#8220;privat vor Staat&#8221; krachend abgew&#228;hlt worden ist. Unsere Freiheit hei&#223;t Verantwortung. Statt sich inhaltlich neu aufzustellen, arbeitet sie sich an uns ab und glaubt doch glatt, dass 6,7 Prozent ungef&#228;hr so viel sind wie 12,1!</p>
<p>Die Linkspartei hat ihre Rolle noch nicht gefunden und tritt ausgesprochen unterschiedlich auf. Aus Berlin kommen konstruktive T&#246;ne, in D&#252;sseldorf ein einziges H&#252; und Hott.</p>
<p>Ich bin gespannt, was die Linkspartei mit ihrem W&#228;hlerauftrag macht – ob sie den sozial-&#246;kologischen Politikwandel mitbef&#246;rdert oder nur Radikalforderungen herausposaunt, ohne Verantwortung zu beweisen.</p>
<p>Und noch eins, liebe Freundinnen und Freunde, lasst Euch nicht kirre machen, wenn CDU und FDP vor einem Linksb&#252;ndnis warnen, wenn wir auch mal mit Stimmen der Linkspartei unsere Politik umsetzen.</p>
<p>Die, die das kritisieren, die k&#246;nnen doch nicht schnell genug mit der Linkspartei an einem Tisch sitzen, wenn es darum geht, sich eigene Vorteile zu verschaffen. Das ist im Parlament gerade sehr plastisch zu erleben! Wenn es nicht verwerflich ist, dass Herr Uhlenberg unmittelbar mit den Stimmen der Linkspartei zum Landtagspr&#228;sidenten gew&#228;hlt wird, wieso soll es dann verwerflich sein, wenn Hannelore Kraft mittelbar durch das Verhalten der Linkspartei zur Ministerpr&#228;sidentin gew&#228;hlt wird?</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>lasst mich abschlie&#223;end einen Wunsch &#228;u&#223;ern. Ich w&#252;nsche mir, dass wir ganz, ganz viele Menschen in diesem Land dazu ermuntern, aufzubrechen – gemeinsam mit uns. Mit diesem Vertrag, der soviel von unserem Zukunftsplan f&#252;r NRW enth&#228;lt, im R&#252;cken.</p>
<p>Dass wir gemeinsam neue Wege gehen. Gemeinsam mehr m&#246;glich machen.</p>
<p>Daf&#252;r k&#246;nnt Ihr heute mit Eurer Entscheidung, mit Eurer Stimme, ein Signal geben. Ich bin mir sicher: Ihr werdet das mit voller &#220;berzeugung und gro&#223;er Geschlossenheit tun.</p>
<p>Aber jetzt bin ich erst einmal gespannt und freue mich erst einmal auf unsere Diskussion.</p>
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		</item>
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		<title>Mit Minderheitsregierung Politikwechsel gestalten</title>
		<link>http://sylvia-loehrmann.de/932/mit-minderheitsregierung-politikwechsel-gestalten/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Jun 2010 12:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia Löhrmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Reden]]></category>
		<category><![CDATA[Minderheitsregierung]]></category>
		<category><![CDATA[sozial-ökologische Erneuerung]]></category>

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		<description><![CDATA[Rede zur Landesdelegiertenkonferenz in Neuss, 19. Juni 2010

und hier im Wortlaut: Es gilt das gesprochene Wort!
Liebe Freundinnen und Freunde,
wir haben in diesem Jahr eine gro&#223;artige Gemeinschaftsleistung vollbracht:
Wir haben einen Landtagswahlkampf hingelegt, bei dem wir das beste Ergebnis aller Zeiten eingefahren haben:

mit den richtigen Themen, die konsequent auf Zukunft setzen;
mit einer offensiven Kampagne und Riesenengagement der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rede zur Landesdelegiertenkonferenz in Neuss, 19. Juni 2010<br />
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<p>und hier im Wortlaut: Es gilt das gesprochene Wort!</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>wir haben in diesem Jahr eine gro&#223;artige Gemeinschaftsleistung vollbracht:</p>
<p>Wir haben einen Landtagswahlkampf hingelegt, bei dem wir das beste Ergebnis aller Zeiten eingefahren haben:</p>
<ul>
<li>mit den richtigen Themen, die konsequent auf Zukunft setzen;</li>
<li>mit einer offensiven Kampagne und Riesenengagement der gesamten Partei;</li>
<li>mit einem Kurs der Eigenst&#228;ndigkeit und Offenheit in alle politische Lager hinein. Dieser Kurs hat sich ausgezahlt, weil wir aus allen politischen Lagern Stimmen dazu gewonnen haben. Die Menschen trauen uns etwas zu und wissen, dass wir um unserer Inhalte willen politische Macht erwerben wollen. Sie wollen, dass wir gestalten.</li>
</ul>
<p>Dieses Vertrauen werden wir nicht entt&#228;uschen.</p>
<p>Wir hatten drei Kernziele:</p>
<ul>
<li>Schwarz-Gelb in NRW abl&#246;sen; das ist keine Selbstverst&#228;ndlichkeit, nach nur einer Legislaturperiode eine Regierung abzul&#246;sen; die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundesrat knacken &#8211; das haben wir geschafft.</li>
<li>zweistellig und dritte Kraft werden &#8211; das haben wir klar geschafft!</li>
<li>eine rot-gr&#252;ne Mehrheitsregierung bilden &#8211; das haben wir ganz knapp nicht geschafft!</li>
</ul>
<p>Damit, Anrede, bin ich beim zweiten Teil der Gemeinschaftsleistung dieser Partei: Wir haben knapp sechs Wochen nach der Wahl eine Phase sehr anstrengender Sondierungsgespr&#228;che hinter uns. Die hat die Verhandlungskommission verantwortlich gef&#252;hrt, und Ihr als Gesamtpartei seid diesen Weg &#8211; mal bangend, mal hoffend &#8211; mitgegangen.</p>
<p>F&#252;r all das m&#246;chte ich mich ganz herzlich bei Euch bedanken.</p>
<p>Lasst mich noch etwas sehr Pers&#246;nliches sagen. In Hamm, bei meiner Wahl zur Spitzenkandidatin, habe ich um Euer Vertrauen geworben. Das habt Ihr mir gegeben. Ihr habt mir etwas zugetraut, und das hat mich stark gemacht. Ihr habt mich an der Herausforderung Spitzenkandidatin wachsen lassen. Ihr habt es leicht gemacht. Und nat&#252;rlich ist es eine sch&#246;ne Erfahrung, wenn nach der Elefantenrunde SMS von A bis Z ankommen: von Martin-Sebastian Abel &#252;ber Mona Neubauer, etliche Martinas bis Robert Zion. Da hab ich dann gedacht, na, dann muss es ja wohl wirklich ganz gut gewesen sein.<a href="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/06/4714146956_530f963db6.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-933" src="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/06/4714146956_530f963db6-250x167.jpg" alt="Sylvia redet bei der LDK in Neuss, 19. Juni 1020" width="250" height="167" /></a></p>
<p>Der Wahlkampf und die Tour durch&#8217;s Land haben mir Riesenspa&#223; gemacht. Und ich danke allen von Herzen, die zum Gelingen beigetragen haben: in der Fraktion, im der Landesgesch&#228;ftsstelle, in der Wahlkampfkommission, in den Orts- und Kreisverb&#228;nden. Das Ergebnis ist unser gemeinsamer Erfolg. Und dar&#252;ber d&#252;rfen wir uns auch noch freuen, den d&#252;rfen wir auch feiern! Dieser Erfolg zeigt: NRW braucht mehr GR&#220;N!</p>
<p>Anrede,</p>
<p>gestern hatten wir, Joachim Gauck, den Kandidaten f&#252;r das Bundespr&#228;sidentenamt, bei SPD und Gr&#252;nen zu Gast.</p>
<p>Das Gespr&#228;ch war eine Sternstunde des politischen Diskurses, eine Wohltat f&#252;r politische Herzen und K&#246;pfe.</p>
<p>Sein Thema ist die Freiheit. Er hat f&#252;r sie gek&#228;mpft und sie mit erk&#228;mpft. Er k&#228;mpft weiterhin f&#252;r sie. Eine Freiheit, die Verantwortung hei&#223;t, &#8220;erwachsene Freiheit&#8221; hat er das genannt.</p>
<p>Jeder einzelne hat Verantwortung, diese ihm gew&#228;hrte Freiheit zum eigenen und zum Wohle aller einzusetzen.</p>
<p>Joachim Gauck hat zur Situation in Nordrhein-Westfalen bewusst nichts gesagt, weil die politische Situation hier in NRW und die Wahl zum Bundespr&#228;sidenten nichts miteinander zu tun haben. Weil er seine Kandidatur gerade nicht als parteipolitische Kandidatur betrachtet.</p>
<p>Und im Grunde hat er dann doch ganz viel dazu gesagt. Wenn er von Freiheit als Verantwortung spricht, und ich dann an die frei gew&#228;hlten Abgeordneten im Parlament denke &#8211; und dann an das, was wir und die SPD nun entschieden haben, dann gibt es genau da einen Zusammenhang.</p>
<p>Wir sind ab sofort auf der Suche nach wechselnden Mehrheiten. Und jede Fraktion, jede und jeder einzelne Abgeordnete hat die Freiheit, sich zu entscheiden, unsere Einladung zur Zusammenarbeit anzunehmen. Und jede Fraktion, jeder und jede einzelne Abgeordnete hat diese Entscheidung in Verantwortung f&#252;r das Land, f&#252;r die Menschen in diesem Land zu treffen.</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>seit dem 9. Mai gibt es trotz aller Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen eine Konstante: Die Menschen in Nordrhein-Westfalen wollen mehrheitlich einen &#246;kologisch-sozialen Kurswechsel f&#252;r ihr Land.</p>
<p>Diese Konstante hat uns ein Rekordergebnis gebracht, weil wir klar, glaubw&#252;rdig und &#252;berzeugend f&#252;r diesen Politikwechsel eingetreten sind.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>diesen Politikwechsel wird es jetzt geben!</p>
<p>Gr&#252;ne und SPD werden ihn anf&#252;hren und ihn gemeinsam mit allen gehen, die sich daran beteiligen wollen. Nat&#252;rlich im Parlament, aber auch durch den Diskurs und die Zusammenarbeit mit der gesamten Gesellschaft. Unser wunderbares Motto &#8211; macht mehr m&#246;glich &#8211; passt auch zu diesem Prozess.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>und es kann auch – dazu laden wir alle ein – eine andere, eine neue demokratische Kultur geben.</p>
<p>Denn wir werden in Nordrhein-Westfalen und f&#252;r Nordrhein-Westfalen ein politisches Wagnis eingehen, das sich f&#252;r ganz Deutschland als St&#228;rkung der Demokratie erweisen kann.</p>
<p>Ich will das jetzt auf keinen Fall &#252;berh&#246;hen. Wir alle haben sicher auch Bauchschmerzen dabei. Denn die nun von uns und der SPD angestrebte Minderheitsregierung ist ein Risiko. Aber in jedem Risiko steckt eine Chance. Und diese Chance wollen wir jetzt nutzen.</p>
<p>Wir k&#246;nnen uns auf diese Herausforderung freuen, das ja. Aber wir m&#252;ssen auch auf dem Teppich bleiben. Wir m&#252;ssen uns immer wieder vor Augen f&#252;hren: Wir haben nicht die Mehrheit. Sondern sind knapp in der Minderheit. Das muss uns in allem folgenden Tun immer bewusst sein. Das bedeutet f&#252;r eine rot-gr&#252;ne Zusammenarbeit: Immer auf die anderen zugehen, in allen Einzelfragen. Aber auch gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Transparenz und gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Demokratie. Nur dann kann die Minderheitsregierung dauerhaft agieren – und ist keine &#220;bergangsl&#246;sung, die zum Scheitern verurteilt ist.</p>
<p>Gibt es bei den anderen Fraktionen keinen Willen zur Zusammenarbeit, dann wird es schwierig, diese Minderheitsregierung zum Erfolg f&#252;r die Menschen in NRW zu machen.</p>
<p>Das ist die Herausforderung, und das ist die Chance. Und dabei kommt gerade uns eine besondere Rolle zu.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>wir sind bei der Landtagswahl angetreten, um unseren Zukunftsplan umzusetzen und Schwarz-Gelb zu stoppen.</p>
<p>Und nach wie vor gilt: Wir brauchen dringend eine gr&#252;ne &#246;kologische industrielle Revolution – weil sie unserer gesamten Gesellschaft die Zukunft er&#246;ffnet!</p>
<p>Gute Bildung mit l&#228;ngerem gemeinsamem Lernen ist der Schl&#252;ssel f&#252;r Wirtschaftsst&#228;rke, Solidarit&#228;t, Zukunftsf&#228;higkeit und soziale Gerechtigkeit.</p>
<p>NRW kann und muss der Ausgangspunkt dazu werden. Und zwar so schnell wie m&#246;glich.</p>
<p>Wenn nicht, dann verfehlen wir die Klimaschutzziele in ganz Deutschland. Schaffen keine neuen Arbeitspl&#228;tze. Verpassen den Bildungsaufbruch. Machen unsere St&#228;dte und Gemeinden nicht wieder handlungsf&#228;hig.</p>
<p>Anrede, wir haben Dank unseres gro&#223;artigen Wahlergebnisses nun 23 Abgeordnete im Landtag, die sich f&#252;r die Ziele unseres Zukunftsplans im Parlament einsetzen werden.</p>
<p>Daf&#252;r haben wir gek&#228;mpft und geackert, und das werden wir alle gemeinsam weiter tun. Eigenst&#228;ndig und selbstbewusst, aber ohne &#220;berheblichkeit.</p>
<p>Und wir werden jetzt hart daran arbeiten, so viele Inhalte so gut wie m&#246;glich in die Tat umzusetzen. Denn wir haben den Anspruch, den W&#228;hlerwillen ernst zu nehmen. Und der W&#228;hlerwille ist eindeutig: Er will einen sozial-&#246;kologischen Politikwechsel mit uns Gr&#252;nen an der inhaltlichen Spitze. NRW braucht mehr GR&#220;N!</p>
<p>Anrede, mit diesem Anspruch und dieser Einstellung sind wir in die verschiedenen Sondierungsgespr&#228;che gegangen. Sehr eng abgestimmt mit der SPD – weil von Anfang an klar war: Nur gemeinsam haben wir die Chance, diesen gew&#228;hlten und gewollten Politikwechsel auch umzusetzen.</p>
<p>Wir haben zun&#228;chst zu zweit gesprochen und uns mit der SPD auf Eckpunkte verst&#228;ndigt, die wir gemeinsam durchtragen.</p>
<p>Dann gingen Einladungen an Linkspartei und FDP – oder FDP und Linkspartei, manchen ist die Reihenfolge ja sehr wichtig!</p>
<p>Als die FDP diese Einladung zun&#228;chst ausschlug, blieb die Linkspartei.</p>
<p>Wir sind skeptisch, aber hoffnungsvoll, fair und ernsthaft in die Gespr&#228;che gegangen. Herausgekommen sind wir vor allem ern&#252;chtert. Ich selbst h&#228;tte mir so viel politische Unreife, gepaart mit einer Geschichtslosigkeit sondergleichen vorher wirklich nicht vorstellen k&#246;nnen.</p>
<p><a href="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/06/4713508505_c883241c69.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-934" title="Sylvia LDK Neuss, Juni 2010 (2)" src="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/06/4713508505_c883241c69-250x167.jpg" alt="" width="250" height="167" /></a>Diese Linkspartei war nicht bereit, sich mit ihrer eigenen Vergangenheit kritisch und nach vorne gerichtet auseinander zu setzen. Sie war nicht bereit, einem demokratischen Grundkonsens zuzustimmen – und da war die Debatte zur DDR-Vergangenheit doch nur der von ihnen selbst verursachte und bef&#246;rderte Lackmus-Test. Wer schon bei dieser Frage nicht in der Lage ist, klar, geschlossen und eindeutig demokratisch aufzutreten, der wird es in ganz anderen &#246;ffentlichen Debatten erst recht nicht schaffen. Dass die Linkspartei, und nicht nur die in NRW, ihr Verh&#228;ltnis zu unserem Staat nicht gekl&#228;rt hat, ist an ihrer Reaktion zur Kandidatur von Joachim Gauck deutlich geworden.</p>
<p>Und wenn die Partei sich dann auch noch vorbehalten will, gegen gemeinsame Beschl&#252;sse mobil zu machen, keinerlei Bereitschaft zu nachhaltiger Haushaltspolitik gezeigt hat, Parolen ohne Substanz bietet, dann ist klar: Diese Linkspartei ist &#8211; so wie sie gerade aufgestellt ist &#8211; nicht regierungsf&#228;hig. Mit dieser Linkspartei als Regierungspartner w&#228;ren wir regelm&#228;&#223;ig vorgef&#252;hrt worden.</p>
<p>Das alles war sehr ern&#252;chternd. Es brauchte in unserer Verhandlungsgruppe nach den Gespr&#228;chen eigentlich nur weniger Blicke, um festzustellen: Das sehen alle so, ausnahmslos.</p>
<p>Und trotzdem werden wir nun bei Einzelfragen immer wieder sehen, ob und wo die Linkspartei bereit ist, eben doch Verantwortung f&#252;r das gesamte Land zu &#252;bernehmen.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>nach einigen Wirrungen war die FDP dann doch noch bereit, unsere Einladung anzunehmen.</p>
<p>Auch hier sind wir, zwar mit einer gewissen Skepsis, aber ernsthaft und offen in die Gespr&#228;che gegangen.</p>
<p>Wir haben eine neue Gespr&#228;chsbasis gefunden, uns intensiv und ausf&#252;hrlich ausgetauscht.</p>
<p>Aber letztlich wurde klar: Die FDP war insgesamt nicht zur einem Politikwechsel bereit, da sa&#223;en zwei Gruppen, und bei aller teilweisen Bewegungsrhetorik blieb bis zum Schluss v&#246;llig im Nebel, wo sich denn die FDP inhaltlich tats&#228;chlich bewegen w&#252;rde.</p>
<p>Ein Aufbruch zu neuen inhaltlichen Ufern jenseits von &#8216;Privat vor Staat&#8217; war nicht erkennbar und ausdr&#252;cklich nicht gewollt. Die Frage, was liberale Politik jenseits marktradikaler Ideologie sein k&#246;nnte, hat sie nicht beantwortet. Als wir dies ganz klar einforderten, hat die FDP die Sondierungsgespr&#228;che lieber beendet, als Antworten zu geben.</p>
<p>Und deswegen, liebe Freundinnen und Freunde, stellt sich auch die Frage nach Jamaika nicht. Warum sollte die FDP pl&#246;tzlich beweglicher sein, wenn die SPD durch eine R&#252;ttgers-CDU ersetzt w&#252;rde?</p>
<p>Wir haben Jamaika vor der Wahl abgelehnt, und das war richtig, weil wir einer abgew&#228;hlten Koalition nicht als Mehrheitsbeschaffer dienen wollen. Uns geht&#8217;s dabei nicht um Farbenspiele, sondern um Inhalte.</p>
<p>Ich finde, das m&#252;ssen wir f&#252;r die Zukunft von Fall zu Fall entscheiden. Und dabei k&#246;nnen wir es uns aufgrund unserer gewonnenen St&#228;rke leisten, nicht nur eigenst&#228;ndig, sondern souver&#228;n zu agieren. Unsere Glaubw&#252;rdigkeit wird nicht leiden, wenn die Inhalte stimmen.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>nach dem Scheitern der Gespr&#228;che war die SPD am Zug. Sie musste sagen, was sie will. Und sie hat es nun getan, und ich habe gro&#223;en Respekt vor dieser Entscheidung, insbesondere auch vor der Entscheidung von Hannelore Kraft. Wenn sich Politik nachvollziehbar korrigiert, ist das ein Zeichen von St&#228;rke.</p>
<p>Wir Gr&#252;ne sind &#252;berzeugt: Diese rot-gr&#252;ne Minderheitsregierung ist angesichts der Lage jetzt f&#252;r NRW die beste, die richtige Entscheidung. Denn, liebe Freundinnen und Freunde, wir haben zwar ein Patt – aber nur eins zwischen SPD und CDU.</p>
<p>Zwischen Rot-Gr&#252;n und Schwarz-Gelb gibt es dieses Patt nicht. Weil wir Gr&#252;ne die FDP klar abgeh&#228;ngt haben.</p>
<p>Deshalb: Es gibt kein politisches Patt. Im Gegenteil: Es gibt politische Mehrheiten, die wir jetzt nutzen m&#252;ssen.</p>
<p>Wer einen echten Politikwechsel im Land will, der muss auch bereit sein, genau daf&#252;r in die Verantwortung zu treten.</p>
<p>Wer einen echten Politikwechsel im Land will, braucht eine unterst&#252;tzende Exekutive im R&#252;cken – gerade, wenn es schon im Parlament nicht zur absoluten Mehrheit reicht.</p>
<p>Wer einen echten Politikwechsel im Land will, der muss auch bereit sein, daf&#252;r ein f&#252;r Deutschland weitgehend unbekanntes Wagnis einzugehen.</p>
<p>SPD und Gr&#252;ne haben nun gemeinsam erkannt, was das Richtige f&#252;r NRW ist, was das demokratisch Gewollte ist, was durch die Verfassung legitimiert ist, und was den sozial-&#246;kologischen Politikwechsel am ehesten erm&#246;glicht.</p>
<h4>Was also mehr m&#246;glich macht in diesem Land!</h4>
<p>Und deshalb gibt es keinen Grund mehr zu z&#246;gern, sondern nach allen Gespr&#228;chen klar zu sagen: Diese Minderheitsregierung ist jetzt das Richtige f&#252;r Nordrhein-Westfalen.</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde, es gibt noch einen weiteren Grund f&#252;r diesen Schritt. Schwarz-Gelb stoppen hei&#223;t nicht nur: CDU und FDP im Land abl&#246;sen. Wir m&#252;ssen Schwarz-Gelb auch im Bund stoppen!</p>
<p>Auch daf&#252;r sind wir angetreten am 9. Mai – und haben gewonnen!</p>
<p>Auch deshalb m&#252;ssen wir einen Regierungswechsel schaffen.</p>
<p>Damit der Bundesrat den Ausstieg aus dem Atomausstieg stoppt.</p>
<p>Damit der Bundesrat den sozialen Kahlschlag stoppt.</p>
<p>Damit der Bundesrat die Kopfpauschale stoppt.</p>
<p>Auch daf&#252;r brauchen wir einen Regierungswechsel in NRW.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>ich habe es schon angesprochen: Eine Minderheitsregierung ist nicht das, was wir uns ertr&#228;umt haben, nein, beileibe nicht. Wenn wir f&#252;r alle Vorhaben Mehrheiten suchen m&#252;ssen, wird das sehr anstrengend und nicht immer erfreulich sein.</p>
<p>Aber: In einer rot-gr&#252;nen Minderheitsregierung liegt auch eine Chance. Die Chance, das Parlament zu st&#228;rken mit einer lebendigeren demokratischen Debattenkultur und dem Ringen um den richtigen Weg.</p>
<p>Dann wird sich auch beweisen, wie ernst Herrn R&#252;ttgers und der CDU die kurzzeitigen Aussagen &#252;ber eine neue Zusammenarbeit aller Parteien waren. Galt das nur so lange, wie seine CDU und er selbst Minderheits-Regierung sind? Oder gilt das grunds&#228;tzlich?</p>
<p>Im Grund geht es um die Frage: Geht es CDU und FDP um das Land? Geht es um L&#246;sungen und Mitwirkung oder Blockade? Geht es darum, Verantwortung f&#252;r das Land zu tragen?</p>
<p>Oder geht es nur darum, die eigene Macht abzusichern?</p>
<p>Diese Entscheidung ist beileibe noch nicht gefallen, auch wenn die &#196;u&#223;erungen von Minderheitsministerpr&#228;sident R&#252;ttgers am Tag der Entscheidung nichts Gutes ahnen lie&#223;en.</p>
<p>Und Chaosprofessor Pinkwart dreht erneut eine Pirouette: Da wird an einem Tag die Zusammenarbeit mir der CDU aufgek&#252;ndigt und die Eigenst&#228;ndigkeit ausgerufen, um dann &#8211; direkt nach der Entscheidung &#8211; ohne die Fraktion &#252;berhaupt zu fragen verk&#252;ndet, dass die FDP geschlossen R&#252;ttgers zum MP w&#228;hlen werde. Dabei wussten die noch gar nicht, ob der &#252;berhaupt antritt. &#8211; Soviel zur Konsistenz der FDP, Anrede.</p>
<p>Aber die Strategie ist eine andere: Sie wollen uns in die Zusammenarbeit mit der Linkspartei zwingen, um uns dann daf&#252;r zu gei&#223;eln! Sie haben die Herausforderung des F&#252;nf-Parteiensystems offenbar noch nicht verstanden! Sie spucken Gift und Galle, teilweise mit &#252;belster Demagogie. &#8211; Ich empfehle ein Gegengift: L&#228;cheln.</p>
<p>Ich hoffe sehr, dass CDU und FDP sich nicht dauerhaft verweigern, sondern mitmachen bei der anstehenden sozial-&#246;kologischen Erneuerung von Nordrhein-Westfalen. Denn dann kann eine Minderheitsregierung mit wechselnden Mehrheiten im Parlament eine Chance f&#252;r das Land und die Demokratie sein. Eine St&#228;rkung des Parlaments und des freien Mandats. Eine Chance f&#252;r alle Parteien, gemeinsam etwas gegen Partei- und Politikverdrossenheit zu tun.</p>
<p>Das ist eine vage Hoffnung. Vage, weil gepr&#228;gt von Jahren der Konfrontation, von alten Mustern Regierung gegen Opposition – egal, wer regiert. Hoffnung, gen&#228;hrt von ernsthaften und offenen Sondierungsgespr&#228;chen in der j&#252;ngsten Zeit.</p>
<p>Wenn wir diese Gespr&#228;chsbasis am Leben erhalten, kann eine Minderheitsregierung im F&#252;nf-Parteien-System mehr als eine Notl&#246;sung sein. Diese Chance wollen wir wagen. Es ist eine Chance auf mehr Miteinander, mehr Sachlichkeit, mehr Inhaltlichkeit.</p>
<p>Warum sollen wir, Gr&#252;ne und SPD, nicht gemeinsam mit Abgeordneten der FDP f&#252;r einen besseren Datenschutz sorgen, f&#252;r mehr B&#252;rgerrechte?</p>
<p>Warum sollen wir, Gr&#252;ne und SPD, nicht gemeinsam mit der CDU endlich den Antrag zur Inklusion auf den Weg bringen?</p>
<p>Und warum sollen wir, Gr&#252;ne und SPD, nicht gemeinsam mit Abgeordneten der Linkspartei f&#252;r mehr Arbeitnehmerrechte sorgen?</p>
<p>Warum sollen wir, Gr&#252;ne und SPD, nicht sogar gemeinsam mit Abgeordneten der CDU und der Linkspartei unser Stadtwerkerettungsgesetz verabschieden?</p>
<p>Und an die Adresse von Herrn Laschet: Will sich die CDU ernsthaft der weiteren Arbeit an der gemeinsamen Integrationsoffensive verweigern, nachdem Herr Laschet f&#252;nf Jahre lang als Integrationsminister Verantwortung f&#252;r dieses Bereit getragen hat?</p>
<p>Und wollen sich CDU und FDP dem &#252;berf&#228;lligen Umbau des Schulsystems wirklich verweigern? Hab ich da nicht was geh&#246;rt von Herrn R&#252;ttgers &#252;ber einen Entwicklungsprozess, der auf zehn Jahre angelegt sein m&#252;sse? Der aber den Schulfrieden w&#228;hren m&#252;sse? Und ich habe mir die Interviews beiseite gelegt, in denen Herr Krautscheid von den erweiterten kommunalen Entscheidungsm&#246;glichkeiten in Sachen innovativer Schulentwicklung! Oder galt das alles nur f&#252;r den Fall einer Gro&#223;en Koalition?</p>
<p>Ich fordere Sie auf, Herr R&#252;ttgers, Herr Pinkwart, gehen Sie diesen Weg nicht! &#8211; Es geht um die Weiterentwicklung und die Zukunft Nordrhein-Westfalens, nicht um Farbenspiele!</p>
<p>Anrede, und wenn es um die Frage der Stabilit&#228;t geht, frage ich Euch: Was ist denn stabiler: Eine schwarz-gelbe Minderheitsregierung mit 80 Abgeordneten im Landtag, oder eine rot-gr&#252;ne Minderheitsregierung mit 90 Abgeordneten?</p>
<p>&#220;brigens: Ist diese hoch zerstrittene, handlungsunf&#228;hige schwarz-gelbe Bundesregierung mit ihrer satten Mehrheit der Mandate stabil? Ich verspreche Euch: Den Wettstreit mit dem Trio Merkel/Westerwelle/Seehofer nimmt das Duo Kraft/L&#246;hrmann gerne auf, und den wollen wir gewinnen! Wir k&#246;nnen uns gegenseitig offen unsere Meinung sagen, ohne uns pers&#246;nlich zu verletzen.</p>
<p>Die NRW-Landesverfassung sieht ausdr&#252;cklich die Bildung einer Minderheitsregierung vor. F&#252;r die Wahl von Hannelore Kraft zur Ministerpr&#228;sidentin ben&#246;tigen SPD und Gr&#252;ne keine Stimme irgendeines Abgeordneten einer anderen Fraktion.</p>
<p>Die Minderheitsregierung f&#252;hrt unter den gegebenen Bedingungen in NRW zu klaren Verh&#228;ltnissen.</p>
<p>Sie ist Chance und Risiko. Aber: wer nicht wagt, der nicht gewinnt.</p>
<p>Ich habe mit Joachim Gauck begonnen und will mit ihm schlie&#223;en.</p>
<p>In seiner &#8220;Berliner Rede zur Freiheit&#8221;, veranstaltet von der Friedrich-Naumann-Stiftung, sagt er: &#8220;Ich aber w&#252;nsche mir Mitb&#252;rgerinnen und Mitb&#252;rger, die lieber irren, wenn sie Initiative ergreifen und einen neuen Weg gehen, als solche, die nie an etwas schuld sind.&#8221;</p>
<p>In diesem Sinne, liebe Freundinnen und Freunden, nehmen wir uns die Freiheit, in Verantwortung vor den Menschen in Nordrhein-Westfalen zu neuen Ufern aufzubrechen.</p>
<p>Also: Lasst uns Neues wagen, lasst uns f&#252;r und mit den Menschen mehr m&#246;glich machen!</p>
<p>Daf&#252;r bitte ich heute um Euer Vertrauen.</p>
<p>Die Gemeinschaftsleistung GR&#220;N geht weiter! &#8211; Ich danke Euch.</p>
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		<title>Jetzt kommt es auf den Schlussspurt an!</title>
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		<pubDate>Mon, 03 May 2010 08:39:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia Löhrmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rede Sylvia L&#246;hrmann zum Landesparteirat Gr&#252;ne NRW, Essen, 02.05.2010




