Sylvia Löhrmann \ Aktuell \ Grüner Bildungskongress: Auf zu neuer Bildung

Grüner Bildungskongress: Auf zu neuer Bildung

Schon das Eintreten in das Schulgebäude versetzte manche Besucherinnen und Besucher unseres Bildungskongresses in Staunen.

Olivenbäume, eine wunderbare Galerie, ein kleines fließendes Gewässer, helles Licht: Das Foyer der Evangelischen Gesamtschule in Gelsenkirchen-Bismarck ist schon beeindruckend. Wer dann die Klassenräume betrat, war eher an Urlaub im Blockhaus als an die eigene Schulzeit erinnert. Hier macht Lernen Spaß, auch auf dem Grünen Bildungskongress am vergangenen Sonntag.

Doch nicht nur das Äußerliche beeindruckte. Auch die Inhalte, die Expertinnen und Experten waren beeindruckend.

Schade, dass die Landes-CDU nicht geschlossen dort aufgetaucht ist – sie hätten sonst ihre versuchte Plakatkampagne vor den Schulen des Landes direkt eingetütet – oder besser geschreddert.

Die CDU will, dass die Ortsverbände vor jede Schule ein Plakat hängen mit dem Text: „Diese Schule wird geschlossen, wenn Rot-Rot regiert“. Das ist kein Wahlkampf, das ist politische Brandstiftung. Wer das nötig hat, ist offenbar von seinen eigenen Konzepten nicht sonderlich überzeugt.

Doch zurück zum Bildungskongress: Da haben wir über die gesamte Bildungskette diskutiert – und von zahlreichen Expertinnen und Experten, Lehrkräften, Verbänden, Eltern und Schülerinnen und Schülern viel Rückendeckung für unseren Zukunftsplan “Kluges NRW” bekommen.

Nicht nur Rückendeckung – sondern auch neue Impulse für die anstehenden Diskussionen. Insbesondere der Schweizer Schulgründer Peter Fratton war geistreich, witzig und charmant.

Schulen müssen mindestens kindgerecht, aber vom Aufwand her mindestens so gestaltet sein wie Sparkassen.

Oder:

Lehrer gestalten Lehren zeitgemäßer, wenn sie Lernbegleiter sind.

Nur zwei seiner famosen Thesen für eine kinderorientierte Bildungspolitik.

In seiner Schule hat er konsequent die „individuelle Förderung“ umgesetzt, von der bei uns leider nur immer die Rede ist. Und dazu war nicht Optimierung notwendig, sondern ein echter Paradigmenwechsel. Und erst wenn dem entsprechende Handlungen folgen, entsteht echte Innovation.

Wie mir berichtet wurde, erklärte auch Prof. Matthias von Saldern in seinem Workshop eindrucksvoll, wie Individualisierung von Unterricht gelingen kann. Er brachte es in seinem Impulsreferat auf den Punkt:

Individualisierung ist für viele eine pädagogische Hochwertvokabel: Jeder ist dafür und keiner weiß, wie es gehen soll … solange man so arbeitet wie bisher

Notwendig sind für von Saldern sowohl Reformen der inneren wie der äußeren Schulstruktur. Längeres gemeinsames Lernen, flexible Übergänge, kein Sitzenbleiben oder Überspringen, echter Ganztag, Lerngruppen statt Jahrgangsklassen, echter Ganztag.

Auch aus den anderen Foren zeigten die Kurzberichte: Wir Grüne – und all die vielen, die mit uns gemeinsam an der Schule der Zukunft dran sind – sind genau auf dem richtigen Pfad. Und immer lieber zitiere ich Victor Hugo:

Es gibt nichts Mächtigeres, als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

Wer mehr über den Grünen Bildungskongress wissen will, kann demnächst hier mehr erfahren.