Sylvia Löhrmann \ Aktuell \ Von Ennepetal über Bielefeld nach Hörstel
Von Ennepetal über Bielefeld nach Hörstel
Das fängt ja gut an: Sechs Kilometer zähflüssiger Verkehr vor dem Kreuz Hilden – und das schon am frühen Morgen. Ich bin gerade von André abgeholt worden, dem Tourfahrer von der Landesgeschäftstelle, und heute mit Sylvia Löhrmann einen Tag unterwegs zu mehreren Terminen im weiten Lande NRW. Ich bin Gerhard Sauer, im sonstigen Leben Vorstandsreferent der Fraktion, und heute: Begleiter, Chronist, Fotograf, Organisator. Ich lass mich überraschen.
NRW ist voll
Gestern Bundespressekonferenz in Berlin und abends Bildungstour in Langenfeld, heute Ennepetal, Bielefeld und Hörstel (in der Nähe von Osnabrück) – diese Frau reißt ein Programm ab, das ist schon heftig. Und meist bei guter Laune – auch schon am frühen Morgen. Immerhin scheint ja auch die Sonne und eine leichte Kühle am frühen Morgen macht frisch für einen langen Tag.
Eine erste Sicht der Presselage nach dem gestrigen Termin in der Bundeshauptstadt zusammen mit Hannelore Kraft, und den Bundesvorsitzenden von Grünen und SPD, zaubert ein Lächeln auf das Gesicht der Spitzenkandidatin: Volltreffer! Nicht nur alle elektronischen Medien haben berichtet, auch in fast allen Zeitungen sind die Botschaften gesetzt: Selbstbewusste Grüne! – Wir wollen rot-grün! – CDU und FDP werden zunehmend nervös! Die Fahrt nach Berlin hat sich gelohnt.
Besuch bei der biologischen Station in Enneptal
Und jetzt, heute morgen, wieder ein Kontrastprogramm: die Biologische Station in Ennepetal wartet auf uns. Das ist wieder konkrete Politik vor Ort, die Mühen der Ebene. Wir sind pünktlich und Dirk Jansen, der Leiter der Station begrüßt uns schon auf der Treppe. Eine sehr herzliche Atmosphäre erwartet uns, man spürt das große Engagement der Mitarbeiterinnen an vielen Stellen: die Einrichtung des Schulungsraums ist wirklich gelungen. Umweltbildungsprojekte stehen neben den üblichen Aufgaben einer Biologischen Station hier in Ennepetal im Vordergrund. Da geht einer Bildungspolitikerin natürlich das Herz auf! Hier wird deutlich, welchen großen Stellenwert eine vernetzte, interdisziplinäre Bildung haben könnte. Welchen Stellenwert Natur und Naturschutz gerade in der modernen Welt haben und haben müssen, welche nachhaltigen Natur-Erlebnisse für Kinder geschaffen werden können.
Die Unterstützung dieser Arbeit wollen wir Grüne nicht nur sichern, sondern ausbauen. So stehts im Wahlprogramm – und jedes Gespräch bestärkt in diesem Weg. Umweltschutz ist halt mehr als nette Worte und Hochglanzbroschüre – sondern harte Arbeit vor Ort. Großen Dank an Dirk Jansen und seine MitstreiterInnen im Ennepe-Ruhr-Kreis und in Hagen!
Gespräche in Bielefeld
Weiter gehts nach Bielefeld. Dort werden wir schon von Marianne Weiß, der Grünen-Geschäftsführerin, erwartet. Die “Neue Westfälische” erwartet zum Redaktionsgespräch. Eine Stunde wird Sylvia “gelöchert”: Schulpolitik, Energie, Kommunalfinanzen, Mobilität, Altenpolitik: ein Parforce-Ritt durch die Landespolitik. Und die Koalitions-Farben-Lehre als Sahnehäubchen obendrauf. Doch die Redakteure sind heute ganz entspannt, fast ein Heimspiel.
Die Online-Redaktion will auch noch ein kurzes Interview. Kleine Gespräche noch am Rande, ein paar Häppchen und weiter geht’s.
Ein Haus weiter. Zu Radio Bielefeld, ein Live-Interview. Wir werden mit Handschlag sehr freundlich begrüßt, kurze Info für Sylvia über den Ablauf und dann ab ins Studio. Sehr nett hier, sehr offene Redakteure. So macht der Tag doch Spaß.
Zwischendurch muss ein Pressemitteilung abgesegnet werden (“Da hab ich ausnahmsweise mal überhaupt nix zu verbessern – ich bin begeistert!!”), ein paar Zitate müssen abgestimmt werden.