 



Videomitschnitt und Auswahl von J&#246;rg Benter
Sylvia L&#246;hrmanns Manuskript hier im Wortlaut

 



Es gilt das gesprochene Wort!
Liebe Freundinnen und Freunde,
gestern haben viele Gr&#252;ne auf den DGB-Kundgebungen Flagge gezeigt:

f&#252;r mehr soziale Gerechtigkeit in NRW, f&#252;r gute Arbeit und Arbeitnehmerrechte,
f&#252;r einen Staat, der verl&#228;ssliche Einnahmen braucht, damit er f&#252;r seine B&#252;rgerinnen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Rede Sylvia L&#246;hrmann zum Landesparteirat Gr&#252;ne NRW, Essen, 02.05.2010</h2>
<table border="0">
<tbody>
<tr>
<td><p><a href="http://sylvia-loehrmann.de/828/jetzt-kommt-es-auf-den-schlussspurt-an/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p></td>
<td> </td>
</tr>
<tr>
<td>
<h4 style="text-align: center;">Videomitschnitt und Auswahl von J&#246;rg Benter</h4>
<p style="text-align: center;">Sylvia L&#246;hrmanns Manuskript hier im Wortlaut</p>
</td>
<td> </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Es gilt das gesprochene Wort!</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>gestern haben viele Gr&#252;ne auf den DGB-Kundgebungen Flagge gezeigt:</p>
<ul>
<li>f&#252;r mehr soziale Gerechtigkeit in NRW, f&#252;r gute Arbeit und Arbeitnehmerrechte,</li>
<li>f&#252;r einen Staat, der verl&#228;ssliche Einnahmen braucht, damit er f&#252;r seine B&#252;rgerinnen und B&#252;rger, Verb&#228;nde und Wirtschaft eine zukunftsf&#228;hige Infrastruktur vorhalten kann.</li>
</ul>
<p>Darum ging es nat&#252;rlich gestern auch in Solingen.</p>
<p>Aber, in Solingen ging es gestern um mehr, Anrede.<a href="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/05/4570870580_2d40ed6ce8_b.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-829" title="Sylvia LPR 02052010" src="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/05/4570870580_2d40ed6ce8_b-250x167.jpg" alt="" width="250" height="167" /></a></p>
<p>Nach Solingen hatten gestern sowohl Pro-NRW als auch die NPD-Kundgebungen im Vorfeld der Landtagswahl gelegt. Ausgerechnet in die Stadt, in der 1993 ein rassistischer Brandanschlag auf eine t&#252;rkischst&#228;mmige Familie ver&#252;bt wurde, bei dem f&#252;nf M&#228;dchen und Frauen ermordet wurden.</p>
<p>Die Solinger Zivilgesellschaft, der gesamte Solinger Stadtrat hat sich in einem B&#252;ndnis &#8220;Bunt statt Braun&#8221; zusammengetan und den Nazis die rote Karte gezeigt: mit Reden der Kirchen und Gewerkschaften, mit Musik und Tanz, mit zivilen, kreativen Mitteln und friedlichen Blockaden.</p>
<p>Wie in Marxloh vor einigen Wochen ist auch in Solingen deutlich geworden: Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, sie geh&#246;ren dazu, die Rechten, die Nazis, die sind fremd.</p>
<p>Und ich hoffe, dass das auch bei der Landtagswahl f&#252;r ganz Nordrhein-Westfalen deutlich wird: rechtsgerichtete, fremdenfeindliche Parteien k&#246;nnen in diesem Land nicht Fu&#223; fassen. Das gelingt umso mehr, je h&#246;her die Wahlbeteiligung ist. Also gilt es auch aus diesem Grund, f&#252;r die Landtagswahl zu mobilisieren.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>auch wenn wir noch eine harte Woche vor uns haben und noch nicht am Ziel sind, ich m&#246;chte es auch heute schon einmal loswerden: der Wahlkampf l&#228;uft aus meiner Sicht grandios.</p>
<p>Die Termine, die Touren, die Veranstaltungen sind tip-top vorbereitet &#8211; von der Landesgesch&#228;ftsstelle, von den Kreisverb&#228;nden, von den Kandidatinnen und Kandidaten und ihren jeweiligen Teams. Die Gr&#252;nen aus Bund und Europa unterst&#252;tzen uns tatkr&#228;ftig und vorbehaltlos.</p>
<p>F&#252;r all das sage ich schon mal ganz, ganz herzlichen Dank. Das ganze ist zwar eine Mordsarbeit, aber es macht auch Riesenspa&#223;. &#8211; Mir zumindest!</p>
<p>Anrede,</p>
<p>wir k&#246;nnen jetzt nur noch einen Fehler machen! &#8211; Denken, dass das Rennen schon gelaufen ist! &#8211; Denken, dass gute Umfrageergebnisse gute Wahlergebnisse sind!</p>
<p><a href="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/05/4570881392_e232282b4c_b.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-830" title="LPR 02052010" src="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/05/4570881392_e232282b4c_b-250x167.jpg" alt="" width="250" height="167" /></a>Lasst uns diesen Fehler nicht machen! Die einzigen Umfrageergebnisse, die mich noch interessieren, sind die, die bis n&#228;chsten Sonntag um 18.00 Uhr in den Wahlurnen sind.</p>
<p>Das Rennen ist offen, es gibt ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Also gilt: K&#228;mpfen bis zur letzten Minute.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>der marktradikale Spuk von CDU und FDP ging von NRW aus. Am 9. Mai haben die Menschen in NRW die Chance, diese Politik in NRW zu stoppen und auch f&#252;r die gesamte Republik den Anfang vom Ende der immer weitergehenden Spaltung der Gesellschaft einzuleiten.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>ich muss uns einfach mal selber loben. Unser Programm ist Gold wert. Wir haben mit unserem Zukunftsplan ein wirklich hervorragendes Programm f&#252;r Nordrhein-Westfalen entworfen. Und wir sind die einzige Partei, die so einen umfassenden Plan zu bieten hat.</p>
<p>Weil wir wissen: Die Ursachen der vielf&#228;ltigen Krisen sind verbunden. Wir k&#246;nnen sie auch nur zusammen l&#246;sen.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>wo stellt sich diese Landesregierung denn den gro&#223;en Herausforderungen?</p>
<p>Wo f&#228;ngt sie denn an, die Krisen zusammen zu denken?</p>
<p>Der Kampf gegen den Klimawandel bietet riesige Chancen f&#252;r eine neue Wirtschafts- und Finanzpolitik. Deshalb brauchen wir so dringend eine gr&#252;ne &#246;kologische industrielle Revolution – weil sie unsere gesamte Gesellschaft auf die Zukunft vorbereitet!</p>
<p>Gute Bildung mit l&#228;ngerem gemeinsamem Lernen ist der Schl&#252;ssel f&#252;r Wirtschaftsst&#228;rke, Solidarit&#228;t, Zukunftsf&#228;higkeit, soziale Gerechtigkeit.</p>
<p>NRW kann und muss der Ausgangspunkt dazu werden.</p>
<p>Wenn nicht, dann verfehlen wir die Klimaschutzziele in ganz Deutschland. Schaffen keine neuen Arbeitspl&#228;tze. Verpassen den Bildungsaufbruch. Machen unsere St&#228;dte und Gemeinden nicht wieder handlungsf&#228;hig.</p>
<p>Deshalb: Ein GREEN NEW DEAL, unser Gr&#252;ner Zukunftsplan f&#252;r NRW. Wir sind die einzige Partei, die ein konkretes Arbeitsplatzbeschaffungsprogramm f&#252;r 200.000 Arbeitspl&#228;tze vorgelegt hat.</p>
<p>Beispiel: Kraft-W&#228;rme-Kopplung. Gerade NRW ist wegen dichter Besiedelung daf&#252;r hervorragend geeignet. Aber nichts passiert.</p>
<p>Neue Kohlekraftwerke dagegen sind schon bei der Grundsteinlegung veraltet.<a href="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/05/4570233277_eb54a4ed0f_b.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-832" title="LPR 02052010" src="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/05/4570233277_eb54a4ed0f_b-250x167.jpg" alt="" width="250" height="167" /></a></p>
<p>Kohlekraftwerke blockieren die Erneuerbaren.</p>
<p>Die Kohlepolitik der SPD ist mit Verstand nicht zu erkl&#228;ren. Die m&#252;ssen vom lieben Gott ein &#8220;Kohle-Gen&#8221; zuviel bekommen haben.</p>
<p>Wir Gr&#252;ne sind die Garanten, um CO2-Schleudern zu verhindern.</p>
<p>Wir Gr&#252;ne sind die Garanten des Industriestandortes NRW.</p>
<p>Wer politisch in NRW f&#252;r Atomkraft k&#228;mpft, f&#246;rdert eine Industriesparte, die in NRW seit Jahrzehnten Subventionen kostet, aber nichts einbringt.</p>
<p>Wer politisch in NRW f&#252;r Kohle k&#228;mpft, f&#246;rdert eine Industriesparte, die viel gebracht hat, aber ohne Zukunft ist.</p>
<p>Man kann es nicht oft genug sagen, Anrede:</p>
<p>Nicht nur das atomare Zeitalter ist vorbei, auch das Ende des fossilen Zeitalters muss eingeleitet werden. Wie wichtig das ist, f&#252;hrt uns gerade die Katastrophe im Golf von Mexiko vor Augen. Anrede, wer das sieht, wei&#223;, wir m&#252;ssen aufh&#246;ren, zu versuchen, noch den letzten Tropfen Erd&#246;l aus den Meerestiefen zu pressen.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>auch ideale Bildung ist ein zentrales Ziel unseres Zukunftsplans.</p>
<p>Gute Bildung schafft:</p>
<p>Chancengleichheit, Gerechtigkeit, Demokratie, sozialen Zusammenhalt, pers&#246;nliche Zukunft und Zukunft Nordrhein-Westfalens.</p>
<p>Einige von Euch werden die Elefantenrunde gesehen haben. Ich muss sagen: Ich bin wirklich immer wieder schockiert &#252;ber die ideologische Borniertheit von CDU und FDP.</p>
<p>Warum wollen die nicht mal zulassen, dass sich die Kommunen auf den Weg zu einer neuen Schule machen, wenn das alle vor Ort im Konsens wollen?</p>
<p>Warum schauen die so wenig in die Realit&#228;t vor Ort?</p>
<p><a href="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/05/4570273021_80e7a7411f_b.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-833" title="LPR 02052010" src="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/05/4570273021_80e7a7411f_b-250x167.jpg" alt="" width="250" height="167" /></a>Warum lassen die an dieser entscheidenden Stelle nicht endlich mehr Freiheit zu?</p>
<p>Oder Studiengeb&#252;hren. Die verteidigen das mit ihrem Stipendiensystem.</p>
<p>Etwa 400.000 Studierende in NRW m&#252;ssen die unsoziale Uni-Maut blechen, 1.400 bekommen ein Stipendium, das sind sage und schreibe 0,3 Prozent. Herzlichen Gl&#252;ckwunsch, Herr Pinkwart! Aber der grinst sich sogar solche Zahlen sch&#246;n!</p>
<p>Anrede,</p>
<p>unser Gr&#252;ndungsgedanke, unser politischer Markenkern ist und bleibt der Schutz der Umwelt und der Menschen.</p>
<h3>&#8220;Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt.&#8221;</h3>
<p>Und das schreiben wir nicht nur auf Papier, wie einige andere Parteien, sondern wir stehen auch wirklich an der Seite von Umwelt und Menschen, wenn es hart auf hart kommt.</p>
<p>Ich sage nur:</p>
<ul>
<li>Kohlekraftwerk Datteln</li>
<li>Flugl&#228;rm und Nachtfl&#252;ge K&#246;ln/Bonn oder D&#252;sseldorf</li>
<li>BAYER-CO-Pipeline</li>
<li>Mastanlagen im M&#252;nsterland</li>
<li>Kiesraubbau am Niederrhein</li>
<li>PFT-Belastung in der Ruhr</li>
</ul>
<p>Da, wo vor Ort die Menschen f&#252;r Umwelt- und Menschenschutz k&#228;mpfen, da stehen wir an ihrer Seite.</p>
<p>Wir stehen an der Seite derer, die durch Dr&#252;ckermethoden am Bankschalter betrogen werden. Die durch Telefonabzocke bel&#228;stigt werden.</p>
<p>Wir stehen auch f&#252;r eine neue Mobilit&#228;t.</p>
<p>F&#252;r den Vorrang f&#252;r Busse und Bahnen und f&#252;r den Radverkehr.</p>
<p>Auch das ist Klima- und Gesundheitsschutz.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>es geht am kommenden Sonntag auch darum, wie es mit der sozialen Gerechtigkeit in Deutschland weitergeht.</p>
<p>Gibt es noch mehr soziale Spaltung durch Westerwelle und seine marktradikalen Spezies?</p>
<p>Oder gibt es von Nordrhein-Westfalen aus ein klares Signal, die Politik der sozialen Spaltung zu beenden!</p>
<p>Wie wichtig dieses Signal ist, zeigt ein Blick zum derzeitigen Krisenherd Nummer Eins in Europa: Griechenland.</p>
<p>Ja, die soziale Spaltung Griechenlands ist ein Hauptgrund f&#252;r die immense Verschuldung.</p>
<ul>
<li>Die Politik hat ihre Klientel beg&#252;nstigt – wie die FDP es tut.</li>
<li>Es gab Steuerflucht zu Hauf – mit solchen Steuers&#252;ndern schm&#252;ckt sich auch FDP-Chef Westerwelle.</li>
<li>Die Reichen wurden immer reicher und haben aufgeh&#246;rt, das Land als Ganzes zu unterst&#252;tzen. Sie haben keine Steuern mehr bezahlt und so Griechenland fast in die Pleite getrieben.</li>
</ul>
<p>Und warum ist das alles nun explodiert? Weil Spekulanten auf den Staatsbankrott wetten und damit Geld verdienen.</p>
<p>Und weil die deutsche Bundesregierung seit Monaten die Hilfe f&#252;r Griechenland verz&#246;gert. Schon im Januar war klar, Griechenland braucht unsere Hilfe, aber Frau Merkel sagte &#8220;njet&#8221;. Sie wollte sich und ihre schwarz-gelbe Regierung wie bei vielen anderen Vorhaben auch erstmal &#252;ber die NRW Wahl retten.</p>
<p>Machterhalt vor Probleml&#246;sung.</p>
<p>Machterhalt vor Verantwortung.</p>
<p>Machterhalt vor Wahrhaftigkeit.</p>
<p>Dieses Aussitzen bezogen auf Griechenland ist Populismus, der nicht nur Griechenland, sondern auch uns schadet. Heute sind wir erpressbar, weil die Lage in Griechenland noch viel dramatischer ist als im Januar.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>und wie verh&#228;lt sich in dieser Frage der europ&#228;ischen Politik die Partei, die den deutschen Au&#223;enminister stellt? Sie benutzt die Krise Griechenlands f&#252;r eine widerliche Stimmungsmache zugunsten eigener parteipolitischer Ziele. Und allen voran, Andreas Pinkwart, auf den Spuren J&#252;rgen M&#246;llemanns.</p>
<p>Wurde er von Guido Westerwelle zur&#252;ckgepfiffen? &#8211; Nein! Das zeigt in aller Deutlichkeit: Nach der Marktradikalisierung der FDP folgt jetzt noch der Nationalchauvinismus.</p>
<p>Diese Partei, Anrede, muss einfach raus aus der Regierung!</p>
<p>Uns Gr&#252;nen ist klar, wir m&#252;ssen Griechenland unterst&#252;tzen – weil wir damit ganz Europa st&#252;tzen, auch im eigenen Interesse.</p>
<p><a href="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/05/4570235907_5c09d92b00_b.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-834" title="LPR 02052010" src="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/05/4570235907_5c09d92b00_b-250x167.jpg" alt="" width="250" height="167" /></a>Auch in schwierigen Zeiten m&#252;ssen wir europ&#228;isch denken. Das hei&#223;t: europ&#228;ische Solidarit&#228;t, das hei&#223;t aber auch: europ&#228;isches Handeln. Wir m&#252;ssen europaweit diese Spekulationen auf Staatsbankrotte unterbinden. Wir m&#252;ssen eine europaweite Finanztransaktionssteuer einf&#252;hren. Nur so tragen diejenigen die Kosten f&#252;r das Griechenland-Desaster, die es heraufbeschworen haben. Wir m&#252;ssen Br&#252;ssel Kontrollkompetenzen geben.</p>
<p>Und hier bei uns, Anrede, m&#252;ssen wir verhindern, dass in Deutschland die soziale Schere zwischen Oben und Unten immer weiter aufgeht.</p>
<p>F&#252;r uns in NRW hei&#223;t das:</p>
<h3>Wir m&#252;ssen endlich die Kinderarmut wirksam bek&#228;mpfen.</h3>
<p>800.000 Kinder und Jugendliche sind in NRW von Armut betroffen.</p>
<p>Alle Menschen brauchen:</p>
<ul>
<li>Bildung und Arbeit,</li>
<li>ein ausreichendes Einkommen,</li>
<li>Schutz vor gesundheitlichen Risiken,</li>
<li>eine solidarische Absicherung der Kosten von Krankheit, Behinderung und Pflege.</li>
</ul>
<p>Und es gibt f&#252;r uns einen engen Zusammenhang zwischen sozialer Gerechtigkeit und anderen Politikbereichen: Neue Arbeitspl&#228;tze durch den Green New Deal, gute Bildung f&#252;r Alle. Bildung ist der beste Schutz vor Armut.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>und die zunehmende soziale Spaltung zeigt sich auch bei unseren St&#228;dten und Gemeinden.</p>
<p>Die brauchen genug Finanzmittel.</p>
<p>F&#252;r Schwimmb&#228;der und Theater, Schulen und Kindertagesst&#228;tten, Busse und Bahnen, Radwege und Sanierung.</p>
<h4>Deshalb brauchen wir einen Rettungsschirm f&#252;r unsere St&#228;dte und Gemeinden!</h4>
<p>Das verspricht nun auch die schwarz-gelbe Regierung &#8211; das ist lachhaft!</p>
<p>R&#252;ttgers und Pinkwart waren es doch, die den gr&#246;&#223;ten Raubzug aller Zeiten durch die kommunalen Kassen zu verantworten haben. Und nachdem sie unisono die Probleme immerzu geleugnet und als selbstverschuldet bezeichnet haben, kommen jetzt &#8211; kurz vor der Wahl &#8211; die Krokodilstr&#228;nen und windelweiche Hilfszusagen. Das ist durchsichtig, das sind v&#246;llig wertlose Versprechen. Nein, Anrede, f&#252;r Zusagen nach dem Motto: &#8220;Wenn Mutti zahlt, tu ich auch noch was dazu!&#8221; k&#246;nnen unsere Kommunen sich nichts kaufen. Die brauchen konkrete Zusagen, keinen neuen Verschiebebahnhof.</p>
<p>Anrede,</p>
<p><a href="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/05/4570246983_14e05f11ab_b.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-836" title="LPR 02052010" src="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/05/4570246983_14e05f11ab_b-250x167.jpg" alt="" width="250" height="167" /></a>wir Gr&#252;ne wollen gemeinsam mit allen Menschen ein nachhaltiges, bildungsgerechtes und sozial gerechtes Nordrhein-Westfalen schaffen. Daf&#252;r machen wir Wahlkampf. Daf&#252;r machen wir Politik. Daf&#252;r werben wir um das Vertrauen der Menschen.</p>
<p>Daf&#252;r steht unser Zukunftsplan.</p>
<p>Deshalb k&#228;mpfen wir f&#252;r Gr&#252;n Pur. F&#252;r eine gr&#252;ne industrielle Revolution, f&#252;r ideale Bildung, f&#252;r soziale Gerechtigkeit, f&#252;r starke Kommunen.</p>
<p>Es bleibt dabei: Gr&#252;ne Inhalte gehen am ehesten mit der SPD. Das wissen wir. Deshalb ist die SPD unser Wunschpartner. Aber, wir k&#228;mpfen f&#252;r Gr&#252;n und wollen dann rot-gr&#252;n. Nicht umgekehrt.</p>
<p>Machen wir uns nichts vor:</p>
<p>Es sind nicht alle Clements aus der SPD ausgetreten. Sie hocken noch hinter ihren B&#252;schen und warten nur darauf, dass die SPD wieder an die Macht kommt. Medienberichten zufolge werben Steinbr&#252;ck, Farthmann und Konsorten ganz offen f&#252;r die gro&#223;e Koalition.</p>
<p>Deshalb braucht es f&#252;r rot-gr&#252;n starke Gr&#252;ne, die f&#252;r Umweltschutz, f&#252;r Klimaschutz, f&#252;r neue Bildung, f&#252;r soziale Gerechtigkeit k&#228;mpfen – und gegen eine Industriepolitik, die auf &#252;berdimensionierte Gro&#223;projekte setzt, statt auf einen Green New Deal, von dem Mittelstand und Handwerk profitieren.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>eine Schule mit Chancen f&#252;r alle Kinder &#8211; im Konsens mit den Beteiligten vor Ort entwickelt &#8211; und zukunftsf&#228;hige Energiepolitik, die das Klima sch&#252;tzt, gibt es nur mit starken Gr&#252;nen.</p>
<p>Ich sp&#252;re im Land, jetzt auf der Zielgeraden unseres Wahlmarathons: Es ist zu schaffen!</p>
<p>Wir k&#246;nnen zweistellig werden, unsere Position als dritte Kraft ausbauen und die CDU-FDP-Regierung abl&#246;sen.</p>
<p>Aber es geht nicht nur um einen Etappensieg, der endlich wieder gr&#252;ne Politik f&#252;r NRW bringt.</p>
<p>Es geht bei dieser Wahl auch um den Gesamtsieg. Wenn wir hier CDU und FDP abl&#246;sen, dann ist auch ihre Mehrheit im Bundesrat dahin.</p>
<p>Dann bleibt es beim von uns m&#252;hsam ausgehandelten Atomausstieg.</p>
<p>Dann bleibt es beim solidarischen Gesundheitssystem, gegen das die FDP und nun auch der Laumann vom so genannten Sozialfl&#252;gel der CDU mit der Kopfpauschale angeht.</p>
<p>Und dann gibt es keine weiteren Milliarden-Steuergeschenke.</p>
<p>Wir k&#246;nnen mit einem Sieg in einer Woche dieses dreifache Stoppsignal setzen:</p>
<p>Stopp zur unbeherrschbaren Atomkraft.</p>
<p>Wer Hand an diesen Kompromiss legt, gef&#228;hrdet den sozialen Frieden in diesem Land.</p>
<p>Stopp zur unsozialen Kopfpauschale. Wir wollen keine amerikanischen Verh&#228;ltnisse im Gesundheitssystem. Obama versucht es gerade zu &#252;berwinden, die FDP will es einf&#252;hren.</p>
<p>Stopp zu verantwortungslosen Steuergeschenken. Die FDP will wieder ihre Klientel, die Besserverdienenden, beg&#252;nstigen. Auf der Strecke bleiben all die Menschen, die jeden Cent zwei- oder dreimal umdrehen m&#252;ssen.</p>
<p>Zur Stimmung gegen Schwarz-Gelb im Bund hat R&#252;ttgers gesagt: Ich bin der Denkzettel. Ich sage nur: R&#252;ttgers ist nicht der Denkzettel, R&#252;ttgers kriegt den Denkzettel.</p>
<p>Wir wollen, dass NRW wieder das soziale Gewissen Deutschlands wird und nicht die Blaupause f&#252;r Sozialabbau bleibt.</p>
<p>Wir wollen, dass in NRW zukunftsf&#228;hige Jobs entstehen und dieses Land wieder das soziale Gewissen Deutschlands wird. Die NRW-FDP darf nicht weiter das Drehbuch f&#252;r den bundesweiten Sozialabbau schreiben.</p>
<p>Diese Ziele sind zum Greifen nah.</p>
<p>Denn die Menschen merken: F&#252;r einen echten Politikwechsel, kommt es entscheidend auf uns GR&#220;NE an.</p>
<p>Seit Anfang Januar bin ich auf Wahlkampftour durchs Land. Und ich sp&#252;re: Die Menschen sind offen f&#252;r GR&#220;N. Sie wollen eine sachorientierte, kompetente Zukunftspolitik! Sie wollen, dass sich was &#228;ndert. Sie wollen, dass wir mehr m&#246;glich machen.</p>
<p>Deshalb k&#228;mpfen wir bis zum Schluss. Mit unserem ganz besonderen Wahlkampfh&#246;hepunkt. Wir machen nicht eine zentrale Abschlusskundgebung, wir machen 72 Stunden wach. Dezentral, an vielen Orten und im Netz!</p>
<h4>Die Losung lautet: Zweitstimme f&#252;r GR&#220;N!</h4>
<p><a href="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/05/4570274833_622d9ebb4b_b.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-831" title="Sylvia LPR 02052010" src="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/05/4570274833_622d9ebb4b_b-685x459.jpg" alt="" width="685" height="459" /></a></p>
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		<title>K&#228;mpfen bis zum Schluss</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 14:38:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia Löhrmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rede beim Gr&#252;nen L&#228;nderrat NRW am 25.4.2010
Debatte zur Aktuellen Lage
Sylvia L&#246;hrmann MdL, Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin NRW

