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Sport = Kommunale Daseinsvorsorge

Die grüne Landtagsfraktion ist zum wiederholten Male “ausgeschwärmt”. Alle grünen Abgeordneten haben Mitte November in ihren Wahlkreisen Informations- und/oder Diskussionsveranstaltungen zum Thema Sport wahrgenommen.


In Solingen ist über lange Zeit hinweg intensiv über das Bäderkonzept gestritten worden, so dass es für mich nahe lag, mich mit dem Geschäftsführer der Lebenshilfe, Josef Neumann, zu treffen. Die Lebenshilfe möchte das innerstädtische Hallenbad Birkerstraße übernehmen und zu einem neuen Bad- und Wellnesszentrum umbauen – der Rat der Stadt Solingen hatte die Übertragung einstimmig beschlossen, trotzdem hakte die konkrete Vertragsunterzeichnung und ist immer noch nicht erfolgt.

Es war ausgesprochen interessant zu erfahren, mit welchen Konzepten die Lebenshilfe Hallenbad und Eissporthalle (die sie ja auch betreibt) zukünftig “fahren” möchte. Das geplante Energiekonzept sieht ein BHKW für beide Einrichtungen vor, was unseren grünen Vorstellung von dezentraler Energieversorgung sehr entgegenkommt.
Allerdings müsste jetzt endlich einmal der Schritt zur vertraglichen Vereinbarung gemacht werden – schließlich kann die Bauplanung und damit die Beantragung von Landesfördermitteln erst erfolgen, wenn der Vertrag unter Dach und Fach ist. Da ist die Stadt Solingen gefordert, die allerdings die kommunale Kofinanzierung sicher stellen muss.

Im zweiten Teil meines Besuches vor Ort wurde ich vom Präsidenten des Solinger Stadtsportbundes, Hartmut Lemmer, und der Geschäftsstellenleiterin Karen Leiding über den Sachstand der Sportangebote in Solingen informiert. Es zeigt sich, dass die katastrophale kommunale Finanzsituation auch im Sportbereich ihre Spuren hinterlässt, die Einführung und im Doppelhaushalt 2009/10 beschlossene Erhöhung der Hallennutzungsgebühren für die Sportvereine führt zu einer Erhöhung der Mitgliedsbeiträge, die wiederum zu Austritten führt. Gleichzeitig fällt es der Stadt zunehmend schwerer, städtische Sportstätten instand zu halten, weil die Mittel dafür fehlen.

Flächendeckende und finanzierbare sportliche Angebote für alle Altergruppen der Bevölkerung sind aus meiner Sicht außerordentlich wichtig und Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. Sport ist Gesundheitsprävention und erfüllt eine wichtige soziale Funktion. Immer weniger Menschen können es sich leisten, in Urlaub zu fahren oder teure Freizeiteinrichtungen zu besuchen. Insofern stellen die Sportvereine in unserer Stadt auch ein wichtiges Element dar für sinnvolle und gesunde Freizeitgestaltung.