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Tourbericht vom 27.04. aus Gangelt, Wesseling, Godorf und Köln

Sylvias Termine vom 27.04. führten sie vor allem in den Westen von Nordrhein-Westfalen. Es waren wieder einige Schultermine dabei, auf der Agenda standen aber auch Natur- und Umweltschutzprobleme, kommunale Baumaßnahmen und die Ruhr 2010.

Therapiehund Nemo fordert und fördert

Therapiehund Nemo

Zusammen mit den Grünen KandidatInnen vor Ort und Ruth Seidl, Grüne Abgeordnete aus Heinsberg,  besucht Sylvia am morgen die Mercator-Förderschule in Gangelt, die  besondere Angebote bereit hält. So wurde Syvia  von Therapiehund Nemo begrüßt, der die Schülerinnen und Schüler spielend fordert und fördert, und konnte auch einen Einblick in den Unterricht nehmen und mit Schülern sprechen. Die Mercator-Förderschule arbeitet integrativ und schafft es, viele Kinder, die durch das enge Raster des bisherigen Schulsystems gefallen sind, wieder aufzubauen und in Ausbildungen zu vermitteln.

Sylvia, Grüne vor Ort und Ruth Seidl

Aber auch diese Schule stellt sich die Zukunftsfrage. Wie kann der Schulstandort gehalten werden und wird es bald Kooperationen mit anderen Schulen geben? Die ortsansässigen Grünen diskutieren mit Sylvia bei einem späteren Pressegespräch genau über diese zukunftsweisenden Fragen. Besonders im ländlichen Raum müssen die Konzepte gut sein, um Schulstandorte nachhaltig zu stärken – die Infrastrukturen dürfen nicht geschwächt werden.

Zusammen und doch getrennt, Schulzentrum Wesseling

Sylvia wird das Schulgelände gezeigt

Der nächste Termin führt Sylvia nach Wesseling. Auch dort geht es um Schule.  Das Schulzentrum Wesseling führt deutlich vor Augen, dass wir in NRW eine separierende Schulstruktur haben. Zwar werden alle Bildungsgänge an einem Ort angeboten – Hauptschule, Realschule und Gymnasium teilen sich ein Grundstück – vor Ort werden die Schülerschaften aber klar getrennt, sogar mit Zäunen mitten auf dem Schulhof.  Die Szenerie erinnert bei der Ortsbegehung stark an die alten Schulhofmodelle, die eine Trennung von katholischen und evangelischen Kindern vorsahen. Es gibt einen Schulhof, aber er wird von einer Linie getrennt, die kein Schüler übertreten darf. Wie erwähnt, in Wesseling wird zwischen der  Hauptschule und den beiden anderen Schulformen aber sogar ein Zaun gestellt.

Sylvia öffnet den Zaun zum Hauptschulschulhof

Die Grünen vor Ort sehen in diesem System keine Zukunft, ebenso wie Sylvia. Vor allem die Anmeldezahlen an den einzelnen Schulformen erzwingen auf lange Sicht eine Debatte um eine richtige Zusammenlegung der Schulen. In Wesseling werden die Schülerinnen und Schüler aber so lange getrennt, wie es geht.  Selbst die neu gebaute Mensa darf von den Schülerinnen und Schülern der verschiedenen Schulformen nicht gleichzeitig benutzt werden.

Treppen über Bäume

Eine alte Dame hat diesen Spruch in Wesseling geprägt

An der Uferstraße wird der Bauplan begutachtet

In Wesseling gibt es allerdings noch mehr Baustellen. An der Uferstraße wurde im Rahmen der Ruhr 2010 eine Ufertreppe geplant, die die Einwohner Wesselings ablehnen. Für die Treppen müssten viele alte Bäume gefällt werden und auch die anderen Veränderungen erscheinen nicht sinnvoll. Im Klartext: Es soll reichlich Geld in den Sand gesetzt werden und das auch noch gegen den Willen der Bürgerinnen und Bürger. Dementsprechend hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die sich gegen den Umbau wehrt. Sylvia hört sich das Anliegen der Initiative an und verspricht, dass dieses Thema – soweit es auf der Landesebene zu klären ist – durch eine Anfrage im Landtag weiter beleuchtet wird. Womöglich ist da noch etwas zu machen.