Es gilt das gesprochene Wort!
Liebe Freundinnen und Freunde,
herzlich willkommen hier in K&#246;ln, genauer gesagt, K&#246;ln-Ehrenfeld. Das sage ich deshalb, weil wir hier in einer der gr&#252;nen Hochburgen sind. Bei allen drei vergangenen Wahlen. Und sicher auch bei der kommenden!
Bis dahin ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Rede beim Gr&#252;nen L&#228;nderrat NRW am 25.4.2010</h2>
<h2>Debatte zur Aktuellen Lage</h2>
<h4>Sylvia L&#246;hrmann MdL, Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin NRW</h4>
<p><span id="more-807"></span></p>
<p>Es gilt das gesprochene Wort!</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>herzlich willkommen hier in K&#246;ln, genauer gesagt, K&#246;ln-Ehrenfeld. Das sage ich deshalb, weil wir hier in einer der gr&#252;nen Hochburgen sind. Bei allen drei vergangenen Wahlen. Und sicher auch bei der kommenden!</p>
<p>Bis dahin sind es noch 14 Tage. Bis Schwarz-Gelb gestoppt wird. Bis wir Schwarz-Gelb stoppen. Nein, bis die Menschen in Nordrhein-Westfalen Schwarz-Gelb stoppen.</p>
<p>Und das ist bitter n&#246;tig. In Nordrhein-Westfalen haben die &#8220;Privat-vor-Staatler&#8221; von CDU und FDP f&#252;nf Jahre lang die  Zukunft verspielt.</p>
<h4>Der Klimaschutz ist keinen Millimeter vorw&#228;rts gekommen:</h4>
<p>•	In Zukunftsregionen werden Geb&#228;ude systematisch energetisch saniert &#8211; aber nicht in Nordrhein-Westfalen.</p>
<p>•	In Zukunftsregionen werden modernste Windr&#228;der gebaut &#8211; aber nicht in Nordrhein-Westfalen.</p>
<p>•	In Zukunftsregionen setzen Ballungsr&#228;ume auf Kraft-W&#228;rme-Kopplung – aber nicht Nordrhein-Westfalen.</p>
<p>•	Zukunftsregionen bereiten sich auf das Ende des fossilen Zeitalters vor – aber nicht Nordrhein-Westfalen.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>bei CDU und FDP in NRW sind Leute f&#252;r Klimaschutz zust&#228;ndig, die davon reden, dass es auf dem Mars ja auch Klimawandel gibt &#8211; also k&#246;nne der Klimawandel mit dem Menschen nichts zu tun haben; oder die davon reden, dass der Mensch kein Anrecht auf ein gleichm&#228;&#223;iges Klima habe.</p>
<p>CDU und FDP haben es f&#252;nf Jahre lang nicht geschafft, ein Energiekonzept f&#252;r Nordrhein-Westfalen vorzulegen. F&#252;nf Jahre Totalausfall!</p>
<p>Nur eines ist f&#252;r die konzeptlosen Konservativen und Marktradikalen klar: Atomkraft muss l&#228;nger laufen. Kein Konzept, Hauptsache Atomkraft.</p>
<p>Und hier in NRW? Da setzt der so genannte Innovationsminister, der Pirouetten-K&#246;nig Pinkwart, sogar auf neue Atomkraftwerke. Und R&#252;ttgers? Der eiert herum, getreu seiner Devise: allen wohl und keinem wehe. So ist das, wenn man keinen Zukunftsentwurf hat. Und wahrscheinlich bildet sich J&#252;rgen R&#252;ttgers ein, in gro&#223;en Schritten auf uns zuzugehen, wenn die Reaktorkuppeln gr&#252;n angestrichen werden!  &#8211; So wird das nichts, Herr R&#252;ttgers!</p>
<p>Anrede, uns geht es bei der Verteidigung des Atomausstiegs &#8211; und was war das gestern f&#252;r ein wunderbares, kraftvolles Zeichen, wo die Menschen in unserem Land stehen! &#8211; nicht nur um das Gefahrenpotential dieser Risikotechnologie. Nein, liebe Freundinnen und Freunde, uns geht es auch uns gerade um den Industriestandort Nordrhein-Westfalen.</p>
<p>Heute sind es CDU und FDP, die das Industrieland NRW gef&#228;hrden: Die Zukunft der Industrie ist gr&#252;n &#8211; das wei&#223; Ban Ki Moon, das wei&#223; Al Gore, das wei&#223; Horst K&#246;hler. Denn nur wenn das Energieland Nr. 1, und das ist nun mal NRW, Vorreiter wird in Sachen Klimaschutz und Energiewende, sind die Klimaschutzziele Deutschlands &#252;berhaupt realistisch.</p>
<p>Und darum, Anrede: Der 9. Mai muss ein klares Stopp-Signal setzen: Keine Laufzeitverl&#228;ngerung f&#252;r Schwarz-Gelb! In jeder Beziehung!</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<h4>auch in der Bildungspolitik haben CDU und NRW jegliche Bodenhaftung verloren.</h4>
<p>Ich nenne nur die Stichpunkte: Qualit&#228;tsabbau in den Kinderg&#228;rten; Versch&#228;rfung der sozialen Selektion durch Turbo-Abi, Kopfnoten, Hauptschuloffensive. Alles in den Sand gesetzt, Chaos vor Ort produziert, Kinder unter Dauerdruck und Dauerstress gestellt; und mit Studiengeb&#252;hren den Zugang zur Hochschule f&#252;r junge M&#228;nner und Frauen, die es nicht so dicke haben, erschwert.</p>
<p>Und das Schlimmste: Die sind einfach nicht bereit, von ihren bornierten Ideologien abzur&#252;cken, wissenschaftliche Erkenntnisse wahrzunehmen, die Entwicklung in anderen Bundesl&#228;ndern nachzuvollziehen oder einfach nur die Abstimmung mit den F&#252;&#223;en zur Kenntnis zu nehmen.</p>
<p>Eltern wollen nicht, dass ihren Kindern schon mit neun Jahren Aufstiegsperspektiven abhanden kommen. Eltern wollen nicht, wenn so fr&#252;h entschieden wird, ob ihr Kind Abitur machen kann oder nicht. Eltern wollen nicht, dass ihre Kinder nur noch b&#252;ffeln und keine Zeit mehr f&#252;r die eigene Entfaltung haben, f&#252;r Spiel, Musik, f&#252;r Sport, f&#252;r Freunde,  weil sie in acht Jahren zum Abitur gepeitscht werden.</p>
<p>Eltern wollen nicht, dass ihren Kindern systematisch die nat&#252;rliche Neugier und Lust auf das Leben, auf Wissen, auf die Welt vergr&#228;tzt wird. Wie sagte schon K&#228;stner: Der Mensch soll lernen, nur die Ochsen b&#252;ffeln!</p>
<p>Wenn Schulen auf das Leben vorbereiten sollen, dann frage ich mich: Warum sortieren wir Kinder in Schubladen, die es in einer solidarischen Gesellschaft des Miteinanders nicht geben darf?</p>
<p>Und alles begr&#252;nden unsere schwarz-gelben Ideologen mit dem Wort &#8220;Begabungsgerecht!&#8221;. F&#252;r mich ist das das Bildungsunwort des 20. Jahrhunderts.</p>
<p>Gibt es das? Rein praktisch Begabte? Rein theoretisch Begabte? Was ist dann ein zuk&#252;nftiger Ingenieur? Theoretisch begabt? Praktisch begabt? Sprich: Gymnasium oder Hauptschule?</p>
<p>Was f&#252;r ein Bl&#246;dsinn!</p>
<p>In f&#252;nfzig Jahren wird dieses Wort, „begabungsgerecht“, diese Geisteshaltung als typisch deutsche Borniertheit  unserer Generation gelten.</p>
<p>Aber ich f&#252;rchte, J&#252;rgen R&#252;ttgers wird mindestens so lange am dreigliedrigen Schulsystem festhalten, wie die katholische Kirche am Z&#246;libat.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>die vergangenen f&#252;nf Jahre waren f&#252;r Nordrhein-Westfalen verlorene Jahre f&#252;r den Klimaschutz, f&#252;r die &#246;kologische industrielle Revolution, f&#252;r die beste Bildung f&#252;r alle Kinder.</p>
<h4>Und es waren schlicht Horrorjahre f&#252;r unsere Kommunen und die soziale Gerechtigkeit im Land.</h4>
<p>CDU und FDP haben mit einem Raubzug ohnegleichen die Kassen der St&#228;dte und Gemeinden gepl&#252;ndert. Sie untergraben damit die Herzkammern unserer Demokratie. Vor Ort &#8211; in den St&#228;dten und Gemeinden &#8211; erfahren und erleben die Menschen, ob es gerecht zugeht. Das ist der FDP v&#246;llig egal. Reiche k&#246;nnen sich arme St&#228;dte leisten. Auch deshalb muss diese Landesregierung weg. Um es klar zu sagen: Ohne die sofortige Hilfe von Land und Bund sind die meisten gro&#223;en St&#228;dte und auch kleinen Gemeinden in k&#252;rzester Zeit bankrott. Sie brauchen unsere Hilfe jetzt, und zwar konkret. Mit windelweichen Erkl&#228;rungen werden wir uns nicht zufrieden geben.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>die Blaupause des steuerpolitischen Wahnsinns und der marktradikalen Verantwortungslosigkeit stammt aus NRW. Und deshalb muss auch der Anfang vom Ende dieses Spuks in NRW eingeleitet werden.</p>
<p>Schwarz-Gelb, das bedeutet f&#252;r soziale Spaltung und Ungerechtigkeit.</p>
<p>Schwarz-gelb, das bedeutet Planlosigkeit und  Arbeitsverweigerung.</p>
<p>Schwarz-gelb, das bedeutet St&#252;mperei und ideologische Blockade.</p>
<p>Deshalb, liebe Freundinnen und Freunde, lohnt es sich, bis zur letzten Sekunde zu k&#228;mpfen. F&#252;r unseren Zukunftsplan f&#252;r NRW. Gegen Schwarz-Gelb, im Land und im Bund.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>die Wahl ist noch nicht gelaufen. Die Umfragen sind sehr unterschiedlich. Sie sagen nur eins: Es wird verdammt knapp. Und die Gro&#223;e Koalition, &#252;ber die kaum gesprochen wird, ist die wahrscheinlichste Variante. Sie bedeutet Stillstand und Mehltau f&#252;r NRW. Und in der Energiepolitik weitere verlorene Zeit. Wir d&#252;rfen es nicht zulassen, dass sich die beiden Gro&#223;en auf Samtpfoten in diese Kombination schleichen.</p>
<p>Die Umfrage, auf die es ankommt, und f&#252;r die wir alles geben, findet am 09. Mai in ganz Nordrhein-Westfalen statt. Und zwar bis 18 Uhr!</p>
<p>Unsere Ziele sind klar: Wir werden zweistellig, wir bauen unsere Position als dritte Kraft aus – und wir beenden den schwarz-gelben Spuk in NRW.</p>
<p>CDU und FDP passen nicht zu diesem Bundesland, CDU und FDP passen nicht zu Nordrhein-Westfalen.</p>
<p>Wir wollen mehr Gr&#252;n in NRW m&#246;glich machen. Wir wollen den sozial-&#246;kologischen Politikwechsel in NRW einleiten.</p>
<h4>Daf&#252;r k&#228;mpfen wir bis zur letzten Minute, und wir wissen: Wir k&#246;nnen es schaffen!</h4>
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		<title>Gute Bildung f&#252;r alle m&#246;glich machen</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 09:24:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia Löhrmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sylvia L&#246;hrmann, MdL
Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen
Rede zum Gr&#252;nen Bildungskongress am 21.03.2010,
Gelsenkirchen-Bismarck
Es gilt das gesprochene Wort!  
Anrede,
im Namen der nordrhein-westf&#228;lischen Gr&#252;nen &#8211; stellvertretend f&#252;r alle nenne ich unsere Landesvorsitzenden Daniela Schneckenburger und Arndt Klocke &#8211; begr&#252;&#223;e ich Euch und Sie alle sehr herzlich im GR&#220;NEN Bildungsland NRW.
Gestern ist die didacta in K&#246;ln zu Ende gegangen, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Sylvia L&#246;hrmann, MdL</h4>
<p>Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen</p>
<h3>Rede zum Gr&#252;nen Bildungskongress am 21.03.2010,<br />
Gelsenkirchen-Bismarck</h3>
<p><em>Es gilt das gesprochene Wort! </em><em> </em></p>
<p>Anrede,<br />
im Namen der nordrhein-westf&#228;lischen Gr&#252;nen &#8211; stellvertretend f&#252;r alle nenne ich unsere Landesvorsitzenden Daniela Schneckenburger und Arndt Klocke &#8211; begr&#252;&#223;e ich Euch und Sie alle sehr herzlich im GR&#220;NEN Bildungsland NRW.</p>
<p>Gestern ist die didacta in K&#246;ln zu Ende gegangen, einzig wir Gr&#252;nen waren mit einem Stand pr&#228;sent und haben f&#252;r unsere Konzepte zur Zukunft der Bildung geworben. Und wir haben sehr, sehr gute Resonanz erfahren.</p>
<p>Ja, es ist uns gelungen, uns in den letzten Jahren &#8211; ohne unsere Kernkompetenz in der Umwelt- und Energiepolitik zu vernachl&#228;ssigen &#8211; als Bildungspartei zu profilieren.</p>
<p>Daf&#252;r m&#246;chte ich drei allgemeine Gr&#252;nde nennen:</p>
<ol>
<li>Wir sehen Bildung als Schl&#252;ssel zur Entfaltung der Pers&#246;nlichkeit eines jeden einzelnen Menschen, und wir begreifen Bildung ganzheitlich und vom Kind aus.</li>
<li>Wir k&#246;nnen buchstabieren, dass Bildung Sozialpolitik und Wirtschaftspolitik ist, und damit zentral f&#252;r die Zukunft unseres Landes. Um mit Johannes Rau zu sprechen: Bildung ist der beste Schutz vor Armut.</li>
<li>Wenn wir von Bildung sprechen, dann meinen wir die ganze Bildung: von der Kita, &#252;ber die Schule und Hochschule, bis hin zu Aus- und Weiterbildung.</li>
</ol>
<p>Ich danke dem Bundesverband von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen, allen voran Dir, lieber Cem, dass Ihr diesen Kongress bei uns in NRW veranstaltet, um uns R&#252;ckenwind zu geben in diesem besonderen Wahlkampf.</p>
<div id="attachment_642" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/03/Bildungskongress_GE_Cem_Foto_Stefan_Engstfeld.jpg"><img class="size-medium wp-image-642" title="Cem &#214;zdemir bei seiner Er&#246;ffnungsrede Bildungskongress GE" src="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/03/Bildungskongress_GE_Cem_Foto_Stefan_Engstfeld-250x187.jpg" alt="" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Cem &#214;zdemir bei seiner Er&#246;ffnungsrede</p></div>
<p>Ja, Anrede, wir wollen hier in NRW das Ende von Schwarz-Gelb einleiten. Wir wollen unser Land wieder sozial und &#246;kologisch regieren, und wir wollen dem schwarz-gelben Regierungs-Chaos im Bund einen Riegel vorschieben. Wenn Schwarz-Gelb in NRW kippt, gibt es im Bundesrat keine Mehrheit mehr f&#252;r</p>
<ul>
<li>den Ausstieg aus dem Atomausstieg, </li>
<li>die Abkehr von einer solidarischen Gesundheitspolitik</li>
<li> und weitere Steuersenkungen, die die Handlungsf&#228;higkeit des Staates weiter untergraben.</li>
</ul>
<p>Und damit bin ich auch schon wieder bei unserem heutigen Thema, der Bildungspolitik. Ohne eine angemessene Finanzausstattung werden Bund, L&#228;nder und Kommunen n&#228;mlich keine gute Bildungspolitik machen k&#246;nnen.</p>
<p>Aber nat&#252;rlich braucht gute Bildung nicht nur mehr Geld, sondern vor allem gute Konzepte.</p>
<p>Vor exakt einem Jahr haben wir NRW-Gr&#252;ne in Hagen ein wegweisendes Konzept zur Schule der Zukunft beschlossen.</p>
<p>Damals habe ich vorausgesagt, dass wir mit den Gegnern einer Schule der Zukunft heftig aneinander geraten werden. Harte Auseinandersetzungen, kein Spaziergang.</p>
<p>Und wie sieht es heute aus, sieben Wochen vor der Wahl?</p>
<p>Die Landes-CDU will den alten Schulkrieg wieder anzetteln. Sie will im ganzen Land Plakate aufh&#228;ngen, vor Gymnasien, Realschulen, Hauptschulen, mit dem Satz: „Diese Schule wird geschlossen, wenn Rot-Rot regiert.“</p>
<p>Dazu kann ich nur sagen: Das ist kein Wahlkampf, das ist politische Brandstiftung, Anrede. Wer das n&#246;tig hat, ist offenbar von den eigenen Konzepten nicht sonderlich &#252;berzeugt.  </p>
<p>„Es ist schon bitter, mit welcher Inhaltsleere in der Bildungspolitik die CDU Wahlkampf macht. Und erb&#228;rmlich, wie sie bei Lehrern, Eltern und Sch&#252;lern &#196;ngste sch&#252;rt, um Stimmen abzufischen.“</p>
<p>Das sage nicht ich, sondern die Westf&#228;lische Rundschau. Und ich erg&#228;nze:</p>
<p>Seit f&#252;nf Jahren verantwortet diese CDU/FDP Regierung mit Kopfnoten, Turbo-Abi, Erlassflut und Zementierung des Aussortierens, Besch&#228;mens und Zur&#252;cklassens eine Politik auf dem R&#252;cken unserer Kinder und Jugendlichen. Und im Wahlkampf geht es genau so weiter.</p>
<p>Ich hoffe, es bleibt bei der versuchten Brandstiftung.</p>
<p>Denn ich bin gespannt, ob die CDU vor Ort diese Plakate wirklich aufh&#228;ngt. Angesichts von CDU-B&#252;rgermeistern, die selber an der Schule der Zukunft arbeiten, habe ich meine Zweifel. Schon die letzten beiden sogenannten Kampagnen der CDU haben es nicht &#252;ber die Plakatst&#228;nder vor dem Landtag hinausgebracht. Denn auch die CDU vor Ort wei&#223;: Das verkorkste Schulsystem, das Kinder in Schubladen presst, das Kinder in Bildungssackgassen schickt, steht vor dem Aus.</p>
<p>Und genau da setzen wir an. Bei den Entscheiderinnen und Entscheidern vor Ort.</p>
<p>Ohne diesen elenden, jahrzehntelangen Schulkampf.</p>
<p>Deshalb wollen wir die &#246;rtlichen Handlungsm&#246;glichkeiten erweitern. Wir wollen, dass Lehrkr&#228;fte, Eltern, Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler und Kommunen selber entscheiden, wie sie die Schule der Zukunft umsetzen.</p>
<p>Und zwar aus den bestehenden Schulen heraus.</p>
<p>Keine Schule soll geschlossen, abgeschafft oder zerschlagen werden. Da unterscheiden wir uns fundamental von der Linkspartei!</p>
<p>Aber alle Schulen sollen besser werden, sollen sich weiterentwickeln. Wir brauchen die St&#228;rken aller Schulformen f&#252;r alle Kinder.</p>
<div id="attachment_643" class="wp-caption alignright" style="width: 197px"><a href="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/03/Bildungskongress_GE_21_03_2010_Plakat.jpg"><img class="size-medium wp-image-643" title="Plakat Bildungskongress 21.03.2010" src="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/03/Bildungskongress_GE_21_03_2010_Plakat-187x250.jpg" alt="" width="187" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Plakat zum Bildungskongress</p></div>
<p>Wir Gr&#252;ne wollen in Nordrhein-Westfalen beweisen, dass man Schulreformen mit den Schulen, mit den LehrerInnen, mit den Eltern, mit den Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern machen kann, ja machen muss. Denn gute, denn bessere Schulen kann man nicht verordnen, bessere Schulen kann man nur gemeinsam entwickeln und gestalten. Mit &#220;berzeugungskraft, mit Geduld und mit sehr viel Unterst&#252;tzung der Menschen, die diese Schulen vor Ort machen.</p>
<p>Das ist unser Ziel. Und das ist m&#246;glich – und n&#246;tig.</p>
<p>Es gibt dieses schreckliche Wort: begabungsgerecht. F&#252;r mich ist das das Bildungsunwort des 20. Jahrhunderts.</p>
<p>K&#246;nnen wir bei neunj&#228;hrigen Kindern wissen, welche Begabung dieses Kind hat?</p>
<p>K&#246;nnen wir bei neunj&#228;hrigen Kindern schon wissen, Du bist praktisch begabt, Du theoretisch, und Du was dazwischen?</p>
<p>K&#246;nnen wir bei neunj&#228;hrigen Kindern wissen, Du machst Abitur, Du Realschulabschluss, Du Hauptschulabschluss? &#8211; Das ist doch absurd!  </p>
<p>Wie k&#246;nnen Schulen sich um jedes Kind k&#252;mmern, wenn sie Kinder „loswerden“ k&#246;nnen, sei es durch Sitzenbleiben oder Abschulen?</p>
<p>Wer das glaubt, hat weder Kinder noch das Prinzip des Lernens verstanden. Wer daran festh&#228;lt, zementiert die soziale Ungerechtigkeit, die soziale Auslese, die schlechten Leistungen unseres Schulsystems. Wer daran festh&#228;lt, verhindert individuelle Entwicklung, verhindert mehr Bildung; ja, der vers&#252;ndigt sich an unseren Kindern und an unserer Zukunft.</p>