Durchschnaufen vor dem nächsten Termin. Es ist Zeit für einen Cappuccino im Café. Wir können sogar draußen sitzen und den Frühling ein paar Minuten genießen. Sylvia und Marianne nutzen die Gelegenheit für “Frauengespräche”
. Handtaschen, das große Mysterium für Männer. Ich ergreife die Gelegenheit, privat zu telefonieren.
Viele Fragen bei der “Schulsprechstunde”
Eine “Schulsprechstunde” haben die Bielefelder im Cafe Nio am Rathaus organisiert. Hier sind allerdings ein paar harte Brocken zu meistern. Engagierte BildungspolitikerInnen haben sich eingefunden und insistieren: “Warum nicht Gesamtschulen sofort und überall und für alle?” , “Wollt ihr die Hauptschulen nicht doch abschaffen?”, “Was machen wir mit hochbegabten Kindern?”, “Wo bekommt ihr die Ressourcen her, die für die ‘Schule der Zukunft’ notwendig sein werden?”, “Mit wem und wie schnell und vor allem mit wem wollt ihr das alles umsetzen?”. Sylvia ist ganz schön gefordert – aber hier zeigt sich die Meisterin. Sie geht auf alle ein, erläutert, erklärt, nimmt mit, wirbt. Die zwanzig Anwesenden, die hier nachmittags um 15 Uhr eine Grüne Veranstaltung besuchen, nehmen eine Menge mit.
So. Bielefeld ist gleich Vergangenheit. Allerdings nur für heute.
Gleich machen wir uns weiter auf den Weg ins nördliche Münsterland. Nach Hörstel-Riesenbeck. Rainer Lagemann, grünes Urgestein vor Ort, hat eine Veranstaltung organisiert. Thema: Bildung - was sonst. Das ist DAS Thema dieses Wahlkampfs. Mal sehen, was uns dort erwartet.
Zu erst einmal geht es über die Dörfer – über Steinhagen und Versmold, kurz durch Niedersachsen, dann Lengerich und Ladbergen und Saerbeck, während wir das Interview von vorhin Korrektur lesen.
Schmucke Orte, große Höfe, saftige Wiesen, alles blüht und strahlt. Ein kurzer Stopp zwischen Wiesen und Feldern, wir lassen uns den Wind um die Nase wehen, gehen ein paar Schritte. Letzte Etappe.
Irgendwie hatte ich mir Hörstel-Riesenbeck ganz anders vorgestellt, aber es ist wirklich nett hier. Hier im nördlichsten Zipfel NRWs. Im Hotel Strathmann findet die Veranstaltung statt, eine wirklich einladende Gaststätte. Gutes Essen, lecker Sauerländer Pils – “watt willste mehr?”.
Station der Bildungstour in Hörstel
Der Waldbauernpräsident Heeremann hat mitbekommen, dass Sylvia “in seiner Gegend” ist. Er hat sich aufgeregt über das grüne Baumplakat “Ihm können wir nichts abschlagen” – und bringt mit einer netten kleinen Geste seine abweichende Meinung zum Ausdruck: einen Zeitschriftenständer aus Holz, gefüllt mit der Postille und dem Werbematerial seines Verbandes sowie dem Hinweis, dass eine Waldbewirtschaftung sinnvoll und richtig und notwendig sei.
Angela Hebeler aus der Landesgeschäftsstelle der Grünen, die die Bildungstour organisiert, hat mittlerweile zusammen mit den örtlichen Grünen das Equipment für die Veranstaltung aufgebaut und übernimmt auch die Moderation. Immerhin fast 40 Gäste sind gekommen, um sachkundig über Bildungspolitik zu diskutieren und sehr viele sehr konkrete Fragen an Sylvia und die örtlichen LandtagskandidatInnen zu stellen. Kurz vor Neun ist dann Schluss, nur für ein paar Gespräche am Rande ist dann doch noch Zeit.
Auf dem Weg zurück (Andre fährt wie immer vorbildlich, ruhig, besonnen), macht sich Sylvia über einige Vorbereitungen für den nächsten Tag her, unterschreibt Autogrammkarten, arbeitet ihre Mappen durch, verteilt Arbeitsaufträge.
Morgen früh steigt sie wieder um 8 Uhr ins Auto und weiter gehts: nach Düsseldorf, nach Dortmund, nach Düsseldorf, nach Gelsenkirchen. Und ich werde im Büro die Lage peilen, wahrscheinlich rund hundert Mails bearbeiten, mit den KollegInnen die Wahlprüfsteine endlich beantworten und und und. Noch 19 Tage. Dann machen wir mehr möglich.