Eine Fröschin als Gastgeschenk

Nach diesem Termin gehen die Wesselinger Grünen mit Sylvia ins Rathaus. Dort kann noch einmal ein reger Austausch zur Kommunal- und Landespolitik geschehen. Die Presse ist immer dabei und hier und da wird die Koalitionsfrage noch einmal auf den Tisch gebracht. Rot-Grün hat gute Chancen, umso motivierter zeigen sich alle Grünen vor Ort und auch Sylvia. Besonders freut sie sich über ihr Gastgeschenk – eine kleine Fröschin, die direkt im Tourauto installiert wird.

Protest im Grünen gegen den Godorfer Hafen

Ort der Mahnwache in Gondorf

Die Wesselinger Grünen hatten aber noch einen Termin vorgeschlagen. Es geht ab ins Grüne, nach Godorf. Dort wird seit gut 27 Jahren – mal besser, mal schlechter – der Bau eines eigenen Hafens geplant, obwohl es in der direkten Umgebung genügend Häfen gibt. Auch hier ist eine starke Grün-bewegte Bürgerinitiative engagiert und wehrt sich immer noch erfolgreich gegen die Denkblockaden in einigen politischen Lagern. Wirtschaftlich wäre ein Hafen in Godorf nicht, zu allem Übel würde durch den Hafenbau aber auch ein Naturschutzgebiet zerstört. Während wir mit Sylvia an der Mahnwache der Initiative stehen – einem großen Wagen, der im Sommer und Winter Raum für Proteste bietet – kommen viele Jogger, FahrradfahrerInnen und Familien mit Kindern und Hunden an uns vorbei. Sie nutzen das Naturschutzgebiet intensiv, aber zerstören es nicht. Auch deswegen sollte vom Godofer Hafen Abstand genommen werden. Kurios sind die kreativen Ideen der Initiative. Wenn man die großen Volksparteien nicht von Außen umstimmen kann, dann muss man sie eben von Innen bekehren. Um die Ortsverbände der CDU für den Schutz der Landschaft und der Bevölkerung zu gewinnen, und auch großen wirtschaftlichen Schaden von Godorf abzuwenden, sind manche Engagierte einfach in die CDU eingetreten, um dort andere Mehrheiten zu schaffen. Die Geschichte wird mit so viel Schwung erzählt und enthält so viele interessante Wendungen, dass Sylvia lachend dazu rät, sie solle doch aufgeschrieben werden – und auch bei den Wesselinger Grünen bedankt sie sich für dieses besondere, abwechslungsreiche und auch amüsante Programm.

Leistungsstark, vielfältig und gerecht

Während der Podiumsdiskussion

Die letzten Termine des Tages finden in Köln statt. Dort nimmt Sylvia an einer Podiumsdiskussion der Kölner Grünen zu dem Thema ‘Leistungsstark, vielfältig und gerecht – Schule der Zukunft’ teil. Als Einstimmung werden fünf Minuten aus der Dokumentation ‘Treibhäuser der Zukunft’ gezeigt, eine Dokumentation über Schule, wie sie sein könnte. Sylvia wird gleichzeitig von einem ZDF-Team begleitet und diskutiert eifrig mit WissenschaftlerInnen, LehrerInnen und KandidatInnen aus Köln. Das Feedback für uns Grüne fällt sehr positiv aus. Es wird aber auch gemahnt: Bleiben die richtigen Schritte aus, werden die Kinder wegen den bestehenden Denkblockaden in der Schuldebatte auf Dauer bestraft – durch schlechtere Leistungen, Chancen- und Perspektivlosigkeit.

Im Wahlcheck

Sylvia im Wahlcheck

Zuletzt stellt Sylvia sich dann noch dem WDR Wahlcheck der Aktuellen Stunde. Bürgerinnen und Bürger stellen ihr direkt Fragen, die sie trotz der späten Uhrzeit umfassend beantwortet. Das dafür nötige Studio wird kurzerhand im Bürgerhaus Stollwerk eingerichtet, dort, wo auch die Podiumsdiskussion stattgefunden hat.

Fotos, Bericht und Begleitung:  Kristina Beer

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