<p>In f&#252;nfzig Jahren wird dieses Wort, „begabungsgerecht“, diese Geisteshaltung, als Chim&#228;re, als typisch deutsche Borniertheit  unserer Generation gelten. Und – das noch in Richtung CDU – umso l&#228;nger wir daran festhalten, umso mehr werden wir daf&#252;r von unseren Kindern und Kindeskindern in Haftung genommen. </p>
<p>Eine solche CDU ist f&#252;r uns nicht koalitionsf&#228;hig!</p>
<p>„A, B, CDU, und raus bist Du!“</p>
<p>Unser Wahlkampfplakat werde ich eigenh&#228;ndig &#252;berall, wo ich es sehe, abrei&#223;en, wenn die CDU in NRW noch vor der Wahl endlich einsieht, dass unser vielgliedriges Schulsystem leistungsfeindlich, ungerecht und besch&#228;mend ist.</p>
<p>Wenn diese CDU endlich Schulfrieden stiftet, statt alte Grabenk&#228;mpfe zu f&#252;hren.  </p>
<p>Unser Konzept zu den Schulen der Zukunft unterscheidet uns von allen anderen Parteien.</p>
<p>Die CDU hat kein Ziel.</p>
<p>Die FDP hat das falsche Ziel.</p>
<p>SPD und Linkspartei nennen richtige Ziele. Aber die SPD bleibt schwammig beim Weg, und die Linkspartei ist mit ihrem Zentralismus und ihrer Zerschlagungsrhetorik ebenfalls auf dem Kriegspfad und auf dem Holzweg.</p>
<p>Wir haben die richtigen Ziele und den richtigen Weg. </p>
<p>Anrede, unser Kurs ist v&#246;llig klar:</p>
<p><strong>Unser Ziel</strong>: Eine leistungsf&#228;hige gemeinsame Schule f&#252;r alle Kinder. Und das schlie&#223;t Kinder mit Behinderung ausdr&#252;cklich ein. Wir wollen die UN-Konvention &#252;ber die Rechte von Menschen mit Behinderungen konsequent umsetzen.</p>
<p><strong>Der Weg</strong>: Wir wollen in den Kommunen den Weg frei machen f&#252;r eine Schulentwicklung hin zur Integration, die gerade im l&#228;ndlichen Raum l&#228;ngst begonnen hat. Wir wollen, dass alle Bildungsg&#228;nge p&#228;dagogisch und organisatorisch zusammengef&#252;hrt werden k&#246;nnen. Das wollen wir durch konkrete Anreize bef&#246;rdern, wie kleinere Klassen, Qualifizierung und Unterst&#252;tzung. Zehn Prozent der Schulen aller Schulformen pro Jahr, das ist unser ehrgeiziges Ziel.</p>
<p><strong>Diese Schule der Zukunft ist leistungsstark</strong>. Weil sie kein Kind besch&#228;mt, zur&#252;ckl&#228;sst, aussortiert. Alle Kinder k&#246;nnen ihre Talente optimal entfalten. Lisa und Ayse, Leon und Murat wachsen an Herausforderungen und werden so zu starken Pers&#246;nlichkeiten.</p>
<p>Sie kommen zu besseren Leistungen und h&#246;heren Bildungsabschl&#252;ssen auch im internationalen Vergleich.</p>
<p><strong>Diese Schule der Zukunft ist vielf&#228;ltig</strong>. Die Schulentwicklung im Kreis Steinfurt wird anders verlaufen als die in Aachen.</p>
<p>Eine Schule im Essener S&#252;den ist anders als eine im Essener Norden. Denn es gibt unterschiedliche Sozialr&#228;ume, und deshalb m&#252;ssen wir Schulen unterschiedlich ausstatten und sie werden auch unterschiedlich arbeiten.</p>
<p><strong>Die Schule der Zukunft ist gerecht</strong> – in fast keinem Land der OECD entscheidet der Geldbeutel so deutlich &#252;ber den Bildungserfolg wie in Deutschland.</p>
<p>Kinder aus sozial schwachen Familien m&#252;ssen in Deutschland deutlich bessere Leistung bringen, um auf das Gymnasium zu kommen.</p>
<p>Kinder aus Armutsmilieus finden sich &#252;berwiegend in Haupt- und F&#246;rderschulen wieder.</p>
<p>Deutschland ist trauriger Spitzenreiter in der sozialen Exklusion. Kinder mit Behinderungen und sozialer Benachteiligung sind au&#223;en vor. Das alles ist besch&#228;mend f&#252;r uns und unser Bildungssystem.</p>
<p>Leistungsstark, vielf&#228;ltig, gerecht – so sind die Schulen der Zukunft. Und nur so werden wir beides erreichen: soziale Gerechtigkeit und bessere Bildungsergebnisse.</p>
<p>Anrede,<br />
unser Land steht vor gro&#223;en Herausforderungen.</p>
<p>Um die zu meistern, brauchen wir alle Talente. Deshalb brauchen wir einen neuen Aufbruch in der Bildungspolitik:</p>
<ul>
<li>f&#252;r jeden Einzelnen;</li>
<li>f&#252;r soziale Gerechtigkeit und sozialen Frieden;</li>
<li>f&#252;r die Wirtschaft und deren Zukunftsf&#228;higkeit, Wettbewerbsf&#228;higkeit und Innovationskraft – damit die gr&#252;ne industrielle Revolution gelingen kann;</li>
<li>f&#252;r die Demokratie.</li>
</ul>
<p>Bildung ist der Schl&#252;ssel zu all dem. Bildung schafft Zukunft. Bildung ist Zukunft.</p>
<p>Anrede, ich sagte es schon:</p>
<p>Wenn wir Gr&#252;ne von Bildung sprechen, einen Bildungskongress veranstalten, dann meinen wir die ganze Bildung:</p>
<ul>
<li>Die Elementarp&#228;dagogik und die St&#228;rkung der Familien, weil wir wissen: Auf den Anfang kommt es an! Wir brauchen nicht nur mehr Kita-Pl&#228;tze, wir brauchen vor allem eine Qualit&#228;tsoffensive mit verl&#228;sslicher Finanzierung und gut ausgebildeten Fachkr&#228;fte.</li>
<li>Den Bereich der Hochschulen. Auch die wollen wir fit machen f&#252;r die Zukunft.</li>
<li>Vor allem wollen wir, dass niemand aus sozialen Gr&#252;nden vom Studium abgeschreckt wird. Deshalb m&#252;ssen die Studiengeb&#252;hren wieder abgeschafft werden.</li>
<li>Wir meinen die Weiterbildung. Wir kommen nur erfolgreich durchs Berufsleben, wenn wir uns weiterbilden und qualifizieren.</li>
</ul>
<p>All das und noch viel mehr wird heute Thema sein.</p>
<p>Ich freue mich, dass wir so viele Expertinnen und Experten, Interessierte in Sachen Bildung gewinnen konnten. Danke, Ihnen allen, dass Sie mitmachen. Danken m&#246;chte ich auch jetzt schon allen, die diesen Kongress m&#246;glich gemacht und vorbereitet haben, der gastgebenden Schule, und besonders Veysel und Norbert.</p>
<div id="attachment_644" class="wp-caption aligncenter" style="width: 260px"><a href="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/03/Bildungskongress_GE_21_03_2010_Stefan_Engstfeld_2.jpg"><img class="size-medium wp-image-644" title="Bildungskongress_GE_21_03_2010_Stefan_Engstfeld_2" src="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/03/Bildungskongress_GE_21_03_2010_Stefan_Engstfeld_2-250x187.jpg" alt="Publikum bei Bildungskongress in Gelsenkirchen" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Bildungskongress (Fotos: Stefan Engstfeld)</p></div>
<p>Anrede, zum Gelingen der ehrgeizigen Reformen brauchen wir nicht nur politische, wir brauchen gesellschaftliche Mehrheiten. </p>
<p>Das zeigt uns nicht zuletzt die Erfahrung in Hamburg. Ich soll von Christa Goetsch und der Hamburger GAL sehr herzlich gr&#252;&#223;en. Auch sie sind in einer besonderen Art von Wahlkampf. Liebe Christa, symbolisch einen solidarischen Gru&#223; von der Emscher an die Alster. Und wenn die Gr&#252;nen in NRW f&#252;r ihre Bildungskonzepte am 9. Mai breite Unterst&#252;tzung erfahren, dann ist das hoffentlich auch ein zus&#228;tzlicher Schub f&#252;r die Umsetzung der Primarschule in Hamburg.</p>
<p>Wir wissen: Wir brauchen Verb&#252;ndete im Land und vor Ort, in den Kommunen, in den Schulen, in der Sch&#252;lerschaft, der Eltern- und Lehrerschaft, in den Verb&#228;nden und sozialen Bewegungen.</p>
<p>Dann k&#246;nnen wir gemeinsam gute Bildung f&#252;r Alle m&#246;glich machen.</p>
<p>Die Zeit ist reif. Die Zeichen daf&#252;r stehen gut. Nutzen wir sie.</p>
<p>Ich schlie&#223;e mit Viktor Hugo: &#8220;Nichts ist so m&#228;chtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist&#8221;.</p>
<p>Lassen Sie uns heute den 21. M&#228;rz, den Fr&#252;hlingsanfang zu einem Bildungserwachen machen; in leichter Abwandlung, aber doch ganz im Sinne des Mottos der Kulturhauptstadt 2010:</p>
<p><strong>Bildung im Wandel &#8211; Wandel durch Bildung. </strong></p>
<p>Ich freue mich auf einen interessanten Tag!</p>
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		<title>Von der Image-Kampagne zum Image-Schaden</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 15:23:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia Löhrmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rede anl&#228;sslich der Aktuellen Stunde zur Sponsoring-Aff&#228;re R&#252;ttgers
D&#252;sseldorf, 10.03.2010
Es gilt das gesprochene Wort!
Anrede,
es ist gut, dass wir endlich die notwendige Debatte dar&#252;ber f&#252;hren, wie wir das Sponsoring von Parteien in Zukunft regeln wollen.
Es ist auch gut, wenn die CDU jetzt brutalstm&#246;gliche Transparenz f&#252;r k&#252;nftiges Sponsoring verspricht.
Es ist auch zu begr&#252;&#223;en, wenn W&#252;st-Nachfolger Krautscheid immer wieder ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Rede anl&#228;sslich der <a title="Hier der Antrag von Gr&#252;nen und SPD" href="http://landtag/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD14-10781.pdf" target="_blank">Aktuellen Stunde </a>zur Sponsoring-Aff&#228;re R&#252;ttgers</h3>
<p>D&#252;sseldorf, 10.03.2010</p>
<p>Es gilt das gesprochene Wort!</p>
<p>Anrede,</p>
<p>es ist gut, dass wir endlich die notwendige Debatte dar&#252;ber f&#252;hren, wie wir das Sponsoring von Parteien in Zukunft regeln wollen.</p>
<p>Es ist auch gut, wenn die CDU jetzt brutalstm&#246;gliche Transparenz f&#252;r k&#252;nftiges Sponsoring verspricht.</p>
<p>Es ist auch zu begr&#252;&#223;en, wenn W&#252;st-Nachfolger Krautscheid immer wieder betont, dass es keine gekauften Gespr&#228;che gegeben hat, gibt oder geben wird.</p>
<p>Nur, den Kern des Problems hat weder die CDU, noch Herr Krautscheid, noch der Ministerpr&#228;sident bisher getroffen.</p>
<p>Wir reden heute &#252;ber das Staatsverst&#228;ndnis der CDU und das Staatsverst&#228;ndnis dieser CDU/FDP-Regierung.</p>
<p>Und wir reden &#252;ber die <a title="vgl. dazu ausf&#252;hrlich in meinem Blog &quot;Der Landesf&#252;rst und sein Hofstaat&quot;" href="http://sylvia-loehrmann.de/568/der-landesfuerst-und-sein-hofstaat/" target="_blank">Sponsoring-Aff&#228;re</a>.</p>
<p>So lange da Fragen offen bleiben, wird der Vorhang nicht fallen.</p>
<p>Und ich will die offenen Flanken noch einmal klarmachen:</p>
<p>1. Der Ministerpr&#228;sident sagt, er hat von dem Brief nichts gewusst.</p>
<p>Aber, das ist nur ein Ablenkungsman&#246;ver. Entscheidend ist nicht, ob er den Brief gekannt hat, sondern ob er von der Praxis wusste, dass die CDU Gespr&#228;che mit dem Ministerpr&#228;sidenten zu Geld machen wollte oder gemacht hat. Und ob er die Haltung, die dahinter steckt, bek&#228;mpft, geduldet oder bef&#246;rdert hat?</p>
<p>Das ist die Kernfrage!</p>
<p>Und an dieser Unwissenheit habe ja nicht nur ich Zweifel.</p>
<p>Blicken wir zur&#252;ck, ins Jahr 2004. Da gab es im Oktober, kurz vor dem Wahlkampf, einen Artikel im Spiegel mit der &#220;berschrift &#8220;Road-Show mit R&#252;ttgers&#8221;. Ein Bericht &#252;ber Sponsoren-Pakete mit Gespr&#228;chen mit R&#252;ttgers und Top-VIP-Tischen.</p>
<p>Und jetzt erz&#228;hlen Sie uns nicht, dass der damalige Spitzenkandidat der CDU diesen Artikel &#252;ber sich im Spiegel nicht gekannt hat. Und dann wollen wir heute wissen: Welche Konsequenzen hat der damalige wie heutige Parteichef daraus gezogen? Welche Konsequenzen haben Sie, Herr R&#252;ttgers, als Ministerpr&#228;sident daraus gezogen?</p>
<p>2. Es bleibt auch offen: Gab es weitere solche Briefe mit entsprechenden Angeboten? Wie viele Briefe gibt es? War das durchg&#228;ngige Praxis in der CDU-Parteizentrale?</p>
<p>Auch hier gibt es bisher keine Transparenz, auch wenn diese Transparenz immer wieder behauptet wird.</p>
<p>3. Minister Krautscheid sagte im Hauptausschuss: &#8220;Es hat keine Gespr&#228;che gegeben, es gibt keine Gespr&#228;che, es wird keine Gespr&#228;che geben.&#8221;</p>
<p>So lange nicht alle Sponsorenbriefe, jegliche Korrespondenz dazu und die Terminbegleitungsmappen des Ministerpr&#228;sidenten, aus denen ja deutlich werden m&#252;sste, welche Gespr&#228;che geplant waren, offen gelegt werden, bleiben diese Fragen.</p>
<p>Ich bin gespannt, ob Sie, Herr Ministerpr&#228;sident, darauf schlicht und ergreifend antworten, oder ob Sie ausweichen? Und ob Sie die Unterlagen zur Verf&#252;gung stellen!</p>
<p>Anrede,</p>
<p>darauf haben wir, darauf hat die &#214;ffentlichkeit einen Anspruch. Denn es geht hier um die Frage: Wie versteht ein Ministerpr&#228;sident sein Amt? Wie gehen Parteien mit Staats&#228;mtern um? Welche politische Kultur herrscht in einer Landesregierung?</p>
<p>Und da fangen wir hier ja schlie&#223;lich nicht bei Null an.</p>
<p>Die schwarz-gelbe Regierungszeit begann mit der Image-Kampagne. Viel Geld wurde in die Hand genommen, um ein bestimmtes Bild von R&#252;ttgers als Regierungschef zu pr&#228;gen. Da ging es nicht um politische Inhalte oder Werthaltungen. Da ging es nur um eins: geplanten, gesteuerten Machterhalt.</p>
<p>Die neue Bescheidenheit eben.</p>
<p>Anspruch und Wirklichkeit klaffen angesichts der Summen, die Sie f&#252;r Ihre Inszenierungen ausgeben, weit auseinander. Ich habe mir erlaubt, Ihren Regierungsstil mit &#8220;Preise, Pomp und Propaganda&#8221; zu beschreiben. Daf&#252;r bringen Sie immer wieder neue Beispiele. Und bis heute gestehen Sie diese Inszenierung, diese Image-Kampagne nicht ein.</p>
<p>Ich erinnere an das erste Beispiel dieser Inszenierungs-Politik: Das Kinderforum im von R&#252;ttgers ausgerufenen &#8220;Jahr des Kindes&#8221;. Dort stellten ihm Kinder Fragen, die von der Staatskanzlei gefiltert und gesteuert wurden. Blo&#223; keine kritischen Fragen! Auch damals hie&#223; es vom Ministerpr&#228;sidenten: Davon habe ich nichts gewusst!</p>
<p>Es ist erschreckend, in wie kurzer Zeit Sie und Ihr Umfeld eine Haltung gepr&#228;gt haben und offenbaren, dass Sie, die schwarz-gelbe Landesregierung, sich das Land zur Beute machen wollen.</p>
<p>• Sie f&#252;hren Sachanh&#246;rungen nur pro forma durch.</p>
<p>• Sie haben versucht, bei den Wahlterminen zu tricksen.</p>
<p>• Sie haben das Verfassungsgericht &#246;ffentlich diskreditiert.</p>
<p>• Sie haben den Landesrechnungshof besch&#228;digt.</p>
<p>• Sie haben eine Treibjagd gegen einen unliebsamen Mitarbeiter im Umweltministerium veranstaltet.</p>
<p>• Sie versuchen, die &#214;ffentlichkeit und unliebsame Blogger und Journalisten per Strafanzeige einzusch&#252;chtern, statt die Zust&#228;nde in Ihrem Apparat zu &#228;ndern.</p>
<p>• Sie halten an Ministern fest, obwohl sie sich als unf&#228;hig im Amt erweisen.</p>
<p>• Und Sie, Herr Ministerpr&#228;sident, haben sich zu den RAG-Zahlungen an die Landtagspr&#228;sidentin bislang nicht verhalten. Damit haben auch Sie zur Besch&#228;digung des Amtes beigetragen.</p>
<p>• Und was ist das f&#252;r eine politische Kultur, wenn der politische Gegner per Video bespitzelt wird?</p>
<p>Und auch die FDP muss sich Fragen gefallen lassen. Die gehen insbesondere an ihren allm&#228;chtigen Bundesvorsitzenden – &#252;brigens auch einer aus NRW.</p>
<p>Was ist das f&#252;r eine politische Kultur, wenn st&#228;ndig Partei-Spender zu Regierungsreisen eingeladen werden? Dabei scheint es egal zu sein, ob es sich dabei um einen Unternehmer handelt, dessen Gesch&#228;ftsmodell in der Steuerflucht aus Deutschland besteht.</p>
<p>Was ist das f&#252;r eine politische Kultur, wenn Gesetze zu Gunsten einer Branche gemacht werden, aus der vorher Millionenspenden geflossen sind?</p>
<p>Was ist das f&#252;r eine politische Kultur, wenn Parteimitglieder in privaten Krankenkassen Sonderkonditionen bekommen, weil sich die FDP politisch f&#252;r sie einsetzt?</p>
<p>Anrede,</p>
<p>und die NRW-FDP? Es war schon erstaunlich, wie ger&#228;usch- und sprachlos Pinkwart, Papke und Co. die Debatte zum Sponsoring begleitet haben. Kein Wort, keine Anmerkung im Hauptausschuss. Kollege Papke hat nicht einmal seine sonstige Stereotype des M&#228;usekinos bem&#252;ht. Lag das vielleicht an Ihrem Koalitionsfreund Krautscheid?</p>
<p>Nein, Scherz beiseite, der Grund f&#252;r diese Zur&#252;ckhaltung liegt auf der Hand. Eine Partei, der M&#246;venpick mal eben 1,1 Millionen Euro aufs Konto gesp&#252;lt hat, muss es geradezu l&#228;cherlich finden, wenn Gespr&#228;che mit dem Ministerpr&#228;sidenten f&#252;r l&#228;ppische 6000 Euro angeboten werden.</p>
<p>F&#252;r 1,1 Millionen Euro h&#228;tte R&#252;ttgers ja fast 200 Bezahl-Gespr&#228;che f&#252;hren m&#252;ssen. Das ist aus Sicht eines gestandenen Marktradikalen vermutlich eher dilettantisch.</p>
<p>Ja, und wenn es ums Geld geht, da kennt sich die FDP aus: Schlie&#223;lich waren es die Schwarzgeld-Millionen von J&#252;rgen M&#246;llemann, denen einige der FDP-Abgeordneten von heute ihr Mandat verdanken.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>diese schwarz-gelbe Regierung unter J&#252;rgen R&#252;ttgers hat sich seit 2005 den Staat zur Beute gemacht. Das Umfeld des Ministerpr&#228;sidenten hat regiert nach dem Motto: Der Staat, das sind wir! Und all das hat J&#252;rgen R&#252;ttgers gewusst. Und es ist nicht erkennbar, dass und ob er irgendetwas gegen diese Haltung getan hat.</p>
<p>Und genau deshalb ist er verantwortlich f&#252;r all diese Mosaiksteine des Sittengem&#228;ldes der Regierung R&#252;ttgers.</p>
<p>Auch f&#252;r die Sponsorenbriefe, egal, ob er sie im Einzelnen gekannt hat oder nicht.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>wie Angela Merkel wollte J&#252;rgen R&#252;ttgers die Wahl im Schlafwagen gewinnen, nun ist er in der Geisterbahn wach geworden.</p>
<p>F&#252;nf Jahre R&#252;ttgers: Von der Image-Kampagne zum Image-Schaden.</p>
<p>80 Prozent der Menschen glauben Ihnen nicht. Damit haben Sie das h&#246;chste politische Gut verloren: Ihre Glaubw&#252;rdigkeit.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Freiheit des Netzes:</title>
		<link>http://sylvia-loehrmann.de/569/die-freiheit-des-netzes/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 09:35:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia Löhrmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Reden]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit des Netzes]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>

