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Natur- und Tierschutz

Die folgende knappe Bitte  erreichte mich vergangenen Sonntag:

 

Wie stehen Sie zu diesen Themen:

Artenvielfalt

Massentierhaltung

Jagdrecht

Der Wolf in NRW

Hier meine ausführliche Reaktion:

 

Sehr geehrte …,

…..  Die von Ihnen angerissenen Themenfelder sind zentrale Themen bei den Grünen. Leider ist es um diese Themen unter der schwarz-gelben Regierung nicht so gut bestellt: Etwa 50 Prozent der heimischen Tier- und Pflanzenarten stehen auch in NRW auf der Roten Liste. Obwohl das Artensterben in NRW weiter anhält und das wertvolle Naturerbe zunehmend bedroht wird, wurde z.B. das Naturschutzrecht (Landschaftsgesetz) ausgehöhlt, die Jagd auf geschützte Kormorane, Gänse u. a. wurde legalisert und die Gelder für den originären Naturschutz, für Bio-Stationen und beim Landesbüro der Naturschutzverbände, sind drastisch gekürzt worden.

Der Negativ-Trend ist ungebrochen und wird durch die schwarz-gelbe Landesregierung deutlich verschärft, sei es bei der Planung von neuen Straßen, der Aushöhlung der Eingriffsregelungen oder bei neuen großflächigen Kiesabbauflächen am Niederrhein. Darüber haben Sie sicherlich auch in der Presse lesen können. Damit gehen Naturräume unwiederbringlich verloren. Wir Grüne wollen diesen Raubbau an unseren natürlichen Lebensräumen verhindern, deshalb wollen wir ganz konkret den dramatischen Flächenfraß in NRW mit 15.000 Quadratmetern pro Tag stoppen. Zukünftig soll nur noch so viel Fläche verbraucht werden dürfen, wie an anderer Stelle entsiegelt wird. So wollen wir die Zerschneidung von zusammenhängenden Naturräumen verhindern. Dies würde nicht nur dem Wolf, den Sie ja ansprechen, sondern auch andere bedrohte Tierarten retten.

Wir müssen den Respekt vor unserer Umwelt und unseren Mitgeschöpfen ernst nehmen. Für uns Grüne bedeutet das auch die Ausweitung von Naturzschutzgebieten und Naturräumen, in die der Mensch nicht eingreifen darf. Neben dem Nationalpark Eifel wollen wir endlich die Einrichtung des Nationalparks Senne-Egge vorantreiben. Darüber hinaus brauchen wir eine verbindliche NRW-Struktur mit einem Naturschutzdach „Naturerbe NRW“, um der Verpflichtung der öffentlichen Hand zum Schutz der Natur gerecht zu werden. Der Naturschutz muss also das übergeordnete Interesse werden – dies gilt insbesondere beim Jagdrecht.

Aus dem Respekt vor unseren Mitgeschöpfen leitet sich auch meine Position zur Massentierhaltung ab: Die Massenhaltung ist mit den Zielen eines zeitgemäßen Tierschutzes unvereinbar. Die meisten Tiere in Nordrhein-Westfalen werden nicht mehr in kleinen und mittleren Hofbetrieben gehalten, wie es die Idylle mancher Lebensmittelverpackungen vorgaukelt, sondern in industriell geprägten Mastanlagen. Viele der Tiere erblicken niemals Tageslicht und leiden an Bewegungsmangel in überfüllten Ställen. Bewegungsmangel und unnatürliche Haltung auf Grund von Platzmangel führen zu Gelenk- und Muskelkrankheiten, Kreislaufschwäche, schmerzhaften Druckstellen, Hautabschürfungen und Verletzungen. Immer wieder erreichen uns dazu grausame Bilder und Videos von TierschützerInnen und Tierschutzverbänden.

Deshalb wollen wir staatliche Agrarförderung nur noch dann vergeben, wenn Betriebe umweltverträglich und artgerecht mit den Tieren umgehen. Außerdem werde ich mich für eine verbindliche Kennzeichnung der Haltungsform bei Lebensmitteln und die Einführung eines Tierschutzsiegels einzusetzen, denn die Verbraucherinnen und Verbraucher müssen wissen, unter welchen Bedingungen die Tiere gelebt haben, deren Produkte sie kaufen bzw. verzehren wollen, um ihre Kaufentscheidung bewusst treffen zu können.

Weitere Informationen zu diesen Themen erhalten Sie auch über das Büro von Johannes Remmel, meinen Kollegen im Düsseldorfer Landtag und Umweltpolitischen Sprecher unserer Fraktion.

Ich hoffe, Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

SL