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Kommentare und Antworten zum Thema Inklusion
Noch vor den Sommerferien und parallel zu meiner Amtsübernahme als Ministerin gab es einige Kommentare zum Thema Inklusion, die ich intensiv gelesen habe, jedoch wegen Datenschutzbedenken nicht habe freischalten lassen. Dennoch möchte ich an dieser Stelle gerne auf die formulierten Bedenken eingehen.
Der eine Kommentar stammt von einer “Idealistin”, sie sie selbst formuliert, zumal auch beruflich entsprechend engagiert, der sich klar für Gemeinsamen Unterricht ausspricht, aber konkrete Probleme in der Umsetzung vor Ort benennt.
Der andere Kommentar gab zu bedenken, dass viele betroffene Eltern ihre Kinder gar nicht in die Regelschule schicken wollen.
Hierauf meine Antwort:
Haben Sie vielen Dank für Ihre Kommentare zum Thema Inklusion und Gemeinsamer Unterricht. Die Inklusion liegt mir natürlich völlig unabhängig von meinem Amt am Herzen. Und durch die Unterzeichnung der UN-Konvention ist sie verbrieftes Recht für alle Kinder, die es möchten.
Unser Ziel ist ein inklusives Bildungssystem – und zwar nicht nur weil die UN-Konvention dies fordert, sondern weil wir überzeugt sind, dass vom gemeinsamen Lernen alle profitieren, die Kinder mit und ohne Handicap. Wir setzen uns mit allen Beteiligten – darunter Schulträger, Eltern- und Lehrerverbände, Kirchen, Wissenschaft und andere – an einen Tisch, um einen Inklusionsplan zu entwickeln und zu verabreden, in dem die weiteren Schritte für die nächsten Jahre beschrieben werden. Ein Bestandteil wird sein, dass die Eltern das Wahlrecht erhalten und über den Förderort ihres Kindes entscheiden können. Dieses Recht wollen wir auch schulgesetzlich verankern, hier hoffen wir auf breite Unterstützung im Landtag von Nordrhein-Westfalen.
Wir werden bei der Umsetzung allerdings keine Zwangsmaßnahmen einsetzen: Weder werden wir Eltern zwingen, ihre Kinder auf Regelschulen zu schicken, noch werden wir Förderschulen zwingen, zu schließen. Vielmehr werden wir prozessorientiert und konsensual denken und handeln, um so Schritt für Schritt die angesprochenen Ziele im Sinne der Kinder mit Behinderung zu erreichen.
Ich hoffe, dass ich Ihnen beiden, bei aller Unterschiedlichkeit Ihrer Anliegen, mit dieser Antwort weiterhelfen konnte und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Sylvia Löhrmann