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		<description><![CDATA[Von gro&#223;en und kleinen Steckern
Sylvia L&#246;hrmann MdL, Fraktionsvorsitzende
Gru&#223;wort zur Veranstaltung &#8220;Damit die B&#252;rgerrechte nicht vom Netz gehen!&#8221;, Gr&#252;ne im Landtag NRW, 26.02.2010
 
(Es gilt das gesprochene Wort!)
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,
herzlich willkommen zu unserer heutigen Veranstaltung.
Stellt Euch mal vor, dem Internet, der gesamten digitalen Welt w&#252;rde jetzt, in diesem Moment, der Stecker gezogen!
Wir ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Von gro&#223;en und kleinen Steckern</h2>
<h3>Sylvia L&#246;hrmann MdL, Fraktionsvorsitzende</h3>
<h4>Gru&#223;wort zur Veranstaltung &#8220;Damit die B&#252;rgerrechte nicht vom Netz gehen!&#8221;, Gr&#252;ne im Landtag NRW, 26.02.2010</h4>
<p> </p>
<p>(Es gilt das gesprochene Wort!)</p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>herzlich willkommen zu unserer heutigen Veranstaltung.</p>
<p>Stellt Euch mal vor, dem Internet, der gesamten digitalen Welt w&#252;rde jetzt, in diesem Moment, der Stecker gezogen!</p>
<p>Wir h&#228;tten unglaubliche Probleme. Die gesamte ver&#228;nderte Arbeitsweise funktioniert nicht mehr, viele Menschen k&#246;nnten sich nicht mehr frei informieren. Z&#252;ge buchen, online einkaufen, Emails schreiben, alles vorbei. Firmen gingen pleite, die Demokratie w&#252;rde massiv leiden.</p>
<p>Ich wage zu behaupten: Das &#246;ffentliche Leben w&#252;rde in vielen Teilen zusammenbrechen, und das private Leben vieler Menschen auch.</p>
<p>Das Internet, die digitale Welt, ist zentraler Bestandteil unseres Lebens geworden, keine Frage.</p>
<p>Das ist Konsens. Die digitale Welt ist selbstverst&#228;ndlicher Teil unserer Freiheit, und zwar zentraler Teil.</p>
<p>Deshalb zieht keiner den gro&#223;en Stecker.</p>
<p>Aber ist diese Freiheit wirklich so selbstverst&#228;ndlich?</p>
<p>Ich glaube, nur wenn wir &#252;ber den gro&#223;en Stecker nachdenken.</p>
<p>Aber es gibt nicht nur den gro&#223;en Stecker. Es gibt auch die kleinen Stecker. In China gibt es ziemlich viele Stecker, die t&#228;glich gezogen werden, damit die Menschen sich nicht frei informieren k&#246;nnen.</p>
<p>Aber auch bei uns gibt es schon kleine Stecker und Versuche, neue kleine Stecker zu installieren und zu nutzen.</p>
<p>Viele diese Stecker tragen die &#220;berschrift &#8220;Zensur&#8221;.</p>
<p>Ein Stecker hei&#223;t zum Beispiel: Ungleichbehandlung im Netz.</p>
<p>Bestimmte Inhalte werden unterschiedlich bei der Daten&#252;bermittlung behandelt. Inhalte werden so gesteuert und gefiltert.</p>
<p>Wir wollen das nicht. Wir wollen Neutralit&#228;t und Freiheit im Netz gesetzlich verankern.</p>
<p>Ein anderer Stecker ist die missbrauchsanf&#228;llige Netzsperre. Sperrinfrastrukturen des Staates, die die Gefahr von Zensur bergen, lehnen wir entschieden ab.</p>
<p>Das bedeutet nicht, dass Inhalte wie Kinderpornografie oder Rechtsextremismus im Netz verf&#252;gbar sein sollen. Unser Ansatz ist hier: Inhalte nachhaltig entfernen, T&#228;ter konsequent verfolgen und die internationale Zusammenarbeit beschleunigen und ausbauen.</p>
<p>Das sage ich als jemand, die vor Jahrzehnten dazu beigetragen hat, das Verbrechen sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Kinder zu enttabuisieren.</p>
<p>Aber: Eine missbrauchsanf&#228;llige Sperrinfrastruktur, die schlimme Kindesmisshandlungen lediglich versteckt, ist f&#252;r uns keine L&#246;sung. Sie ist eben auch in der Sache keine L&#246;sung! Deshalb haben wir den von der Leyenschen Internetsperren auch die Zustimmung verweigert.</p>
<p>Das Internet ist noch nie ein rechtsfreier Raum gewesen, es darf aber auch kein b&#252;rgerrechtsfreier Raum sein.</p>
<p>Nach dem Grundsatz &#8220;meine Daten geh&#246;ren mir!&#8221; setzt sich gr&#252;ne Netzpolitik seit langem daf&#252;r ein, dass pers&#246;nliche Daten und Informationen vor der Sammelwut von Unternehmen und Zugriffen des Staates gesch&#252;tzt werden.</p>
<p>Auch das geh&#246;rt zur Freiheit des Netzes, dass nicht jede unserer Bewegungen in der digitalen Welt beobachtet und abgespeichert wird!</p>
<p>Wir k&#228;mpfen deshalb entschieden gegen weitere Stecker, wie die Vorratsdatenspeicherung, die Online-Durchsuchung, die Telefon&#252;berwachung oder unn&#246;tiges Haften von Blogs und Foren f&#252;r fremde Inhalte. All das sind Instrumente, um die Freiheit in der digitalen Welt einzuschr&#228;nken.</p>
<p>Aber wo endet die Freiheit des Einzelnen? Bei der Freiheit des Anderen? Diese Frage besch&#228;ftigt uns beim Urheberrecht. Da brauchen wir eine faire und gerechte L&#246;sung: User d&#252;rfen nicht kriminalisiert – K&#252;nstlerinnen und K&#252;nstler m&#252;ssen angemessen verg&#252;tet werden. Das m&#252;ssen wir hinkriegen. Und deshalb machen wir uns Gedanken &#252;ber pauschale Verg&#252;tungsmodelle, &#252;ber Kultur-Flatrates.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>ich finde das schon ausgesprochen spannend: Wor&#252;ber die analoge Welt seit Jahrhunderten ringt – das Verh&#228;ltnis von Freiheit des Einzelnen zur Freiheit des anderen und der Freiheit aller, die Spannung und Balance von Freiheit und Gerechtigkeit – dieses Ringen ist auch f&#252;r die digitale Welt von immenser Bedeutung.</p>
<p>Deshalb freue ich mich, dass wir heute hier im Landtag dar&#252;ber viel h&#246;ren, viel diskutieren und viel lernen werden. &#220;ber Freiheit, &#252;ber kleine und gro&#223;e Stecker, &#252;ber Daten- und Urheberrechtsschutz im digitalen Zeitalter.</p>
<p>Dank an Monika f&#252;r die Organisation und inhaltliche Gestaltung des Tages, danke allen Beteiligten f&#252;r ihr Engagement, danke den Teilnehmerinnen und Teilnehmern f&#252;r ihr Interesse an einer zentralen Zukunftsfrage. Ich bin sicher, es wird nicht die letzte Veranstaltung, die letzte Debatte zu diesem Thema sein. Das digitale Zeitalter hat gerade erst begonnen.</p>
<p>Kurz zur&#252;ck zum Anfang: Wenn tats&#228;chlich jetzt irgendwer diesen fiktiven gro&#223;en Stecker ziehen w&#252;rde zur digitalen Welt, w&#228;re das richtig schade. Dann k&#246;nnte ich gleich nicht aller Welt via Facebook mitteilen, wo ich gerade bin und was wir hier gemeinsam tun.</p>
<p>Ich w&#252;nsche der Veranstaltung einen guten Verlauf und verspreche Euch und Ihnen, dass die Ergebnisse in die parlamentarische Arbeit der GR&#220;NEN Fraktion einflie&#223;en werden.</p>
<p>Herzlichen Dank.</p>
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		<item>
		<title>Gr&#252;ne Welle statt schwarz-gelbes Chaos</title>
		<link>http://sylvia-loehrmann.de/553/gruene-welle-statt-schwarz-gelbes-chaos/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 16:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia Löhrmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reden]]></category>

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		<description><![CDATA[Sylvia L&#246;hrmann: Rede zum Politischen Aschermittwoch
Altes Pfandhaus K&#246;ln, 17.02.2010
Es gilt das gesprochene Wort!
Anrede,
herzlich willkommen zum politischen Aschermittwoch von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen im Alten Pfandhaus.
Erlaubt mir eine Vorbemerkung: Ich habe diese Rede nicht vor drei Jahren in Warendorf schon einmal gehalten.
Also: Nicht, dass ich nicht auch Reden oder Versatzst&#252;cke von Reden mehrfach verwende. Aber Euch in ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Sylvia L&#246;hrmann: <a href="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/02/20100217_Aschermittwochsrede_Loehrmann.pdf">Rede zum Politischen Aschermittwoch</a></h3>
<p>Altes Pfandhaus K&#246;ln, 17.02.2010</p>
<p>Es gilt das gesprochene Wort!</p>
<p>Anrede,</p>
<p>herzlich willkommen zum politischen Aschermittwoch von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen im Alten Pfandhaus.</p>
<p>Erlaubt mir eine Vorbemerkung: Ich habe diese Rede nicht vor drei Jahren in Warendorf schon einmal gehalten.</p>
<p>Also: Nicht, dass ich nicht auch Reden oder Versatzst&#252;cke von Reden mehrfach verwende. Aber Euch in K&#246;ln eine Rede aus Warendorf in Westfalen zum Besten zu geben, w&#228;re ja fast so schlimm, als w&#252;rde ich meine letztj&#228;hrige Aschermittwochsrede aus D&#252;sseldorf noch einmal vortragen.</p>
<p>Ich habe mal kurz gegoogelt, wo wir uns hier befinden. Vielleicht wisst Ihr das gar nicht. Das ist das alte ehrw&#252;rdige Geb&#228;ude der ehemaligen Pfandkreditanstalt der Stadt K&#246;ln. 1999 wurde sie geschlossen – wegen Unwirtschaftlichkeit.</p>
<p>Erstaunlich, dass sie das schon so fr&#252;h gemerkt haben, weit vor der Bankenkrise!</p>
<p>Anrede,</p>
<p>in K&#246;ln kriegen die alles raus, wirklich alles.</p>
<p>Letztens haben die rausgekriegt – da musst Du erst einmal drauf kommen – die haben rausgekriegt, dass auf&#8217;m Bau betrogen wird. Wahnsinn, was die alles rauskriegen.</p>
<p>Und vor ein paar Tagen haben die rausgekriegt, dass es irgendwie nicht optimal ist, wenn die Bauherren die Bauaufsicht selber machen.</p>
<p>Wisst Ihr, wie die das auch noch rausgekriegt haben? Die haben bei der KVB &#8216;ne Aufnahme von der Bauaufsicht gefunden.</p>
<p>Die ist ganz kurz: Sagt die Bauaufsicht: &#8220;Wo sind die ganzen Streben hin, das geht so nicht?&#8221; Sagt der Polier: &#8220;Verkauft. Zur&#252;ckkaufen wird teuer!&#8221; Und darauf die Bauaufsicht: Schweigen!</p>
<p>Wisst Ihr, wie das die FDP nennt: B&#252;rokratieabbau! Wisst Ihr, wie wir das nennen? Organisierte Kriminalit&#228;t! Und woher kennen wir das? Richtig: Italien.</p>
<p>Und deshalb haben die K&#246;lner jetzt auch rausgekriegt – ich glaube, das war der Becker, J&#252;rgen Becker, nicht der Horst – also, der hat rausgekriegt, dass K&#246;ln in Italien liegt – Neapel!</p>
<p>Aber Leute, das glaub&#8217; ich nicht. Das kann &#252;berhaupt nicht sein. Unm&#246;glich! So viel M&#252;ll liegt hier nun wirklich nicht rum – manchmal der ein oder andere Haufen Bauschutt, aber trotzdem: Das kann nicht sein. Und au&#223;erdem: Dieser Polier hat auch in D&#252;sseldorf gearbeitet. D&#252;sseldorf? Italien? Niemals!</p>
<p>Hut ab, Ihr K&#246;lner! Ihr seid echte Schnellmerker. Damit seid Ihr der schwarz-gelben Landesregierung um Lichtjahre voraus. Die haben noch gar nicht gemerkt, wie sehr sie NRW abgewirtschaftet haben! Dann m&#252;ssen eben die W&#228;hlerinnen und W&#228;hler daf&#252;r sorgen. Und ihnen das Licht abdrehen.</p>
<p>Insbesondere bei der FDP sind das sowieso nur kleine Lichter, die man abdrehen muss. Auch durch die verheerende Wirtschaftskrise haben die nichts gelernt. Stattdessen arbeiten sie kr&#228;ftig weiter an der eigenen Spekulationsblase. Jeden Tag platzt da eine. Bis die FDP dann da landet, wo sie hingeh&#246;rt: FDP &#8211; Fast drei Prozent.</p>
<p>&#220;brigens schade, dass &#8220;Vergiss die Pappnasen&#8221; mit V geschrieben wird. Das passt n&#228;mlich auch bestens auf diese unsoziale Gurkentruppe.</p>
<p>Wir dagegen haben uns m&#228;chtig ins Zeug gelegt. Bei unserer ersten Bundestagswahl holten wir 1,5 Prozent, bei der letzten 2009 waren es 10,7 Prozent. Was ganz klar zeigt – die Zukunft ist gr&#252;n. Und auf keinen Fall: Schwarz-Gelb. Nach den aktuellsten Umfragen befinden sich die so genannten Liberalen im Sinkflug. Realisten sagen dazu – eine scheintote Blei-Ente im freien Fall.</p>
<p>Das ist auch das letzte, was an dieser FDP noch frei ist.</p>
<p>Damit keiner denkt, das sei alles auf (meinem) &#246;kologischen Mist gewachsen, zitiere ich hier den aktuellen Infratest des Deutschland-Trends: „Die 100-Tage-Bilanz der neuen Bundesregierung sieht recht d&#252;ster aus – trotz Atomstrom!</p>
<p>F&#252;r eine Partei aber ist die 100-Tage-Abrechnung besonders bitter: Nach elf Prozent Anfang Januar st&#252;rzt die FDP nun regelrecht ab, auf nur noch acht Prozent. […] Weniger als die H&#228;lfte der W&#228;hler, die noch am 27. September ihr Kreuzchen bei der FDP gemacht haben, (14,6 Prozent) […] w&#252;rden diese Partei zum gegenw&#228;rtigen Zeitpunkt erneut w&#228;hlen.&#8221;</p>
<p>Achtung – jetzt genau hinh&#246;ren! Das zeigt – selbst FDPisten geh&#8217;n – mit der Zeit.</p>
<p>Doch woran liegt das? Oder konkret: Wie sieht in NRW die politische Wirklichkeit aus? Ich nenne nur ein Stichwort. „Mehrwertsteuersenkung“ im Hotelgewerbe. Die FDP hat Spenden von insgesamt 1,1 Mio. Euro eines Hotelunternehmers angenommen – da ist die Senkung der Mehrwertsteuer f&#252;r Hotels, aus Sicht der FDP, eine logische Konsequenz. Nicht, dass die FDP k&#228;uflich w&#228;re. Aber man kann sie mieten. Ich sehe schon die neue Website der FDP vor Augen:</p>
<p>&#8220;www.miet-me.org&#8221;</p>
<p>Im Impressum blinkt gro&#223; und fett die Kontonummer. Und mit erteilter Einzugserm&#228;chtigung gibt’s noch mal 3% Skonto.</p>
<p>Einen Haken hat die Sache: Volker Pispers hat&#8217;s auf den Punkt gebracht: Selbst der gemeine FDP-W&#228;hler hat gar kein Hotel.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>wie hat der hiesige FDP-Landeschef Andreas Pinkwart auf diese politische Bankrotterkl&#228;rung reagiert?</p>
<p>Der Minister f&#252;r Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie – allein der Titel macht tr&#228;ge – reagiert wie eine einsame Hy&#228;ne nach verlorenem Kampf: Schwanz einziehen und R&#252;ckzug.</p>
<p>Aber immer grinsend, Hauptsache grinsend. Und Wackel-Dackel Kopf nickend. Immer: Wenn R&#252;ttgers redet, grinst er; wenn Studierende protestieren, grinst er; wenn Westerwelle ihm verbal eins in die Schnauze haut, grinst er; &#8211; ehrlich, der Mann grinst immer.</p>
<p>Der Spiegel zitiert ihn: „Gute Politik korrigiert sich, wenn ein Gesetz den Praxistest nicht besteht&#8221;. Weiter: „Also sollte man die Steuersenkung f&#252;r Hoteliers aussetzen und im Rahmen der gro&#223;en Steuerreform neu machen.&#8221;</p>
<p>Zu deutsch: Steuergeschenke f&#252;r Hoteliers doch nicht jetzt, sondern erst nach der Wahl, denn dann sind die Reichen insgesamt mal dran – da fallen die Hoteliers kaum noch auf.</p>
<p>Bl&#246;d, Herr Pinkwart, dass Ihnen die Idee nicht schon bei den Koalitionsgespr&#228;chen gekommen ist. Schlie&#223;lich ist doch sonst fast alles auf den 10. Mai 2010 verschoben worden.</p>
<p>Aber wie sieht es mit Pinkwarts KO-Piloten aus? Ich meine unseren Landesvater, der, wenn er nicht bald die Kurve kriegt, ganz sicher als „Rum&#228;nen-R&#252;ffler-R&#252;ttgers“ in die Geschichtsb&#252;cher eingehen wird!?</p>
<p>J&#252;rgen R&#252;ttgers, bis Mai dieses Jahres Ministerpr&#228;sident in NRW, ist angesichts des Chaos in seiner Koalition nach Washington D.C. geflogen. Das war gut.</p>
<p>Er ist aber wieder zur&#252;ckgekommen.</p>
<p>Und angesichts seiner aktuellen Reiseerlebnisse m&#252;ssen die Amerikaner aufpassen, dass sie die Rum&#228;nen nicht noch &#252;berholen! Wie sagte unser Landesvater, als er in Washington steckenblieb? „Bei uns ist der Schnee auf den Stra&#223;en in k&#252;rzester Zeit wegger&#228;umt, in den USA kriegen sie nicht mal die Wege rund ums Wei&#223;e Haus frei.“</p>
<p>Ja, da kann unser freundlicher Herr R&#252;ttgers aber so richtig ungehalten werden, wenn es schneit und es nicht alles nach Plan l&#228;uft.</p>
<p>Das klingt doch ganz &#228;hnlich wie „Im Unterschied zu den Arbeitnehmern hier im Ruhrgebiet kommen die in Rum&#228;nien eben nicht morgens um sieben zur ersten Schicht und bleiben bis zum Schluss da. Sondern sie kommen und gehen, wann sie wollen, und wissen nicht, was sie tun.“ Dabei h&#246;rt sich das Ganze doch eher nach seiner eigenen Regierung an!</p>
<p>Es raschelte anschlie&#223;end ganz ordentlich im medialen Bl&#228;tterwald. Nat&#252;rlich wurde dann kr&#228;ftig zur&#252;ckgerudert, allerdings, was nutzt eine Kurskorrektur – nachdem die Titanic den Eisberg geknutscht hat.</p>
<p>Ja, ja, ich wei&#223;, R&#252;ttgers hat immer nur seinen Job getan, – aber dasselbe hat der Kapit&#228;n der Titanic auch gesagt…</p>
<p>Im Anschluss wurde dann kleinlaut vermeldet, R&#252;ttgers sei damit auch nicht ganz happy, dies sei ein rhetorischer Ausrutscher, der im Eifer des Wahlkampfs passiert sei.</p>
<p>Ein R&#252;ttgers-Intimus soll das so kommentiert haben: „Er hat das so gesagt, aber nicht so gemeint“. Auf Deutsch: R&#252;ttgers geht gern Schwimmen, will dabei aber nicht nass werden. Ich pers&#246;nlich meine, mit dieser Politik geht er ganz sicher baden…</p>
<p>Bleiben wir beim Wasser: Ich steh am F&#252;hlinger See und sehe dort:</p>
<p>R&#252;ttgers, Innenminister Wolf und Pinkwart. Alle sitzen in einem Boot. Das Boot geht unter. Preisfrage: Wer wird gerettet? – Nordrhein-Westfalen!</p>
<p>Anrede,</p>
<p>die schlechte Stimmung im Land hat Konsequenzen:</p>
<p>Viele FDP-Mitglieder tragen ihre Schuhe schon verkehrt herum. So haben sie zumindest das Gef&#252;hl, dass es in Deutschland aufw&#228;rts geht.</p>
<p>Vielleicht liegt die „vertikale Herausforderung“ auch ein bisschen an unserem &#252;beraus wortgewandten Au&#223;enminister, – zumindest solange kein „th“ gefordert wird – dass die Menschen sich in diesem Land von den so genannten Liberalen abwenden. Obwohl ich mich pers&#246;nlich frage, &#8216;Why h&#228;ck they all on their party chairman on?&#8217; Der tut doch am allerwenigsten. Wenn man mal von seinen verbalradikalen Verzweiflungsattacken absieht.</p>
<p>Westerwelle hat ja gerade die r&#246;mischen Festspiele er&#246;ffnet. Eigentlich ist er ja der M&#246;chtegern-Caesar. Er gibt aber den durchgeknallten Nero-Verschnitt mit seiner Hartz-IV-Beschimpfungs-Leier, Bacchus Br&#252;derle an seiner Seite. Derweilen bricht in der zweiten Reihe der Laienspielschar der Kampf aus, wer den Brutus geben darf.</p>
<p>Drei zur Auswahl:</p>
<p>Brutus Pinkwartus, der hochwohlgeborene Chaoticus Magnus Hotellus oder</p>
<p>Brutus Kubickus, seines Zeichens Amicus brutalus nordicus</p>
<p>oder Bruta Flacha – manchmal d&#252;rfen die Frauen auch in der FDP mal was versuchen.</p>
<p>Letztlich ist ja alles eine Bildungsfrage. Wer erkl&#228;rt es denn dem Guido Nero Westerwello mal?</p>
<p>Die sp&#228;tr&#246;mische Dekadenz bestand darin, dass ein kleines Gr&#252;ppchen auf Kosten der Allgemeinheit sittenwidrig seine Privilegien gepflegt hat – und geprasst hat – und das Volk beschimpft hat – und dann noch die Unterprivilegierten zu S&#252;ndenb&#246;cken gemacht hat.</p>
<p>Da f&#228;llt mir ein Beispiel aus der heutigen Zeit ein:</p>
<p>Sp&#228;tr&#246;mische Dekadenz, das ist ungef&#228;hr so wie die Sondertarife f&#252;r FDPler bei der Privaten Krankenkasse – ohne Angaben und Anrechnung von Vorerkrankungen, ohne Wartezeiten, f&#252;r die ganze Familie. W&#228;hrend gleichzeitig von Empf&#228;ngern von Hartz IV das Bild des Sozialschmarotzers gezeichnet wird.</p>
<p>FDP: das hei&#223;t auch fanatisch – dekadent – populistisch!</p>
<p>Obwohl Westerwelles Mantra lautet: „Leistung muss sich wieder lohnen“ k&#252;tt nix Richtiges an beim Volk. Wie w&#228;r&#8217;s mit einer marktradikalen, leistungsgerechten Di&#228;ten-zur&#252;ck-Garantie? Denn f&#252;r nix – kriegt er eben auch nix – das ist doch sein Leistungsprinzip?!</p>
<p>Dabei k&#246;nnte man den Satz ja auch richtig rum verstehen: Arbeit soll sich lohnen? Ist ja richtig. Dann f&#252;hrt endlich den gesetzlichen Mindestlohn ein. &#220;berall gibt&#8217;s den: in der Volksrepublik Gro&#223;britannien zum Beispiel. Oder in der vereinigten Volksrepublik Amerika. Nur hier nicht. Da sch&#252;tzt uns Guido Westerwelle vor dem Sozialismus.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>der hat doch nicht alle Tassen im Schrank. Der geh&#246;rt in Behandlung, nicht in die Regierung.</p>
<p>Beim Fernsehen w&#252;rde Westerwelle vielleicht eine gute Figur machen. Das passende RTL-Format hei&#223;t: DSDS – Deutschland sucht den Superdepp.</p>
<p>Vielleicht w&#228;re er doch besser Schlagers&#228;nger geworden. Das hatte er sich ja als Beliebtheitschance &#252;berlegt – unser Heino f&#252;r Reiche.</p>
<p>Ich stelle mir das richtig klasse vor: Guido W. bei Dieter B.: „Mensch, Guido: Das war richtig schei&#223;e. Ist das Dein Konfirmationsanzug, oder was? Und Deine Stimme, Deine Stimme auf Platte, und die Plattenfirma ist pleite!“ Das w&#228;r&#8217;s doch gewesen, oder?</p>
<p>Aber nein: Guido wollte ja lieber unbeliebter Au&#223;enminister werden. Und da muss man doch neidlos gratulieren: Er hat&#8217;s wirklich geschafft. Und das musst du erst mal hinkriegen: Au&#223;enminister und richtig unbeliebt! Das hat noch keiner geschafft. Nicht mal der Kinkel. Gut, der war langweilig. Aber so richtig unbeliebt? Nein. Das schafft nur Guido, der Erste!</p>
<p>Manche Karrieren enden besser schnell!</p>
<p>Anrede,</p>
<p>die FDP hat ja einige alte Oppositions-Ideen neu aufgelegt.</p>
<p>Zum Beispiel das Guido-Mobil: Das neue Guido-Mobil kann jetzt auch fliegen und hat internationale Reichweite.</p>
<p>Oder das Projekt 18: Damit sind nicht mehr Wahlprozente gemeint, sondern Beliebtheitsprozente des Au&#223;enministers. Respekt f&#252;r dieses Ziel, Herr Westerwelle, das hat noch kein Amtsinhaber erreicht!</p>
<p>So gef&#228;llt selbst uns Gr&#252;nen das Projekt 18!</p>
<p>Anrede,</p>
<p>es wird Zeit f&#252;r Gr&#252;n! Denn wir sind die Macher des neuen Zukunftsplans von NRW. Deshalb wei&#223; ich, wir schaffen bei der anstehenden Landtagswahl mehr als 6,2 Prozent, wir werden die Scharte vom letzten Mal auswetzen. Mein Credo: Wir schaffen das! Wir werden st&#228;rker, wir werden zweistellig, und wir werden wieder dritte Kraft.</p>
<p>Und das hat gute Gr&#252;nde!</p>
<p>Anrede,</p>
<p>wir sind die Klima- und Umweltpartei.</p>
<p>Wir wollen die &#246;kologische industrielle Revolution in Gang setzen. Den Green New Deal, und wir wollen damit 200.000 zukunftsf&#228;hige Arbeitspl&#228;tze schaffen.</p>
<p>Mit Geb&#228;udesanierung, erneuerbaren Energien, mit Bildung und Betreuung, mit Investitionen in ein sozial gerechtes Gesundheitssystem, mit neuen Jobs im sozialen Arbeitsmarkt.</p>
<p>Und wenn die FDP so weiter macht, werden im Land- und Bundestag auch noch ein paar Jobs frei.</p>
<p>Wir Gr&#252;nen wollen und werden handeln. Hier und jetzt. Ohne wenn und aber. Wir surfen nicht wie „Wester“ auf einer gift-gelben Welle – wir sind die Gr&#252;ne Welle. Deshalb achten wir auch nicht auf gelbe Ampeln oder sonstige politischen Verkehrshindernisse.</p>
<p>Zentraler Teil des Green New Deals, Ihr wisst es, liebe Freundinnen und Freunde, ist unsere Drei-E-Strategie gegen den Klimawandel.</p>
<p>1. Erneuerbare</p>
<p>2. Effizienz</p>
<p>3. Einsparung</p>
<p>Dasselbe Konzept wenden wir nach der Landtagswahl an.</p>
<p>Wir erneuern die Energie im Landtag – wir Gr&#252;nen haben die Akkus 120% aufgeladen!</p>
<p>Wir arbeiten effizient – weg mit den liberalen Schnarchnasen.</p>
<p>Und wir sparen was ein – weg mit dem politischen Seemannsgarn – denn wir Gr&#252;nen segeln hart am Wind…</p>
<p>&#220;berhaupt: Was bilden sich die anderen Parteien ein? Sie „machen“ auf gr&#252;n, wenn es ihnen gerade mal passt. Nach dem Motto: Versuchen wir mal, bei den Gr&#252;nen kurzfristig f&#252;r die Wahl ein paar Stimmen abzufischen.</p>
<p>Klar, ist doch ganz einfach – zumindest, wenn man immer noch glaubt, die Erde sei eine Scheibe.</p>
<p>Doch wie soll das aussehen, wenn sich die FDP mal schnell eine gr&#252;ne Joppe &#252;berwirft? Dachbegr&#252;nung auf Atomkraftwerken? Nachhilfestipendium f&#252;r Hochbegabte mit Migrationshintergrund? Vermutlich nicht mal das. Eher gibt&#8217;s noch &#8216;ne Mehrwertsteuererm&#228;&#223;igung f&#252;r verarmte Poliere auf U-Bahnbaustellen.</p>
<p>Ich frage euch: Was haben die so genannten Liberalen in NRW bisher umweltpolitisch auf die Reihe gekriegt? Nichts: Und sie haben nur M&#252;ll produziert – und zwar geistigen Sonderm&#252;ll, zum Gl&#252;ck ist da die Halbwertszeit gering…</p>
<p>Dennoch: In ihrem neuen Wahlprogramm zur Landtagswahl wollen die Liberalen f&#252;r mehr „Wettbewerb in der Abfallwirtschaft“ sorgen. K&#246;nnen sie haben.</p>
<p>Unser konkurrenzloses Angebot: Nach der Landtagswahl entsorgen euch die Gr&#252;nen zum Nulltarif: r&#252;ckstandsfrei und &#246;kologisch! – Guter Gag, Arndt!</p>
<p>Und auf einmal – das Darwin-Jahr ist l&#228;ngst vorbei! – entdecken sie sogar die „Erhaltung der Artenvielfalt“. Ich wei&#223; auch warum! Die Pinkwarts &amp; Co. haben Angst, dass die Gattung der „gelben Luftpfeifer“ auf die rote Liste kommt. Dabei haben die noch nicht mal das Zeug zu &#8220;schr&#228;gen V&#246;geln&#8221;!</p>
<p>Aber keine Bange: Wir Gr&#252;nen haben schon immer Sympathie f&#252;r aussterbende Spezies gehabt. Es gibt da ein kleines gelbes marktradikales Fleckchen, in der Nische k&#246;nnt ihr bleiben – au&#223;erhalb des Parlaments. Wir Gr&#252;ne k&#252;mmern uns schon um den echten Liberalismus.</p>
<p>Und die Christdemokraten? Auch sie entdecken neuerdings die Natur. Und das gemeinsam mit ihren Familien! Jeden Sonntagvormittag, p&#252;nktlich um elf, nachdem sie ihren Gel&#228;ndewagen mit Allradantrieb und f&#252;nf Liter Hubraum f&#252;r die D&#252;sseldorfer K&#246; auf dem Waldweg eingeparkt haben.</p>
<p>Beim anschlie&#223;enden Spaziergang beschweren sie sich wom&#246;glich noch &#252;ber die b&#246;sen Radfahrer, die den Wald unsicher machen…</p>
<p>Meine Oma sagte immer: Manche Menschen m&#252;ssen erst mal in einen Anzug reinwachsen, bis er ihnen passt.</p>
<p>Apropos Anzug: Da f&#228;llt mir der Generalsekret&#228;r der NRW-CDU ein – der Halbstarke im Nadelstreifen. Name gleich Programm: W&#220;ST. Im Zuge seiner letzten Panikattacke hat er doch die These abgesondert, dass – wer gr&#252;n w&#228;hlt – die Radikalen, Chaoten und Spalter der NRW-Linken als Minister bekommt. Er hat die altbekannte Warnung vergessen, dass dann auch die Sowjetarmee bis an den Rhein vorsto&#223;en w&#252;rde. In K&#246;ln h&#228;tten sie dann gesagt: &#8220;D&#8217;r Zoch k&#252;tt!&#8221;</p>
<p>Offen bleibt die Frage, wer Herrn W&#252;st aus dem Kalten Krieg in die Jetztzeit zur&#252;ckholt. Ob f&#252;nf Jahre Opposition daf&#252;r ausreichen? Wir sollten ihm die Zeit geben.</p>
<p>Und viel Zeit brauchen die immer bei der CDU. Die haben jetzt schon am 2.2. eine Musterrede zur Landespolitik verschickt, eine Wahlkampfrede f&#252;r die Kandidaten. Dabei soll der Wahlkampf laut CDU erst nach Ostern beginnen. Da hat Frau Sommer aber viel Zeit zum &#220;ben.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>wir Gr&#252;nen schm&#252;cken uns nicht mit fremden Federn.</p>
<p>Denn das hat &#228;hnlich gute Erfolgsaussichten wie eine Steuererkl&#228;rung auf einem Bierdeckel. Schwer vorstellbar! Oder von den Wagenknecht-Anh&#228;ngern eine nachhaltige Politik zu erwarten. Die denken doch h&#246;chstens bis zum linken Bierdeckelrand.</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>wir d&#252;rfen selbstbewusst sein. Wir sind das Original. Wir sind die Gr&#252;nen – quasi das iphone der Umweltpolitik. Und kein sch&#228;biges Imitat, das unter der Hand hinterm Hauptbahnhof verschachert wird…</p>
<p>Anrede,</p>
<p>wir Gr&#252;nen sch&#252;tzen wirklich das Klima. Konsequent – ohne Kohle und Atom. Wir sind keine Mogelpackung. Man kann uns nicht kaufen!!! Auch nicht durch M&#246;venpick mieten!! Sondern nur – aus &#220;berzeugung – w&#228;hlen!</p>
<p>Anrede,</p>
<p>der 2. Grund, warum wir Gr&#252;nen die Wespenkoalition in NRW das F&#252;rchten lehren, das ist die Bildungspolitik. Dieses Feld haben wir seit Jahren systematisch und dynamisch beackert und uns deshalb hohe Kompetenz und Glaubw&#252;rdigkeit erworben.</p>
<p>Was uns dabei ganz klar von der Landesregierung unterscheidet: Wir wollen Bildung f&#252;r alle. Und nicht nur f&#252;r „alle“, die es bezahlen k&#246;nnen. Unsere Politik folgt nicht der Devise FDP – F&#252;ll Dein Portemonnaie.</p>
<p>Leider behaupten viele markradikale Trittbrettfahrer: Lernen ist Bildung, Bildung ist Luxus, und Luxus k&#246;nnen wir uns leider nicht leisten.</p>
<p>Aber was ist von einer Partei zu halten, die bei Lambsdorff und M&#246;llemann in die Lehre gegangen ist?</p>
<p>Wir Gr&#252;nen dagegen haben unsere Hausaufgaben gemacht. Wir wissen schon lange: Bildung ist Dung f&#252;r den Geist.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>Kinder sind keine Mastg&#228;nse, die mit hochverdichtetem Wissen gestopft werden, sondern Feuer, die entfacht werden m&#252;ssen. Oder mit K&#228;stner: Der Mensch soll lernen, nur die Ochsen b&#252;ffeln.</p>
<p>Das gilt nicht nur in NRW. Sondern auf der ganzen Welt. Wir k&#228;mpfen daf&#252;r, dass Kinder eine gute Ausbildung bekommen. Alles andere ist so vern&#252;nftig wie die nationale Streusalz-Aff&#228;re…</p>
<p>Das haben wir jetzt davon, liebe Freundinnen und Freunde, dass Bayern f&#252;r Preu&#223;en politische Verantwortung tragen sollen:</p>
<p>Ramsauer will eine nationale Streusalzreserve anlegen. Was wir aber wirklich brauchen, Anrede, das ist mehr gr&#252;ner Pfeffer unter die Hintern in Berlin und D&#252;sseldorf: z.B. den Bildungssoli! – Sonst wird dat nix mit Merkels Bildungsgipfelst&#252;rmerei!</p>
<p>Wir arbeiten solide – in Berg und Tal, und vor allem auf der breiten Ebene. Wir wollen Chancengleichheit. Und wenn wir von Bildung sprechen, dann meinen wir das allumfassend, von den J&#252;ngsten bis hin zu den &#196;lteren. Und nicht nur die Reichen und die Superreichen.</p>
<p>Wir k&#228;mpfen daf&#252;r, dass das Studium nicht vom Geldbeutel der Eltern abh&#228;ngt. Deshalb m&#252;ssen die Studiengeb&#252;hren auch in NRW wieder abgeschafft werden! Wie schon in Hessen und im Saarland. – Nach der Melodie: Da simmer dabei, das ist prima!</p>
<p>Doch was passiert in NRW? Was die FDP in unserem Land in f&#252;nf Jahren verschlimmbessert hat, davon steht es den Menschen bis hier! Zwei-Klassen-Medizin, Zwei-Klassen-Bildung, Privat vor Staat.</p>
<p>W&#228;hrend wir daf&#252;r sorgen, dass die Kinder in der Schule ein anst&#228;ndiges Mittagessen auf den Tisch bekommen, faseln die von Sponsoring.</p>
<p>Und was hat die Sponsor-Partei auf dem Zettel? Vollmundig schreibt die FDP in ihr Landtagswahlprogramm: Wir wollen jeden „Einzelnen in Abh&#228;ngigkeit von seinen M&#246;glichkeiten individuell f&#246;rdern und fordern“. Meinen die mit M&#246;glichkeiten etwa das Portemonnaie der Eltern?</p>
<p>Die Bildungspolitik von Schwarz-Gelb schafft Denkm&#228;ler ganz besonderer Art. Denn wie sagte der Baumeister, bevor der den Turm von Pisa errichtete – wird schon schiefgehen…</p>
<p>Hoffentlich hat der Baumeister der K&#246;lner U-Bahn nicht &#196;hnliches gesagt… Also, an die Landesregierung k&#246;nnen die die Eisenstangen nicht heimlich verkauft haben, deren Politik ist n&#228;mlich auch auf Sand gebaut.</p>
<p>Und eigentlich – wenn ich&#8217;s mir so recht &#252;berlege – hat dieser Polier hier ja auch nur die Politik dieser Landesregierung konsequent zu Ende gedacht und zu Ende gebracht: Privat vor Staat. Also: Streben bringt Segen &#8211; f&#252;r mich statt f&#252;r uns!</p>
<p>Als die K&#246;lner Gr&#252;nen vor diesem wahrhaft unterirdischen U-Bahnbau gewarnt haben, wurden sie verlacht. Es wurde geh&#246;hnt, die Gr&#252;nen wollten wieder Pferdekutschen fahren lassen.</p>
<p>Inzwischen haben wir hinter uns: einen schiefen Kirchturm, ein eingest&#252;rztes Stadtarchiv, und eine Stra&#223;enbahn, die mit viel Gl&#252;ck vor einem sich pl&#246;tzlich auftuenden Loch bremsen konnte.</p>
<p>Das K&#246;lner Motto &#8220;Et h&#228;tt noch &#228;mmer joot jejange&#8221; ist nachhaltig besch&#228;digt. Der Spott ist gro&#223;. In der Stunksitzung wurde von Problemen mit der bemannten U-Bahnfahrt vom Hauptbahnhof zum Ludwigsplatz ge&#228;tzt. Und in D&#252;sseldorf lachte man sich schief &#252;ber folgenden Witz: &#8220;Was ist, wenn man einem K&#246;lner drei Beine eines Tisches klaut: Dann macht er einen in die Mitte des Tisches und sagt: Der steht stabil.&#8221;</p>
<p>Wenn man allerdings auf die massiven Probleme schaut, die noch anstehen, und die immensen Kosten, bleibt einem das Lachen buchst&#228;blich im Halse stecken. Die Kostensteigerung allein bei diesem Projekt in K&#246;ln ist doppelt so gro&#223;, wie die Einsparung im gesamten &#214;PNV in NRW in den letzten zehn Jahren – &#252;brigens mit verheerenden Folgen.</p>
<p>Diejenigen, die uns damals verh&#246;hnt haben, w&#228;ren froh, wenn sie wenigstens ein funktionierendes Postkutschensystem hingekriegt h&#228;tten.</p>
<p>Davon tr&#228;umen die wahrscheinlich nachts – schlie&#223;lich hat ihnen ja R&#252;ttgers f&#252;r K&#246;ln eine neue Reiterstaffel versprochen.</p>
<p>Doch zur&#252;ck zur Bildung:</p>
<p>Anrede,</p>
<p>ja, an die Bildung, da m&#252;ssen wir ran. Auch wenn das viel kostet. Sorry, liebe K&#246;lner: An dieser Stelle muss ich mal einen D&#252;sseldorfer zitieren, und zwar Heinrich Heine. Der hat gesagt: Geld ist rund und rollt weg, aber die Bildung bleibt. Und die Haltung der FDP dazu?</p>
<p>Die gut gef&#246;hnten Betriebswirte haben ja nur noch die radikale Marktwirtschaft im Blick. Aber der Markt hat im Bildungswesen so viel zu suchen, wie der Wolf im H&#252;hnerhof. Oder wie die FDP in der Regierung!</p>
<p>Arbeiten wir daran, dass das d&#252;stere Kapitel Schwarz-Gelb schon bald Geschichte sein wird.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>zu guter letzt, warum Gr&#252;n die Zukunft bedeutet. Ganz einfach: Wir k&#228;mpfen f&#252;r soziale Gerechtigkeit.</p>
<p>Es ist kalt geworden in NRW. Bitterkalt. Das ist das typische Betriebsklima einer puren, entfesselten Marktwirtschaft.</p>
<p>Die Marktlenker kennen wir nur zur Gen&#252;ge – die stehen sch&#246;n drinnen und schmauchen sich &#8216;ne feine Cohiba. Reiben sich die fein manik&#252;rten H&#228;nde, weil sie sich selbst die Finger ja nicht mehr dreckig machen.</p>
<p>Ihr Prinzip: Steck nichts rein, was dir selber geh&#246;rt. Handel dicke Beratervertr&#228;ge aus – und mach einen auf dicke Hose. Und: Was morgen kommt ist mir egal, da lebe ich von meiner Bankabfindung. Und die Verluste zahlen andere.</p>
<p>Das geht nicht so weiter: Wir machen Schluss mit diesen marktradikalen Luftpumpen.</p>
<p>NRW war lange Zeit das soziale Gewissen Deutschlands. Wir Gr&#252;nen sorgen daf&#252;r, dass das wieder so sein wird. Denn: F&#252;r uns Gr&#252;ne sind Menschen in erster Linie Menschen – und nicht nur W&#228;hlerinnen und W&#228;hler. Und f&#252;r die wollen wir was tun – denn die haben es verdient: Man muss nicht weit fahren, um sozial Schwache zu sehen. Man muss nur seine Augen aufmachen. Oder zumindest seine Designer-Sonnenbrille abnehmen. Wir Gr&#252;ne haben uns umgeschaut und wollen handeln.</p>
<p>Wer sich hier im Land nicht fortbewegen kann, weil es f&#252;r ihn zu teuer ist, f&#252;r den ist der Zug im wahrsten Sinne des Wortes abgefahren. Und steht damit beruflich wie menschlich auf dem Abstellgleis. Das l&#228;uft mit uns nicht. Deshalb wollen wir ein landesweites Sozialticket schaffen.</p>
<p>Wenn sich Eltern ein Schul- oder Kita-Mittagessen nicht leisten k&#246;nnen, ist das Kind vom Ganztag ausgeschlossen. Das ist ein Skandal. Deshalb wollen wir allen ein Schulmittagessen erm&#246;glichen. Und das hei&#223;t dann: kostenlos f&#252;r alle, die es sich nicht leisten k&#246;nnen.</p>
<p>Daf&#252;r brauchen wir M&#246;venpick-Steuern – und nicht M&#246;venpick-Spenden!</p>
<p>Wer Hilfe braucht, soll sie in NRW wieder kriegen. Wir wollen die Arbeitslosenzentren wieder f&#246;rdern, Drogen- und Suchthilfe st&#228;rken und die Anlaufstellen f&#252;r Frauen wieder zur&#252;ckhaben.</p>
<p>Kurzum: Wir wollen die st&#228;ndige Umverteilung von unten nach oben abstellen und wieder umkehren. Weil f&#252;r uns soziale Gerechtigkeit eben Solidarit&#228;t bedeutet. Wir machen nicht wie die FDP die Heuschrecke zum Wappentier!</p>
<p>Wir wissen auch, wie wichtig unsere St&#228;dte und Gemeinden f&#252;r unsere Demokratie, f&#252;r unsere Gesellschaft sind. Deshalb wollen wir verhindern, dass sie Pleite gehen.</p>
<p>Ein kurzer Vergleich: Von dem Geld, das Schwarz-Gelb den Hotels in den Rachen schiebt, k&#246;nnten alle Schwimmb&#228;der im Land betrieben werden. Gewiss: CDU und FDP brauchen keine Schwimmb&#228;der. Die schwimmen sowieso – auf dem Trockenen.</p>
<p>Mensch, Leute, jetzt h&#228;tt&#8217; ich sie fast vergessen. Die SPD. Das ist kein Wunder. Manchmal habe ich das Gef&#252;hl, dass die SPD gar nicht mitkriegt, was bei ihr los ist: Hallo? SPD? Schon gemerkt?</p>
<p>Der Genosse der Bosse ist kein Kanzler mehr, und Clement ist ganz ausgetreten!</p>
<p>Ihr k&#246;nntet wieder Arbeiterf&#252;hrer werden!</p>
<p>Wenn die das nicht schaffen, m&#252;ssen wir das halt auch noch &#252;bernehmen. Unser Green New Deal mit seinen 200.000 Arbeitspl&#228;tzen f&#252;r NRW ist da ein gewaltiger Schritt! Wir haben da sozusagen die Sieben-Meilen-Stiefel schon geschn&#252;rt, w&#228;hrend die SPD noch ihre roten Filz-Pantoffeln sortiert.</p>
<p>Anrede,</p>
<p>meine pers&#246;nliche Empfehlung, auch f&#252;r die Zeit bis zum 9. Mai: Humor ist, wenn man trotzdem lacht.</p>
<p>Und au&#223;erdem: Mein Herz ist gr&#252;n, es f&#252;hlt mit – und es schl&#228;gt f&#252;r alle Menschen. Sogar f&#252;r die von der FDP! Aber, wer liberal und menschlich ist, ist sowieso schon gr&#252;n!</p>
<p>In diesem Sinne:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>In D&#252;sseldorf woll&#8217;n wir die Wende,</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>drum sag ich gerne hier am Ende:</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>Seid nicht geduldig wie ein Schaf,</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>die Wahl gewinn&#8217; wir nicht im Schlaf!</strong></p>
<p style="text-align: left;">Auf geht&#8217;s. Gr&#252;n k&#246;nnen nur wir! Wir starten durch! Macht mehr m&#246;glich!</p>
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		<title>Gr&#252;ne Herzkammertage</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 16:49:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia Löhrmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rede Sylvia L&#246;hrmann zum Programmparteitag der Gr&#252;nen NRW
 
Liebe Freundinnen und Freunde,
heute und morgen sind Gr&#252;ne Herzkammertage:

Weil unsere Inhalte unsere St&#228;rke sind!
Weil wir die Programmpartei sind!

Und diese Gr&#252;ne Herzkammer ist &#252;berall! Nicht nur in Hochburgen wie K&#246;ln, Aachen oder M&#252;nster, sondern auch H&#246;xter, Lippe oder Balve. &#220;ber 700 &#196;nderungsantr&#228;ge, die Ihr gestellt habt, beweisen das: Von Anf&#252;hrungsstrichen, die ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><a href="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/02/LDK_Feb_2010_Rede_SylviaL&#246;hrmann.pdf">Rede Sylvia L&#246;hrmann</a> zum <a title="Mehr Informationen zur Gr&#252;nen LDK " href="http://essen2010.gruene-ldk.de/" target="_blank">Programmparteitag der Gr&#252;nen NRW</a></h2>
<p> </p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>heute und morgen sind Gr&#252;ne Herzkammertage:</p>
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<li>Weil wir die Programmpartei sind!</li>
</ul>
<p>Und diese Gr&#252;ne Herzkammer ist &#252;berall! Nicht nur in Hochburgen wie K&#246;ln, Aachen oder M&#252;nster, sondern auch H&#246;xter, Lippe oder Balve. <span id="more-525"></span>&#220;ber 700 &#196;nderungsantr&#228;ge, die Ihr gestellt habt, beweisen das: Von Anf&#252;hrungsstrichen, die eingef&#252;gt werden sollen, bis zu Globalalternativen, die f&#252;r einzelne Passagen formuliert worden sind. Um das Programm, das der Landesvorstand und die Programmkommission vorgelegt hat, noch besser zu machen. Das ist die Grundlage f&#252;r einen spannenden Parteitag. Und am Ende der zwei Herzkammertage, da bin ich mir sicher, werden wir ein Super-Programm haben, unseren Zukunftsplan f&#252;r NRW.</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>was ist unsere Gr&#252;ne Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft? Jetzt und in den Folgejahren?</p>
<h4>Wir sind die Klima- und Umweltpartei.</h4>
<p>Wir wollen die <strong>gr&#252;ne industrielle Revolution</strong> in Gang setzen. Den Green New Deal und damit 200.000 zukunftsf&#228;hige Arbeitspl&#228;tze schaffen. 100.000 allein durch die energetische Geb&#228;udesanierung. Das ist machbar, wenn man nur will! Wir wollen das Klima sch&#252;tzen. Mit den drei E: Einsparung, Effizienz und Erneuerbare, mit Sonne und Wind – und ohne Kohle und Atom. Und der Unfall in Gronau hat doch wieder mal gezeigt: F&#252;r die Atomkraft gilt: Sicher ist nur das Risiko! Wir haben die sichersten AKW weltweit – sagen ja die von CDU und FDP. Wahrscheinlich genau so sicher wie das Atomm&#252;lllager Asse. Wir werden bei der Demo in Ahaus zeigen, was wir vom Ausstieg aus dem Ausstieg halten: n&#228;mlich gar nichts! Und es ist ja sch&#246;n, liebe Freundinnen und Freunde, dass die SPD so treu zum von uns durchgesetzten Atomausstieg steht. Und das Argument anf&#252;hrt: Wenn man die Atomenergie fortsetzt, verz&#246;gere man den notwendigen Umbau der Energieversorgung. Das stimmt. Aber das gilt genauso f&#252;r die Kohle, liebe Genossinnen und Genossen. Die n&#228;chsten f&#252;nf, die n&#228;chsten zehn Jahre sind entscheidend, um in NRW mit dieser industriellen Revolution zu beginnen – statt sie zu verpennen. Die Energiewende gibt es nur mit uns, liebe Freundinnen und Freunde.</p>
<p>Wir sind und bleiben die einzige Partei, die <strong>konsequent f&#252;r Klima und Umwelt</strong> eintritt. F&#252;r Artenschutz, f&#252;r &#246;kologische Landwirtschaft, f&#252;r gesundes Essen, sauberes Wasser und saubere Luft. F&#252;r den Erhalt der Sch&#246;pfung!</p>
<p>Wir sind die <strong>neue Bildungspartei</strong> in NRW. Wir wollen f&#252;r unsere Kinder und Jugendlichen ein ideales Bildungssystem. Wir wollen endlich, dass kein Kind mehr auf der Strecke bleibt, dass alle Kinder ihre Bildungspotentiale entfalten k&#246;nnen. Das ist machbar, wenn man nur will! Wir stehen f&#252;r Bildungsaufstieg in den Kitas, in den Schulen, bei der Ausbildung, in den Hochschulen, in der Weiterbildung. Gestern bei der Diskussion des DGB in Nordrhein-Westfalen habe ich es wieder gemerkt: Die Schulpolitik ist die Achillesferse des Ministerpr&#228;sidenten. Seine gr&#246;&#223;te Lebensl&#252;ge. J&#252;rgen R&#252;ttgers verteidigt ein st&#228;ndisches System aus dem vorletzten Jahrhundert. Lieber J&#252;rgen R&#252;ttgers, wenn sich da nichts tut, dann wird das nix. Und die FDP steht f&#252;r Zwei-Klassen-Bildung. Wir Gr&#252;ne sind die Garanten daf&#252;r, dass unsere Kinder l&#228;nger gemeinsam lernen – in einer Schule, die wertsch&#228;tzt. Wir wollen das ohne Schulkrieg hinkriegen, und das schaffen wir auch. Nur mit uns wird es endlich gelingen, dieses schreckliche, dem&#252;tigende, leistungsfeindliche und besch&#228;mende Schulsystem zu &#252;berwinden!</p>
<p>Und unsere <strong>Hochschulen</strong>? Die Studiengeb&#252;hren m&#252;ssen weg, damit es nicht vom Geldbeutel der Eltern abh&#228;ngt, ob eine junge Frau, ein junger Mann studiert. Wir wollen unsere Hochschulen wieder zu Orten der Demokratie, der breiten Bildung, der Innovation machen. Manchmal kommt man langsam schneller nach Bologna. Wie sagte schon K&#228;stner: „Der Mensch soll lernen. &#8211; Nur die Ochsen b&#252;ffeln.“ – Und das gilt auch beim vermurksten Turbi-Abitur!</p>
<p>Wir k&#228;mpfen f&#252;r <strong>soziale Gerechtigkeit</strong>. Und das k&#246;nnen wir durch alle Themen durchdeklinieren. Ob es das Sozialticket ist, das kostenlose Mittagessen f&#252;r arme Kinder, ob es die Arbeitslosenzentren sind, oder Hilfe f&#252;r Wohnungslose, f&#252;r Kranke, f&#252;r Pflegebed&#252;rftige. Und nicht zu vergessen unser Kampf f&#252;r Mindestlohn, f&#252;r mehr Frauen in den Chefetagen und f&#252;r gleiche L&#246;hne, f&#252;r h&#246;here Regels&#228;tze und einen eigenst&#228;ndigen Regelsatz f&#252;r Kinder. Weil Kinder keine abgeleiteten Erwachsenen sind. Und wenn J&#252;rgen R&#252;ttgers jetzt da so gerne von redet – warum haben er und sein Sozialminister Laumann das denn in den Koalitionsverhandlungen nicht durchgesetzt? Kein Wort davon! Wir wollen die st&#228;ndige Umverteilung von unten nach oben wieder umdrehen. Weil f&#252;r uns soziale Gerechtigkeit eben Solidarit&#228;t bedeutet. Wir begn&#252;gen uns nicht mit Almosen, wir wollen Teilhabe und gerechten Zugang auf Augenh&#246;he. All das ist machbar, wenn man nur will!</p>
<p>Ob es im Land sozial gerecht zugeht, l&#228;sst sich am besten an der <strong>Situation in unseren St&#228;dten und Gemeinden</strong> ablesen. Nur Reiche k&#246;nnen sich eine arme Kommune leisten. Wir m&#252;ssen verhindern, dass Schwarz-Gelb im Land und im Bund weiter die Handlungsf&#228;higkeit unserer St&#228;dte und Gemeinden untergraben. Und: In einer FDP, die das systematisch betreibt, sitzen die wahren Staatsfeinde. Deshalb fordern wir einen Rettungsschirm f&#252;r die Kommunen und einen Altschuldenfonds. Ein kurzer Vergleich: Von dem Geld, das Schwarz-Gelb den Hotels in den Rachen schiebt, k&#246;nnten nahezu alle Schwimmb&#228;der im Land betrieben werden. Wir sind die Partei der gesellschaftlichen Vielfalt und der demokratischen Kultur. Dazu z&#228;hlt auch Transparenz. Auch hinsichtlich der Eink&#252;nfte von Politikerinnen und Politikern. Und was muss denn noch passieren, wenn sich auch nach der Causa van Dinther CDU, SPD und FDP weiterhin str&#228;uben, Nebeneink&#252;nfte zu begrenzen und offen zu legen. Sie besch&#228;digen nicht nur ihr Amt, sie besch&#228;digen das Vertrauen in die Demokratie.</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde, dieses Verhalten ist absolut indiskutabel.</p>
<h3>Zukunftsf&#228;higes NRW, Kluges NRW, Soziales NRW, Demokratisches NRW.</h3>
<p>Das sind die Inhalte, die uns umtreiben. Das ist der Kern unserer gr&#252;nen Politik. Das ist der Kern unseres Zukunftsplans f&#252;r Nordrhein-Westfalen.</p>
<div id="attachment_526" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/02/LDK-Feb2010_Sylvia-mit-Programmbausteinen4.jpg"><img class="size-medium wp-image-526 " title="Sylvia L&#246;hrmann mit &quot;Programmbausteinen&quot; beim Parteitag der NRW-Gr&#252;nen in Essen" src="http://sylvia-loehrmann.de/wp-content/uploads/2010/02/LDK-Feb2010_Sylvia-mit-Programmbausteinen4-250x187.jpg" alt="" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Nach der Debatte</p></div>
<p>Das ist ein ehrgeiziger, ein anspruchsvoller Plan. Aber: Wir wollen das m&#246;glich machen. Daf&#252;r lohnt es sich zu k&#228;mpfen.</p>
<p>Wir stehen gut da, aber ausruhen ist nicht! Weil es bei all diesen Themen auf die n&#228;chsten Jahre ankommt, wollen und m&#252;ssen wir auch gestalten. Also stellt sich die Frage: mit wem? Und die erste Antwort ist: mit den Menschen!</p>
<p>Was hei&#223;t das, liebe Freundinnen und Freunde?</p>
<p>Als erstes haben wir die Aufgabe, unsere Politik, unsere Inhalte in der Gesellschaft mehrheitsf&#228;hig zu machen. Damit wir mehr m&#246;glich machen! Da hat sich etwas ver&#228;ndert in den letzten Jahren.</p>
<p>Ich will nur an zwei Beispiele zeigen, dass das geht. Unser Programm zur Energetischen Geb&#228;udesanierung, das finden die Unternehmen und Handwerkskammern gut, das finden die Gewerkschaften gut, das finden die Kommunen gut. Das ist mehrheitsf&#228;hig. Und trotzdem passiert es nicht. Das zeigt: Auf uns kommt es an!</p>
<p>Oder die Schulpolitik: Von der GEW &#252;ber den VBE bis hin zu vielen Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrer, den meisten Eltern und vielen Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern, Kommunen, Kirchen, Stiftungen: So viele haben wir auf unserer Seite. Auch hier ist unsere Position mehrheitsf&#228;hig.</p>
<p>Das hei&#223;t: Wir sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen, weil wir die Gesellschaft bewegt haben. Das begr&#252;ndet unseren Kurs der Eigenst&#228;ndigkeit. Das ist die Folie, vor der wir unseren Wahlaufruf formulieren m&#252;ssen. Der Landesvorstand hat einen sehr klugen Vorschlag gemacht. Der macht deutlich, was wir wollen, was geht, und was nicht geht! Wir m&#252;ssen unsere Inhalte nach vorne stellen, ohne auf m&#246;gliche Koalitionspartner zu schielen, aber auch, ohne uns selbst die Spielr&#228;ume unn&#246;tig einzuengen. Wir wollen mehr m&#246;glich machen. Unser Ma&#223;stab sind unsere Inhalte, genau wie unsere Inhalte der Ma&#223;stab f&#252;r unsere W&#228;hlerinnen und W&#228;hler sind. Und wenn wir das ernst meinen, dass unsere Inhalte entscheiden, dann m&#252;ssen wir erst nach der Wahl entscheiden, wer die meisten unserer Inhalte gemeinsam mit uns umsetzen wird. Und nicht vor der Wahl. Sonst machen wir uns doch viel kleiner, als wir sind und sein k&#246;nnen. Wir machen den Menschen klar: Das ist gr&#252;n pur. Das kriegt Ihr, wenn Ihr uns Eure Stimme gebt. Je mehr Stimmen, desto mehr gr&#252;n ist m&#246;glich. Und die Menschen entscheiden, wie viel gr&#252;n sie m&#246;glich machen.</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>nat&#252;rlich gibt es Anhaltspunkte, sogar wichtige Anhaltspunkte, mit wem was gehen k&#246;nnte. Die SPD hat sich in der Opposition ganz ordentlich auf uns zu bewegt. Und deshalb ist die SPD auch heute und sicher unser Wunschpartner. Aber lasst uns cool bleiben: Ein Projekt ist das nicht!</p>
<h3>Mein Projekt ist gr&#252;n, und zu diesem Projekt geh&#246;rt keine andere Farbe. Nicht eine, und nicht zwei.</h3>
<p>Und auch wenn so viel &#252;ber Schwarz-Gr&#252;n gemunkelt wird: Ich wiederhole es gern: Eine CDU, die auf Kohle und Atom setzt, eine CDU, die am sozial selektiven Bildungssystem festh&#228;lt, eine CDU, die die Kommunen beraubt, eine solche CDU kann und wird f&#252;r uns kein Partner sein. F&#252;r die Fortsetzung der Politik der letzten Jahre stehen wir nicht zur Verf&#252;gung. Punkt, Aus, Ende. Wir sind unseren W&#228;hlerinnen und W&#228;hlern verpflichtet, mehr als andere Parteien. Weil sie uns wegen der Inhalte w&#228;hlen, m&#252;ssen wir bei entsprechenden Mehrheiten &#252;berall ausloten: was ist durchsetzbar! Wir k&#246;nnen, nein, wir m&#252;ssen so souver&#228;n sein. Jede Stimme, die wir am 9. Mai erhalten, ist genau in diese Richtung ein Vertrauensvorschuss. Dass wir f&#252;r die Inhalte, f&#252;r die wir gew&#228;hlt werden, um die bestm&#246;gliche Umsetzung ringen. Kommt es tats&#228;chlich zu Verhandlungen, dann werden wir in einem gro&#223;en Team bestm&#246;gliche Ergebnisse erzielen – und dann habt Ihr die Entscheidung in Eurer Hand.</p>
<p><strong>Und warum geht Jamaika nicht?</strong></p>
<p>Wir m&#252;ssen ein Stopp-Signal nach Berlin senden. Eine Jamaika-Koalition kann das nicht leisten. Was f&#252;r Zust&#228;nde, Anrede. Diese Woche hatte die Bundesregierung gro&#223;es Jubil&#228;um – hundert Tage an der Macht. Heute ist der Jubil&#228;umstag der Opposition – hundert Tage Regierungschaos. Und zum Jubeln besteht wirklich kein Anlass. Denn dieses Regierungschaos schadet unserem Land. Abgesehen von Hoteliers und Erben. Obwohl, ich bin &#252;berzeugt: auf lange Sicht schadet diese Klientelpolitik, diese Politik f&#252;r die Reichen, diese Politik der Umverteilung von unten nach oben allen. Denn diese Politik f&#252;hrt zu einer Entsolidarisierung. Diese Politik spaltet unser Land. Und damit destabilisiert diese Politik den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Lasst mich mal nur ein paar Schlaglichter auf die Bundespolitik werfen – Claudia wird das gleich noch ausf&#252;hrlicher machen. Was haben wir alles erlebt, in diesen Chaostagen. Wir haben es mit einem Koalitionsvertrag zu tun, der sich um klare Aussagen dr&#252;ckt. Er sollte besser Kommissionsvereinbarung hei&#223;en. Statt klarer Aussagen insgesamt 84 Pr&#252;fauftr&#228;ge f&#252;r Kommissionen, Beratungsgremien und Expertenr&#228;te.</p>
<p>Das solidarische Gesundheitssystem steht auf dem Spiel. Und auch die NRW-CDU wackelt. Gesundheitsminister R&#246;sler ist schon so weit, sein pers&#246;nliches Schicksal an die Kopfpauschale zu binden. Kopfpauschale als Kopfgeld! Er installiert in seinem Ministerium einen Lobbyisten der Privaten Krankenkasse. Der soll f&#252;r das Grunds&#228;tzliche und die Reformen zust&#228;ndig sein. An der Privaten Krankenversicherung soll nicht ger&#252;ttelt werden, ihr sollen Kunden zugef&#252;hrt werden – insbesondere FDP-Mitglieder, mit Familie, ohne Gesundheitspr&#252;fung. Klientel-Partei, dein Name bleibt FDP. Kritische Geister, wie der Chef der pharmakritischen Qualit&#228;tspr&#252;fung, werden abgeschossen. Hier noch ein paar Schlaglichter dieser Wunsch-Koalition:</p>
<ul>
<li>Kabinettsumbildung nach vier Wochen;</li>
<li>statt der von der FDP versprochenen weniger Regierungsmitglieder und Staatssekret&#228;re gibt es mehr;</li>
<li>das kl&#228;gliche Scheitern der selbst ernannten Klima-Kanzlerin beim Kopenhagen-Gipfel: von der Klima-Kanzlerin zur Koma-Kanzlerin;</li>
<li>Nacktscanner sollen kommen;</li>
<li>dieser hochpeinliche Streit um die Causa Steinbach.</li>
</ul>
<p>Dass es diese Wunsch-Koalition gibt, liegt an der Blaupause in D&#252;sseldorf. Ich sach nur: Von der Blaupause zum Fracksausen. Daf&#252;r gibt es seit Sonntag einen Namen: Pinkwart. Dilettantischer geht’s nun wirklich nicht mehr. Wie gro&#223; muss eigentlich die Panik sein vor dem Machtverlust, wenn dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden so ein Anf&#228;ngerfehler passiert und J&#252;rgen R&#252;ttgers ihn auch noch unterst&#252;tzt. Erst peitschen sie das Schuldenwachstumsgesetz gegen jeden &#246;konomischen Sachverstand durch, kassieren dicke Spenden und in dem Moment, als die Umfragenquittung kommt, kam Pinkwarts Panikattacke. Und ich wei&#223; nicht, wer von Euch die treffliche Beschreibung von Kubicki geh&#246;rt hat: Der w&#252;nscht seinem Parteifreund f&#252;r die Wahl nicht nur Erfolg, vor allem w&#252;nscht er ihm Verstand.</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>wisst Ihr, was wirklich witzig ist? Diese Chaos-Truppe, die in hundert Tagen mehr gestritten hat, als wir, rot und gr&#252;n, in NRW in zehn Jahren, diese Regierung macht gerade eine gro&#223;e Werbe-Kampagne. Na, ja, die haben es auch n&#246;tig. Ihr habt es sicherlich schon gesehen. Auch hier in Essen h&#228;ngen sie ja rum. &#8220;Damit Deutschland st&#228;rker w&#228;chst&#8221;. Gro&#223;e Lettern bewerben da diese uns&#228;gliche Politik. Und darunter steht: &#8220;Mehr Netto vom Brutto&#8221;.  Jede Menge Werbung in eigener Sache. Besonders interessant aber ist, was dort nicht steht: Zum Beispiel das Wort Hotel, oder M&#246;venpick. Es fehlt der Hinweis, dass Kinder in Hartz-IV-Familien keinen Cent mehr bekommen als vorher. Da steht nicht, dass die vielen Menschen, die keine Einkommenssteuer bezahlen, &#252;berhaupt nicht entlastet werden. Dort steht nichts dar&#252;ber, wie wenige Hartz-IV-Empf&#228;nger &#252;berhaupt vom h&#246;heren Freibetrag beim Schonverm&#246;gen profitieren. Und vor allen Dingen gibt es keinerlei Hinweis darauf: Wer wird das bezahlen? Denn das dicke Ende dieses Steuersenkungswahnsinns kommt erst noch. Die Bundesregierung hat deutlich zu erkennen gegeben, dass sie erst nach dem 9. Mai sagt, was sie wirklich will. Sorgen wir daf&#252;r, dass sie schon am 9. Mai daf&#252;r abgestraft wird. Damit es nicht zu dem kommt, was diese Bundesregierung vorhat. Ein gigantischer Sozialabbau in ungekanntem Ausma&#223;. Wir k&#246;nnen das verhindern. Mit gr&#252;ner Politik. Mit einem deutlichen Stopp-Signal nach Berlin.</p>
<p>Schon deshalb geht Jamaika nicht.</p>
<p>Aber, warum Jamaika nicht geht: Da reicht auch ein Blick nach NRW. Diese NRW-FDP ist immer noch die alte M&#246;llemann-FDP. Gro&#223;e Klappe, null Skrupel, null Substanz. Das Programm dieser FDP hei&#223;t Privat vor Staat, Eigennutz vor Gemeinwohl, ich statt wir. Mit uns nicht, liebe Freundinnen und Freunde. F&#252;nf Jahre regieren mit Ingo Wolf, dem Totengr&#228;ber der B&#252;rgerrechte und der Kommunen? – Nicht mit uns! Mit Dr. Papke, diesem Stahlhelmer aus dem vorletzten Jahrhundert? Mit dem Chaosprofessor Pinkwart, der nur ein Ziel hat, n&#228;mlich die totale &#214;konomisierung der nordrhein-westf&#228;lischen Bildungseinrichtungen? Nein Danke, liebe Freundinnen und Freunde. Ohne uns!</p>
<p>Apropos FDP, die machen ja jetzt auch eine Image-Kampagne. Und die haben es n&#246;tig. Die haben nur noch nicht verstanden, dass eine Kampagne nur dann Erfolg versprechend ist, wenn dahinter auch ein Produkt mit Substanz steht. Herr Pinkwart hat ja so sch&#246;n ausgef&#252;hrt, dass das Gesetz f&#252;r die Steuergeschenke der Hoteliers den Praxistest nicht bestanden h&#228;tte. Das stimmt. Und da fallen mir in NRW etliche Gesetze ein: zum Turbo-Abitur, zu den Studiengeb&#252;hren, zum KiBiz, zur Gemeindeordnung, und zu den ganzen Gesetzen, die vom Verfassungsgericht kassiert worden sind. Das zeigt, nicht nur diese Gesetze haben den Praxistest nicht bestanden, diese ganze Regierung hat den Praxistest nicht bestanden. Also m&#252;ssen sie am 9. Mai abgew&#228;hlt werden.</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>diese schwarz-gelbe Regierung hat keinen konsistenten Zukunftsentwurf f&#252;r Nordrhein-Westfalen. Sie regiert mit einer Mischung aus Unt&#228;tigkeit, Unf&#228;higkeit und ideologischer Blockade.  <strong>Wir sind nicht Steigb&#252;gelhalter f&#252;r die Fortsetzung einer solchen Politik. </strong>Genau deshalb geht Jamaika nicht.</p>
<p>Aber genau so deutlich sage ich, liebe Freundinnen und Freunde: Auch wenn wir der Linkspartei nicht die T&#252;r vor der Nase zuschlagen und gr&#252;n-rot-rot nicht ausschlie&#223;en: eine Tolerierung kommt nicht in Frage. Mit einer Minderheitenregierung k&#246;nnen wir dieses Land nicht regieren. Das w&#228;re weder stabil, noch w&#228;ren dabei unsere Inhalte ausreichend garantiert. Tolerierung hilft immer nur dem, der toleriert. Die Linken m&#252;ssen sich entscheiden: entweder realistische &#246;kologisch-soziale Reformpolitik in voller Verantwortung auch in der Regierung – oder eine Stimme f&#252;r die Linkspartei ist eine Stimme f&#252;r Schwarz-Gelb, n&#228;mlich eine verschenkte Stimme. Und Rosinenpickerei gibt es schon gar nicht. Deshalb ist es gut, wenn wir heute sowohl Jamaika, als auch eine Tolerierung ausschlie&#223;en.</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>ja, wir haben im Moment sehr gute Umfragewerte. Aber das sind noch lange keine Wahlergebnisse. Wir haben alle Chancen, die Menschen f&#252;r unseren Zukunftsplan zu gewinnen und ein gutes Wahlergebnis einzufahren. Daf&#252;r bin ich seit Januar unterwegs, und ich sp&#252;re auch vor Ort eine gro&#223;e Aufbruchstimmung. Ich habe gro&#223;e Lust an diesem Wahlkampf. Wir werden CDU und FDP, aber auch SPD und die Linke stellen. Mit unseren Ideen, mit unseren gr&#252;nen Konzepten. Die Fraktion hat mit Blick auf unsere W&#228;hlerschaft angemessen Bilanz gezogen. Dar&#252;ber, was CDU und FDP in unserem Land in den letzten f&#252;nf Jahren angerichtet haben. Frei nach Schiller: „Die R&#228;uber in Schwarz-Gelb“. Da k&#246;nnt Ihr schwarz auf gelb nachlesen, was diese Regierung alles angerichtet hat. In vielen Einzelheiten. In sieben Akten. Und damit die Menschen nicht verzweifeln, gibt es eine R&#252;ckseite: den gr&#252;nen Gegenentwurf – das „Land des L&#228;chelns – ganz in gr&#252;n“. Da wird er deutlich, unser Zukunftsplan f&#252;r NRW. F&#252;r den k&#228;mpfen wir. Wir machen&#8217;s m&#246;glich! Wir k&#246;nnen NRW! Wir schaffen das!</p>
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		<item>
		<title>Zukunft ist Jetzt – Zukunft ist Gr&#252;n!</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 12:47:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bildungsgerechtigkeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Rede von Sylvia L&#246;hrmann MdL, Fraktionsvorsitzende
im Plenum am 21. Januar 2010
zur Regierungserkl&#228;rung von Ministerpr&#228;sident J&#252;rgen R&#252;ttgers
„Innovation und Solidarit&#228;t &#8211; Schlussfolgerungen der Landesregierung aus den Empfehlungen der Zukunftskommission NRW&#8221;
Es gilt das gesprochene Wort!
Anrede,
Herr Ministerpr&#228;sident, ich frage Sie allen Ernstes: Was glauben Sie, was die Menschen vom Ministerpr&#228;sidenten des gr&#246;&#223;ten Bundeslandes zum Neuen Jahr erwarten?
Sie erwarten, dass ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Rede von Sylvia L&#246;hrmann MdL, Fraktionsvorsitzende</h3>
<p>im Plenum am 21. Januar 2010<br />
zur Regierungserkl&#228;rung von Ministerpr&#228;sident J&#252;rgen R&#252;ttgers<br />
„Innovation und Solidarit&#228;t &#8211; Schlussfolgerungen der Landesregierung aus den Empfehlungen der Zukunftskommission NRW&#8221;</p>
<p><em>Es gilt das gesprochene Wort!</em></p>
<p>Anrede,<br />
Herr Ministerpr&#228;sident, ich frage Sie allen Ernstes: Was glauben Sie, was die Menschen vom Ministerpr&#228;sidenten des gr&#246;&#223;ten Bundeslandes zum Neuen Jahr erwarten?</p>
<p>Sie erwarten, dass der Ministerpr&#228;sident, der ma&#223;geblich an den Verhandlungen des schwarz-gelben Koalitionsvertrages beteiligt war, diesen Vertrag darstellt und auch darstellt, wie er die Entwicklung der Bundesregierung einsch&#228;tzt.</p>
<p>Was meinen Sie, wenn Sie einen Neustart fordern?</p>
<ul>
<li>Der Klarheit herstellt, was mit der Gesundheitspolitik auf die Menschen zukommt.</li>
<li>Ob es beim Atomausstieg bleibt.</li>
<li>Wie es mit der Finanzpolitik weitergeht:</li>
<li>Welche sozialen Einschnitte mit dem Steuersenkungswahnsinn verbunden sind!</li>
<li>Und was das f&#252;r dieses Land, die St&#228;dte und Gemeinden und die Menschen im Land bedeutet.</li>
</ul>
<p>Herr Ministerpr&#228;sident,<br />
wir haben Sie mehrfach aufgefordert, dazu eine Regierungserkl&#228;rung abzugeben. Erst haben Sie sich hinter der Kanzlerin versteckt, welche Ausrede haben Sie denn heute? Es gibt keine Ausrede, die Antwort ist einfach: Sie kneifen.</p>
<p>Stattdessen muten Sie uns und der &#214;ffentlichkeit zu, uns Ihre Schlussfolgerungen zu den Empfehlungen einer von Ihnen bestimmten Kommission vorzutragen, einer Kommission, die Ihren Abschlussbericht im April 2009 vorgelegt hat.</p>
<p>Und die B-Note: Der M&#246;chtegern-Landesvater, der f&#252;r alle etwas dabei hat und hofft, dass alle ein bisschen zufrieden sind, so dass sie das Ganze nicht auf Herz und Nieren pr&#252;fen.</p>
<p>Herr Ministerpr&#228;sident,<br />
&#8220;Politik beginnt mit der Wahrnehmung der Wirklichkeit&#8221;. Sch&#246;n, dass Sie das selbst gesagt haben. Damit setzen Sie selbst einen Ma&#223;stab, an dem Sie scheitern. Denn wo ist Ihre Wahrnehmung der Wirklichkeit der neuen schwarz-gelben Bundesregierung? Angesichts Ihrer Pressekonferenz, voller Platzhalter und Sprechblasen, verkennen Sie die Realit&#228;t. Und diese Regierungserkl&#228;rung hat das nicht besser gemacht. Immerhin widmen Sie einen Teil Ihrer Rede der &#246;kologischen Industrieregion. Kompliment an Ihre Staatskanzlei, wieder einmal eine sch&#246;ne Wortsch&#246;pfung. Aber drei gr&#252;ne Spr&#252;che machen noch lange keine gr&#252;ne Politik.</p>
<p>&#220;berhaupt, einige sch&#246;ne Worte in Ihrer Erkl&#228;rung. Und zum Teil auch neue Erkenntnisse, die ich erstmals von Ihnen h&#246;re. Sogar im Bildungsbereich. Wie sagten Sie? Ich dachte, ich traue meinen Ohren nicht: &#8220;Die alte Trennung von so genannter Bildung und praktisch orientierter Ausbildung muss &#252;berwunden werden.&#8221; Oder: &#8220;Bildung hat ihren eigenen Wert&#8221;.</p>
<p>Fazit: In der Beschreibung der Wirklichkeit sind Sie seit vorgestern minimal vorangekommen.</p>
<p>Nur: Ihre Konsequenzen sind zum Teil schon grotesk, angesichts Ihrer Grundsatzaussage. Wenn Sie, &#8220;die alte Trennung von so genannter Bildung und praktisch orientierter Ausbildung&#8221; &#252;berwinden wollen – und dann sp&#228;ter die Hauptschuloffensive verteidigen, stimmt das hinten und vorne nicht. Gerade unser derzeitiges Schulsystem ist Ausdruck dieser Trennung! Also, die Konsequenz w&#228;re: Das selektierende, aussortierende, in so genannte theoretische und praktische Begabung trennende Schulsystem endlich zu &#252;berwinden. Sie wollen den Ganztag ausbauen. Sch&#246;n! Warum verweigern Sie ihn dann bei den Gesamtschulen? Das ist einfach vorne und hinten nicht schl&#252;ssig.</p>
<p>Widerspruch, Dein Name sei R&#252;ttgers.</p>
<p>Oder bei der &#214;kologie, da ist es genauso: Da sprechen Sie von der &#214;kostadt Masdar-City. Wie fasziniert Sie waren. Die Stadt solle unter anderem ohne fossile Brennstoffe auskommen. Ob das machbar ist, werde sich zeigen. Und dann: &#8220;Bei uns sicher so schnell nicht.&#8221; Direkt danach verteidigen Sie Ihre Kohlepolitik. Ja, Herr Ministerpr&#228;sident. Wenn Sie weiter neue Kohlekraftwerke bauen, dann kommt eines bei uns auf absehbare Zeit so schnell nicht: eine Zukunft ohne fossile Brennstoffe. Dumm nur, dass wir genau das brauchen, wenn wir zukunftsf&#228;hig bleiben wollen!</p>
<p>Innerhalb von einer Minute hat der Ministerpr&#228;sident erst von einer k&#252;hnen Vision erz&#228;hlt und sie dann mit der Beschreibung seiner eigenen Politik in Grund und Boden gestampft. Und damit geht Ihre Regierungserkl&#228;rung eben doch komplett an der Wirklichkeit und den Herausforderungen der Zukunft vorbei.</p>
<p>Ein Schritt vor, drei zur&#252;ck.</p>
<p>Deutlich ist das auch beim RRX. Die Bundesregierung sieht sich vor wenigen Tagen au&#223;erstande, einen Termin f&#252;r den Baustart, geschweige denn f&#252;r den Betriebsstart zu nennen. Und Sie stellen sich hier hin und erkl&#228;ren ernsthaft: &#8220;Wir wollen ihn so schnell wie m&#246;glich auf die Schiene bringen!&#8221; Wolfgang Clement l&#228;sst gr&#252;&#223;en! Warum bekommt Baden-W&#252;rttemberg Milliarden f&#252;r den Stuttgarter Bahnhof? Und warum fehlt bei uns das Geld f&#252;r den RRX? Weil er eben null Priorit&#228;t hatte. Das ist die Realit&#228;t!</p>
<p>Mein Fazit zur Regierungserkl&#228;rung: Ganz viel Eigenlob, zahlreiche Widerspr&#252;che, einige sch&#246;ne Worte, manch scheinbare Einsicht, kaum eine richtige Schlussfolgerung, keine substantielle Vorstellung von der Zukunft. R&#252;ttgers predigt Wein und verteilt Wasser. Das Ganze hier ist doch vor allem eins: Der teuerste und systematische Baustein der R&#252;ttgers&#8217;schen Imagekampagne. R&#252;ttgers bleibt der Linie seiner Regierungszentrale treu: Preise, Pomp und Propaganda. Ach, ich verga&#223;, Herr Ministerpr&#228;sident: Wahlkampf machen Sie ja nicht.</p>
<p>Anrede,<br />
mit welcher Realit&#228;t hat es die Politik wirklich zu tun?</p>
<p>Wir haben eine Klimakrise. Wir haben ein Bildungssystem, das viel zu viele Menschen zu Verlierern macht. Wir haben eine zunehmende soziale Spaltung im Land. Wir haben eine gef&#228;hrlich wachsende Armut. Der Steuersenkungswahnsinn, den Sie unterst&#252;tzen, f&#252;hrt uns in den Staatsbankrott. Und die ersten, die auf der Strecke bleiben, sind unsere St&#228;dte und Gemeinden.</p>
<p>Wir haben eine Wirtschaftskrise, deren Ursachen in keinster Weise behoben worden sind. Die n&#228;chste Blase w&#228;chst. Und wir haben auch zu wenig Vertrauen der Menschen in die Demokratie. Das ist die Realit&#228;t. Und diese vielf&#228;ltigen Krisen und deren Ursachen h&#228;ngen eng zusammen. Sie k&#246;nnen nur gemeinsam gel&#246;st werden, nicht getrennt voneinander. Der Kampf gegen den Klimawandel bietet Chancen f&#252;r eine neue Wirtschafts- und Finanzpolitik. Er schafft Arbeitspl&#228;tze, st&#228;rkt den Mittelstand und die Kommunen. Gute Bildung mit l&#228;ngerem gemeinsamem Lernen ist der Schl&#252;ssel f&#252;r Wirtschaftsst&#228;rke, soziale Gerechtigkeit und Zukunftsf&#228;higkeit. Nur wenn keine Talente vergeudet werden, wenn alle Menschen echte Perspektiven haben, kann die soziale Spaltung &#252;berwunden werden. Eine St&#228;rkung der St&#228;dte und Gemeinden bedeutet auch eine St&#228;rkung der Demokratie. Das sind im Grundsatz die Realit&#228;ten, von denen eine Zukunftspolitik f&#252;r NRW ausgehen muss.</p>
<p>Anrede,<br />
Und daraus haben wir Gr&#252;ne einen echten Zukunftsplan entwickelt. In diesem Zukunftsplan geben wir Antworten auf die entscheidenden Zukunftsfragen. Deshalb stehen bei unserem Zukunftsplan f&#252;r NRW die Klimapolitik, die &#246;kologische industrielle Revolution und die ideale Bildung auf der Liste ganz oben. Und zwar mit ganz konkreten Konsequenzen, mit konkreten Ma&#223;nahmen, die uns dieser Vision n&#228;herbringen, statt sie unm&#246;glich zu machen oder aufzuschieben. Weil wir damit Zukunft schaffen. Unser Green New Deal erm&#246;glicht mindestens 200.000 zukunftsf&#228;hige Arbeitspl&#228;tze. Wir sch&#252;tzen in unserem Land das Klima, weil NRW zur L&#246;sung dieses globalen Problems einen wichtigen Beitrag leisten kann und leisten muss.</p>
<p>Und nat&#252;rlich fragen wir uns: Welches Schulsystem ist f&#252;r ein solidarisches und innovatives Land – so lautet ja der Titel der R&#252;ttgers&#8217;schen Zukunftskommission, und das hat der Ministerpr&#228;sident ja heute auch betont – das ideale?  Und dann bekommen wir unbequemere Antworten, als sie der Ministerpr&#228;sident gegeben hat. Zum Beispiel: Dass das Aussortieren im Alter von neun Jahren nicht zu einem solidarischen Land passt. Und: Dass wir uns von dem Gewohnten trennen m&#252;ssen, auch wenn es enorme Beharrungskr&#228;fte gibt. Deshalb stellen wir auch die Systemfrage und kommen zum Ergebnis: L&#228;ngeres gemeinsames Lernen ist l&#228;ngst &#252;berf&#228;llig.</p>
<p>Anderes Beispiel: Dass gerade das Energieland Nummer Eins in der Verantwortung steht, wenn es um den Umbau der Energiewirtschaft geht. Dass gerade NRW zeigen muss: Es geht ohne neue Kohlekraftwerke, langfristig ohne fossile Brennstoffe. Erneuerbare, Effizienz und Einsparung, das ist das Energiekonzept der Zukunft.</p>
<p>Wir haben Ihnen als <a href="http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD14-10570.pdf">Entschlie&#223;ungsantrag </a>einen Zukunftsplan vorgelegt, der genau diese entscheidenden Fragen thematisiert. Der von den Krisen unserer Zeit ausgeht und gemeinsame Antworten gibt. Wie Klimaschutz mit neuen Arbeitspl&#228;tzen und Innovation gelingt. Wie ideale Bildung zu sozialer Gerechtigkeit und neuer Solidarit&#228;t f&#252;hrt. Wie wir jeder und jedem neue Chancen geben, unabh&#228;ngig von Herkunft und Status. Und diese Antworten unterscheiden sich deutlich von dem, was der Ministerpr&#228;sident gesagt hat.</p>
<p>Nehmen wir nur die Energetische Geb&#228;udesanierung. Ein Thema, das diese Landesregierung verschl&#228;ft. Auch heute nichts dazu. Wenn wir die kommunalen Geb&#228;ude, die Schulen und Hochschulen sanieren, dann packen wir damit Wirtschafts-, Klima-, Bildungs- und Kommunalkrise zusammen an. Wir sch&#252;tzen das Klima, schaffen neue Arbeitspl&#228;tze, bekommen bessere Schulen und Hochschulen und entlasten die Kommunen. Deshalb treten wir so massiv f&#252;r die gr&#252;ne &#246;kologische industrielle Revolution ein! Es ist eine so offensichtliche win-win-Situation, dass ich es einfach nicht begreife, warum Sie von Schwarz-Gelb das nicht sehen und nichts daf&#252;r tun wollen.</p>
<p>Anrede,<br />
NRW muss dazu Ausgangspunkt werden. Wenn das nicht geschieht, verfehlen wir in ganz Deutschland die Klimaschutzziele. Wir vergeben die Chance auf hunderttausende neue Arbeitspl&#228;tze. Das ist das beste Konjunkturprogramm f&#252;r unsere St&#228;dte und Gemeinden. Deshalb brauchen wir einen Gr&#252;nen Zukunftsplan.</p>
<p>Einen Zukunftsplan, der</p>
<ul>
<li>200.000 neue Arbeitspl&#228;tze schafft,</li>
<li>die Wettbewerbsf&#228;higkeit st&#228;rkt</li>
<li>das Klima sch&#252;tzt,</li>
<li>alle Potentiale und Talente entfaltet,</li>
<li>den gesellschaftlichen Zusammenhalt st&#228;rkt.</li>
</ul>
<p>Anrede,<br />
ein solcher Zukunftsplan tr&#228;gt auch dazu bei, den Irrglauben an Wachstum als Allheilmittel zu beenden. Einen Irrglauben, dem auch und gerade Ministerpr&#228;sident R&#252;ttgers mit seiner Koalition immer noch nachh&#228;ngt. </p>
<p>Ja, richtig, Investitionen in Klima, Bildung und Gerechtigkeit erzeugen Wachstum. Aber: Wachstum ist kein Selbstzweck. Denn dem Wachstum sind Grenzen gesetzt, schon allein, weil die nat&#252;rlichen Ressourcen begrenzt sind. Wachstum hat aber auch &#246;konomische Grenzen. Wenn sich das Wachstum der Finanzbranche von der realen Wertsch&#246;pfung abkoppelt, erzeugt das zyklische Krisen globalen Ausma&#223;es. Eine erleben wir gerade, und sie ist l&#228;ngst nicht &#252;berwunden. Aber haben wir irgendwas daraus gelernt? Wo ist die beschworene Regulierung der Finanzm&#228;rkte denn? Wo ist denn die Einsicht, dass Wachstum Grenzen hat? Nichts davon.</p>
<p>Mit dem Irrglauben an grenzenloses Wachstum bereitet man den Boden f&#252;r die n&#228;chste Krise. Merkel, Westerwelle, R&#252;ttgers, Pinkwart: Sie haben nichts gelernt, gar nichts! Und, sehr geehrter Herr Ministerpr&#228;sident: Keine Wachstumsrate wird so hoch ausfallen, dass allein dadurch die aufgelaufene Staatsverschuldung beglichen werden k&#246;nnte – allemal dann nicht, wenn die Einnahmen des Staates durch weitere Steuersenkungen noch zus&#228;tzlich verringert werden. Auch das ein Irrglaube, der Ihnen zwar rhetorisch weiterhilft, die Steuersenkungs- und Schuldenpolitik der neuen Bundesregierung zu verteidigen, aber nicht faktisch.</p>
<p>Anrede,<br />
nehmen wir das Beispiel Bildung: Eine solche Bildungsoffensive, wie in diesem von uns vorgelegten Zukunftsplan, st&#228;rkt Chancengleichheit, Gerechtigkeit, Demokratie, sozialen Zusammenhalt, pers&#246;nliche Zukunft f&#252;r viele Menschen und die Zukunft Nordrhein-Westfalens. Im Gegensatz zu Ihrer Hauptschuloffensive, die nur unn&#246;tig Geld in ein &#252;berholtes System steckt. Da k&#246;nnen sich die Kolleginnen und Kollegen noch so anstrengen. Hauptschulabschluss reicht heute nicht mehr. Das ist die Realit&#228;t.</p>
<p>Und auch hier k&#246;nnen neue Arbeitspl&#228;tze entstehen. Durch massive Investitionen in die Qualit&#228;t unserer Bildungsangebote: der Ausbau von Ganztagsschulen, ein verbindliches und qualitativ hochwertiges Angebot an fr&#252;hkindlicher Betreuung, der massive Ausbau von Studienpl&#228;tzen.</p>
<p>Anrede,<br />
ein Thema fehlt bei Ihnen v&#246;llig: Stellen Sie sich mal diese Zahl vor: In NRW sind 50 Prozent der Arten auf der Roten Liste! Jede zweite Tierart ist gef&#228;hrdet. Das m&#252;ssen wir &#228;ndern. Deshalb m&#252;ssen wir den Fl&#228;chenverbrauch stoppen, den &#214;kolandbau massiv ausbauen, den Wald sch&#252;tzen statt verkaufen. Und wir brauchen mehr naturnahe Gew&#228;sser. Ja, hier gibt es eben Konflikte zwischen &#214;kologie und &#214;konomie. Es passt nicht immer alles unter einen Hut. In Worten ja, aber nicht in der Realit&#228;t. Wenn es immer mehr Massentierhaltung gibt, mag das auch zu Wachstum f&#252;hren. Aber dieses Wachstum wollen wir nicht. Unsere Zukunft hei&#223;t Nachhaltigkeit. Unsere Zukunft hei&#223;t Umweltschutz und langfristige St&#228;rkung der Wirtschaft. Unsere Zukunft hei&#223;t nicht Wachstum ohne R&#252;cksicht auf Verluste.</p>
<p>Anrede,<br />
auch ges&#252;nderes Leben hat eine enorme Bedeutung. Die Lebensqualit&#228;t steigt und ges&#252;ndere Menschen sind aktiver, zufriedener – und auch langfristig leistungsf&#228;higer. Deshalb hat unser Zukunftsplan klare Grunds&#228;tze:</p>
<ul>
<li>L&#228;rmschutz hat Vorrang vor Konzerninteressen.</li>
<li>Keine Subventionen f&#252;r den Luftverkehr.</li>
<li>Eben keine Gift-Pipelines durch unser Land.</li>
<li>Gef&#228;hrliche Stoffe raus aus dem Wasser.</li>
<li>Mehr Macht den Verbraucherinnen und Verbrauchern.</li>
<li>Keine Gentechnik.</li>
</ul>
<p>Anrede,<br />
zu einer guten Zukunft brauchen wir mehr soziale Gerechtigkeit: Wir m&#252;ssen Kinderarmut endlich beherzt angehen. 800.000 Kinder und Jugendliche sind in NRW von Armut betroffen. Das ist nicht akzeptabel. Sie preisen Ihren Fonds f&#252;r kostenloses Schulmittagessen f&#252;r 80.000. Wir sprechen von einem Recht auf kostenloses Mittagessen f&#252;r alle bed&#252;rftigen Kinder. Sie machen Almosenpolitik, wir schaffen soziale Gerechtigkeit.</p>
<p>Anrede,<br />
f&#252;r eine st&#228;rkere Demokratie brauchen wir eine starke Basis dieser Demokratie. Unsere St&#228;dte und Gemeinden sind die Keimzelle der Demokratie. Sie brauchen mehr Geld, damit sie handlungsf&#228;hig bleiben. Geld f&#252;r Schwimmb&#228;der und Theater, gute Schulen und Kindertagesst&#228;tten, Busse und Bahnen und attraktive Wohn- und Handelszentren. Deshalb geh&#246;rt zu unserem Zukunftsplan ein Rettungsschirm f&#252;r unsere St&#228;dte und Gemeinden!</p>
<p>Aber von diesen St&#228;dten und Gemeinden, den Lebensadern unseres Landes, davon haben Sie heute nicht substantiell gesprochen. Weil hier offensichtlich auch sch&#246;ne Worte nicht mehr helfen, die Wirklichkeit zu verdecken. Und sich hier hinzustellen, am 21. Januar 2010, und &#252;ber die Zukunft von NRW zu reden und keinen Ton zur faktischen Situation in unseren St&#228;dten und Gemeinden zu verlieren, das ist schon zynisch.</p>
<p>Anrede,<br />
wir beschreiben einen Zukunftsplan, der diesen Namen verdient. Herr Ministerpr&#228;sident, Sie haben sich mit Ihrem ganzen Vorhaben verhoben. Wie schwierig und sinnlos dieses ganze Vorhaben war, hat der Ministerpr&#228;sident eindrucksvoll best&#228;tigt. Und das lag nicht an der Arbeit der Zukunftskommission, sondern an dem Auftraggeber des Berichts, der Landesregierung, und was sie aus diesem Bericht macht.</p>
<p>Wichtige Fragen hat die Landesregierung von vorneherein ausgeschlossen und unliebsame Themen ausgeklammert. Und am Ende nicht die notwendigen Konsequenzen gezogen. Aber auch die Kommission selbst hat sich mit vielen Fragen gar nicht erst besch&#228;ftigen wollen. Das Schulsystem, der Klimawandel, die Zukunft der St&#228;dte. Alles ausgeklammert.</p>
<p>Sie hat einige Vorschl&#228;ge gemacht, viele teils merkw&#252;rdige Fragen gestellt, Dinge gegeneinander gestellt. Dieser Bericht der so genannten &#8220;Zukunftskommission&#8221; ist ein durchaus interessantes Werk. Entstanden aus der Diskussion mit klugen K&#246;pfen. Aber, wenn er so hoch geh&#228;ngt wird, schon mit dem Namen, dann mit dieser Regierungserkl&#228;rung des Ministerpr&#228;sidenten, dann muss man auch ganz hohe Ma&#223;st&#228;be der Bewertung anlegen. Und dann f&#228;llt der Bericht durch. Ein einziges Beispiel soll da gen&#252;gen:</p>
<p>Da steht im Bericht zum Bildungssystem, Zitat: &#8220;Die Kommission hat sich ausdr&#252;cklich nicht mit Strukturfragen des Schulsystems besch&#228;ftigt. Der Grund liegt zum Teil in der notwendigen Begrenzung unserer Thematik. Es gab allerdings auch die Auffassung, dass Fragen der Begrifflichkeit (z.B. Hauptschule &#8211; ja oder nein?) in der Sache wenig ergiebig sind.&#8221;</p>
<p>Lassen Sie sich das mal auf der Zunge zergehen: Sachen der Begrifflichkeit wie &#8216;Hauptschule &#8211; ja oder nein&#8221;! Sagen Sie das mal den tausenden von Eltern und Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern: Dass deren Wunsch, nicht auf die Hauptschule, sondern auf eine alle Bildungsabschl&#252;sse erm&#246;glichende Schule zu gehen, eine Sache der Begrifflichkeit ist!</p>
<p>Damit eine Kommission, die das Zeug dazu h&#228;tte, die Widerspr&#252;che Ihrer Regierungspolitik nicht aufdeckt, wird der Auftrag begrenzt! Damit es nur ja nicht unbequem wird und nicht ans Eingemachte geht.</p>
<p>Herr Ministerpr&#228;sident,<br />
Sie loben den Prozess der breiten Diskussion, der hochrangigen Expertinnen und Experten. Ja, das ist gut und sch&#246;n und richtig.  Aber, ganz ehrlich, Herr Ministerpr&#228;sident: Wir Gr&#252;ne machen das seit drei&#223;ig Jahren. Die Realit&#228;t anschauen, die Zukunft in Angriff nehmen. Mit vielen Expertinnen und Experten, mit zigtausenden B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern diskutieren. Wir schauen, was n&#246;tig und was m&#246;glich ist, wir schmieden an der Zukunft. Wir trauen uns dabei auch an die gro&#223;en Fragen ran. Wir entwickeln Visionen und arbeiten an ihrer Verwirklichung. Wir klammern keine Frage aus, weil uns das irgendwer verbietet, oder wir dazu nicht geneigt sind, oder weil es zu weit f&#252;hrt, oder weil wir keine Zeit haben, oder weil es uns aus strategischen und taktischen Gr&#252;nden nicht in den Kram passt.</p>
<p>Anrede,<br />
unser Ziel ist es, gemeinsam mit m&#246;glichst vielen Menschen ein nachhaltiges, bildungsgerechtes und sozial gerechtes Nordrhein-Westfalen zu schaffen. Daf&#252;r machen wir Politik. Daf&#252;r werben wir um das Vertrauen der Menschen. Seit 30 Jahren als Partei, seit 20 Jahren als Fraktion. Und mit unserem Entschlie&#223;ungsantrag laden wir Sie ein, Teil dieser Zukunftspolitik, dieser Bewegung zu werden. Machen Sie diesen Zukunftsplan zum Zukunftsplan f&#252;r NRW. Wenn Sie es nicht tun, dann setzen wir darauf, dass sich auch am 9. Mai immer mehr Menschen f&#252;r diesen Zukunftsplan entscheiden. Denn die Herzen unserer B&#252;rgerinnen und B&#252;rger haben l&#228;ngst eine gr&#252;ne Mitte.</p>
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